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22.12.2005

Frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr
Merry Christmas and a Happy New Year
Feliz Navidad y Prospero Ano Nuevo
Bon Noel et meilleurs voeux pour la nouvelle annee
Prettige Kerstdagen en een gelukkig Nieuwjaar


Liebe Freunde alter Wetterinstrumente, in ein paar Tagen feiern wir Weihnachten, die Woche drauf geht das alte Jahr zu Ende. 365 Tage sind wieder einmal wie im Fluge vergangen. Ich hoffe, dass das Jahr 2005 für Sie persönlich ein Gutes Jahr war, Ihre Gesundheit keiner besonderen Maßnahmen bedurfte und auch Ihre sonstigen Lebensumstände in ruhigen Bahnen verliefen.
Allen denjenigen unter Ihnen, liebe Freunde, die nicht jeden Punkt dieser Liste positiv bewerten können, wünsche ich ausreichend Kraft um möglichst rasch eine Verbesserung der Situation herbei zu führen.
Wir von den FaW konnten mit Ihrer Hilfe auch in diesem Jahr wieder interessante Instrumente in unser Museum einstellen. Dafür ein dickes "Dankeschön". Einige informative Beiträge kamen wieder aus meiner Feder hinzu, sodass alles in allem dazu führte, dass wir vor einigen Wochen, nach nur 4 Jahren, den Hunderttausendsten Besucher auf unserer Seite registrieren konnten.
Wir nehmen dies als Beweis dafür, dass unser Mix aus fachlicher Information und Unterhaltung bei unseren Besuchern und Freunden ankommt und sehen darin den Auftrag, auch im nächsten Jahr mit unseren Anstrengungen nicht nachzulassen. An unserem Bemühen soll es nicht scheitern, wir benötigen aber wieder Ihre Mithilfe dazu!

Für die bevorstehenden Feiertage wünschen wir allen Freunden unserer Seiten, besinnliche Stunden im Kreise Ihrer Familie oder Freunde und einen gesunden Start ins Neue Jahr 2006!

Ihr FaW-Team: Jens Heling, Gerhard Schmiegel, Gerhard Stöhr!
19.12.2005 (stoe) Geschenke in letzter Minute...
Wie man so hört, soll bei Präsenten, mit denen man sich oder anderen in letzter Minute eine Freude macht, der Preis eher zweitrangig sein.
Wie wär's daher mit dieser außergewöhnlichen Industrial Clock-Barometer-Thermometer- Kombination, aus dem Frankreich der Jahrhundertwende, mit herumkreisendem Flugzeug und rotierendem Propeller. Der Bohrturm ist insgesamt ca. 50cm hoch.
Die Kombination stammt aus dem Fundus des Time Museums Rockford, Illinois.
Zur Preisauszeichnung habe ich mich bei der Firma Rau in New Orleans erkundigt, ob das so seine Richtigkeit hat und bisher nichts Gegenteiliges gehört.

15.12.2005

(stoe) Es scheint sie noch zu geben, die Schnäppchen in Ebay....
Gestern ist die Erstausgabe von Joachim Dalencé: "Traittez des baromètres, thermomètres et notiomètres ou hygromètres", Amsterdam 1688, für sage und schreibe 181,00 EUR an den Höchstbieter gegangen. Wir nehmen mal an, dass alles seine Richtigkeit hat und gratulieren!

Es handelt sich dabei immerhin um die früheste Abhandlung zur "Entwicklung und Gebrauch der meteorologischen Instrumente" überhaupt, mit all den prächtigen Kupferstichen die wir gelegentlich auch auf unseren FaW-Sites, als Illustrationen einstreuen. Von dem Werk gibt es Übersetzungen ins Holländische (1688) und ins Deutsche (1695). Der Ledereinband war zugegeben etwas berieben, ein Kupferstich. fehlte, trotzdem ist ein solches Exemplar gewöhnlich nicht unter 1.500,00 EUR zu bekommen.

Joachim Dalencé
(1640?-1707?) wurde in Paris geboren und ist in Lille gestorben. Sein Vater, Martin d' Alencé war ein bekannter Physiker und stand als Leibarzt im Dienste des Königs. Aus dieser Position heraus gelang es ihm, seinen Sohn, den die Physik und Astronomie beschäftigte, als Sekretär und Kanzler bei Hofe zu etablieren. 1684 ging J. Dalencé in die Niederlande um dort seine Arbeiten über die Meteorolog. Instrumente und den Magnetismus zu veröffentlichen. Von dort aus war er auch in ständigem Kontakt mit Wissenschaftlern, wie Oldenburg, Huygens, Leibnitz und diente ihnen als Mittler zur Akademie.

11.12.2005 >345

(stoe) Figurale Wettervorhersager...
Heute zeige ich Ihnen wieder einige Fotos aus meinem Spezialordner. Es sind dies "figürliche Hygroskope", die zum einen Teil in Frankreich zu Beginn des 19.Jh. entstanden sein dürften, zum anderen aber auch in England 100 Jahre später. Die Hersteller sind uns leider nicht bekannt.

Dabei ist das Prinzip und die Konstruktion sehr einfach. Ein hygroskopischer Stoff dehnt sich bei Änderung der Luftfeuchtigkeit aus oder zieht sich zusammen. Diese Längenänderungen werden dazu benutzt, um Elemente der Figuren oder der Szenerie zu bewegen. Das kann ein Arm, ein Fuß oder die Kapuze eines Mönchs sein. Auch die Wetterhäuschen gehören in diese Gruppe. Die Luftfeuchte bzw. Wetterprognose wird auf einer Skala angezeigt.

Diese "Hygroskope" wurden in der frühen Zeit aus Blech, später auch aus Karton gefertigt, liebevoll und dekorativ bemalt und erinnern mich irgendwie an ganz frühe Spielzeug-Hampelmänner. Man sollte sich aber nicht täuschen lassen. Da nur wenige überlebt haben und sie heute deshalb äußerst selten sind, überrascht oftmals der Peis der dafür gefordert und auch bezahlt wird.


03.12.2005 >337

(stoe) Was lange währt, wird endlich gut....
Gestern habe ich das Barometer ins Museum eingestellt, das mich bisher die meisten Nerven gekostet hat (siehe NEWS v. 06.07.2005). Nicht genug, dass das Gehäuse bereits beim Erhalt stark verformt war, so machte leider ein weiterer Transportschaden der Zeigerwelle des Redierwerkes den Garaus. Es war geradewegs zum Verzweifeln

Mittlerweile haben ausgesprochene "Könner ihres Fachs" die diversen Schäden behoben und die Spuren unsachgemäßer Behandlung entfernt. Das gute alte Stück glänzt wieder wie am ersten Tag. Es ist ein Schmuckstück geworden, das alle Mühen wert war!
Daher nochmals ein herzliches "Dankeschön" an alle Beteiligten
!
30.11.2005 (stoe) Soeben erhalte ich eine Einladung von Herrn Perret zur diesjährigen 30. Zürcher - Sammlerbörse, in die Messe - Hallen nach Oerlikon.

Die Messe findet vom Donnerstag, den 08.12. bis Sonntag, den 11.12.2004, wochentags von 10.00 bis 21.00 Uhr und am Sonntag von 10.00 bis 18.00 statt. Der Eintritt kostet für Erwachsene Sfr. 10.00. Bitte beachten Sie aber, dass der Stand von Herrn Perret am Sonntag geschlossen bleibt!
Ich habe eine Gratis-Eintrittskarte abzugeben, erwarte jedoch dafür einen kleinen Stimmungsbericht von diesem vorweihnachtlichen Event. Die erste eingehende Mail gewinnt!

27.11.2005 >331 (stoe) Die Firma Ephraim Greiner noch im 20. Jhdt...
Eine Preisliste aus dem Jahr 1904 belegt es ganz eindeutig. Die Firma Ephraim Greiner war noch in der Zeit nach 1904 existent! Der Firmengründer geb. 29.08.1835, war zwar am 03.08.1877 verstorben, seine Firma bestand jedoch noch lange Jahre weiter.

Die Herren Bieler, Greiner und Kühn hatten den Betrieb 1884 übernommen und teilten sich in den Folgejahren die Geschäftsführung unter dem traditionsreichen Firmennamen.
Erst irgendwann in den späteren Jahren formierte sich daraus schließlich die Firma Greiner mit heutigem Sitz in Lemgo.

22.11.2005 >325

 

(stoe) WEATHERSTAR NR. 14
Seit wenigen Tagen ziert die Homepage von Marco Fontijn aus Purmerend-NL ein sensationelles Bimetallthermometer von Breguet & Fils.

Abraham-Louis Breguet (1742-1823) war der begnadetste Uhrmacher aller Zeiten und ein Genie seiner Zeit. Sohn Antoine-Louis Breguet (1776-1858) begann im Jahre 1791 seine Uhrmacherlehre in London und trat 1808 in den väterlichen Betrieb in Paris ein. Der Firmenname wurde daraufhin in "Breguet et Fils" geändert.
Auf dem steinigen Weg, die Ganggenauigkeit seiner Uhren in immer noch einsamere Höhen zu treiben, forschte und experimentierte A.L.B. jahrzehntelang mit Bi- und Trimetallkomponenten zur Temperaturkompensation der Unruh und gelangte auf diese Weise ganz nebenbei auf das Gebiet der Thermometrie. Für die Entwicklung seines ersten Bimetall-Thermometers nennt die firmeneigene Chronik bereits das Jahr 1785. 1817 begann man mit der Produktion des Trimetallic-Thermometers.

Nach dem Tod des Firmengründers, im Jahre 1823, wurde der Betrieb für weitere 10 Jahre von Antoine-Louis Breguet geführt und dann 1833, an dessen Sohn Louis-Clément Breguet (1804-1883), dem Urenkel des Gründers übergeben. Das Unternehmen firmierte fortan als "Breguet, Neveu et Cie".
Zeitlich muss dieses Bimetallthermometer somit zwischen 1808 und 1833 entstanden sein. Ein ganz großartiges Stück.

19.11.2005 (stoe) Es weihnachtet schon sehr...
.Ein untrügliches Zeichen für die nahenden Weihnachtsfeiertage sind die Antiquitätenmessen, die momentan überall um Besucher werben.

So zum Beispiel auch wieder eine der Größten, die pAn in Amsterdam, die vom 20. bis 27.11.05, ihre Pforten öffnet. Hier bemühen sich heuer drei Aussteller um uns Barometersammler.

12.11.2005 >316

 

(stoe) Ein extrem seltener Goerz-Barograph bei Ebay....
Unter der Lot Nr. 6567686495 kam dieser Tage ein interessanter Barograf bei Ebay zur Auktion. Er stammt von C.P. Goerz-Berlin, um 1910-20 und fällt durch eine "immerwährende Anzeige" auf. Dabei geht er auf ein Patent von Adolf Abraham aus dem Jahre 1905 zurück. Theoretisch brauchen keine Papierstreifen mehr ausgewechselt werden. Es ist ein Vertikalschreiber und benützt ein Endlos-Papierband, das den Zeitraum von 14 Wochentagen skaliert und von einem 8-Tage-Uhrwerk transportiert wird. Davon sind immer 7 Tage sichtbar, die sich über die von der Rückseite her magnetisierte Stahlplatte von unten nach oben bewegen.

Davor läuft auf dem Papier eine dünne magnet. Metallkette mit, die von dem Barometer-Mechanismus mittels einer Öse horizontal verschoben wird und so den Luftdruck markiert. Der Druckverlauf bleibt auf diese Weise als Linie sichtbar und immer für 7 Tage "gespeichert", bis dann - rückseitig die Magnetkraft abbricht. Collins hat in seinem Buch [Ref. 210, p.113ff] dieses Instrument ausgiebig gewürdigt. In Anbetracht der Seltenheit, war der erzielte Preis von 1.011,00 EUR schließlich mehr als akzeptabel. Gratulation daher dem Höchstbietenden!

Der Verkäufer wusste nicht was er da hatte und bat mich um Rat. Deshalb auch die Vielzahl der Detailfotos, für die wir uns herzlich bedanken. Ich hatte noch verschiedene Freunde verständigt von denen ich wusste, dass sie einem schönen Barografen nicht abgeneigt sind, leider aber ohne Reaktion!

09.11.2005

(stoe) Negretti & Zambra - Encyclopaedic, illustrated, descriptive Reference-Catalogue,
zum Rekordpreis in Ebay...

http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=6574733995


Soeben hat mich ein Freund unserer Seiten darauf aufmerksam gemacht, dass vorgestern ein undatierter N&Z Katalog (ca.1880) für sage und schreibe 3.607,00 GBP, das sind genau 5.335,59 EURO verkauft wurde. Er ist zwar äußerst rar, ich habe ihn seit 20 Jahren auf meiner Suchliste. Immerhin 607 Seiten stark, umfasst er das Gesamtprogramm dieses renomierten Herstellers. Trotzdem dürfte der Preis einmalig sein.
Im übrigen stelle ich gerade fest, dass dieser Katalog beim Smithsonian Insitute bereits in digitalisierter Form vorliegt!

05.11.2005 (stoe) Das Geheimnis des Piesmic-Barometers wurde bereits gelüftet...
Es beruht auf einem Patent von Arthur Sladen Davis aus Roundhay (Leeds, Grfsch. York), aus dem Jahre 1901.

Wie Sie aus der Patentschrift Nr. 132349 ersehen, ist es eine Sonderform eines Gasbarometers, nach dem Prinzip eines geschlossenen Manometers. Senkrecht gestellt, verdichtet ein Quecksilbertropfen mit konstantem Gewicht, ein ebensolches konstantes Luftvolumen mit wechselndem atmosph. Druck. Es wird die Volumenkompression gemessen.

30.10.2005

 

Am 14.08.2001 haben wir begonnen...

und heute, nach etwas mehr als 4 Jahren, durften wir den Hunderttausendsten Besucher registrieren. Das ergibt, grob gerechnet, Tag für Tag etwa 65 Besucher und ist für solch ein Nischenthema recht beachtlich.

Ein Grund zur Freude für uns und gleichzeitig Anlass Ihnen für Ihre Treue zu danken. Den eingeschlagenen Weg, mit einem Mix aus Historie, technischer Information und Unterhaltung, werden wir weiter beschreiten. Bleiben Sie uns auch in der Zukunft gewogen!
Ihr FaW-Team!


29.10.2005 >302

(stoe) Interview mit Herrn Fritz Beck vom 19.10.2005
Herr Beck, - aus welchem Material wurden und werden die Membrandosen gefertigt?
In den Anfangsjahren im 19.Jh. aus Messing und Kupferbronze, später und auch noch heutzutage, aus Neusilber.

Ab wann wurden in Deutschland Barometerdosen aus Kupferberyllium hergestellt?
Beryllium findet man in erster Linie in den USA, dort in dem Mineral "Bertrandit". Folge dessen wurden dort auch die ersten Kupferberylliumdosen gefertigt. In Europa war Beryllium lange Zeit nicht verfügbar. In der Zeit des 2.WK kam es dann über Schleichwege nach Deutschland, da man es in der Rüstungsindustrie brauchte. Bronzen mit Berylliumzusatz zeichnen sich durch eine hohe Härte, Elastizität, Ermüdungsfestigkeit und Korrosionsbeständigkeit aus. Solche Barometerdosen sind selbstfedernd und kommen ohne Feder im Innern aus. Sie werden heute in "Dosensätzen" für Barografen verarbeitet.

Sie haben in Ihrem Fertigungsprogramm lineare und nichtlineare Dosen. Letztere werden für Höhenmesser gebraucht. Wo oder wie entsteht die Nichtlinearität?
Es ist eine Eigenschaft, die aus der Gestaltung der Membranoberfläche resultiert. Das Ergebnis ist ein Zifferblatt mit linearer Höhenskala.

Nun mal ehrlich Herr Beck, - ist in den Vakuumdosen noch ein Rest von Luft drin oder nicht?
Grundsätzlich müssen Vakuumdosen, der Namen drückt es ja schon aus, vollkommen luftleer sein. Wäre dies nicht der Fall, so würden sie thermometrisch reagieren. Allerdings waren die alten Fertigungsprozesse nicht so ausgereift wie heute. Die Hersteller erklärten dann, das müsse wegen der Temperaturkompensation so sein.

Wie wird eine Membrandose vakuiert?
Die beiden Hälften der Dose sind schon an den Auflageflächen verzinnt und kommen auf eine Halterung unter eine Glasglocke. Diese wird mittels Vakuumpumpe luftleer gepumpt. Dann wird eine Induktionsspule um den Glasdom gelegt und die beiden Hälften induktiv miteinander verschweißt - fertig! Die danach einströmende Luft drückt die beiden Membranen zusammen, die Glocke kann geöffnet werden.

Lässt sich eine defekte alte Barometerdose reparieren?
Die alten Barometerdosen, meist aus Messing oder Bronze, mit seitlichem Lötstutzen korrrodieren mit den Jahren innen. Ihr Mantel wird dadurch spröde und porös und eine Reparatur ist daher nicht sinnvoll. Wir reparieren deshalb auch keine Membrandosen.

Wie sieht es mit gebrochenen Barometerketten aus? Kann der Sammler sie bei Ihnen ersetzen lassen?
Kein Problem, - wir können natürlich jederzeit eine solche gerissene Barometerkette in unserem Betrieb erneuern.

Herr Beck - vielen Dank für das interessante Gespräch!

23.10.2004 >296

 

(stoe) Der Ketteles-Beck aus Stuttgart....
Das Herzstück unserer Barometer ist die Membrandose und die Kette, die die Auf- und Abbewegung des Kettenhebels über eine Rolle in eine kreisförmige Zeigerbewegung umsetzt. Ist beides intakt, so ist unser Barometer gesund. Hat die Dose "Luft gezogen" oder ist die Kette gerissen, dann ist guter Rat teuer. Sicher haben Sie sich schon einmal gefragt, wer denn um Himmels willen solch filigrane Ketten fertigt und einbaut.

Ich bin der Sache nachgegangen und kam zu dem erstaunlichen Ergebnis, dass auf dieses Produkt, seit den 20iger-Jahren des letzten Jahrhunderts, ein Schwäbischer Tüftler aus Stuttgart das weltweite Monopol hat. Der Vater des heutigen Inhabers, Herr Wilhelm Beck (1897-1977) war in seinen jungen Jahren einige Zeit bei der Fa. Lufft beschäftigt und bemerkte dort, dass die Barometerketten für teures Geld aus dem Schweizer Jura eingeführt werden mussten. Von dort, wo auch heute noch die Uhrmacher zu Hause sind.

"Das kann ich selber", - sagte er sich und machte sich 1922 mit dieser Geschäftsidee selbständig. Als er dann 1926 die diffizile und mühsame Handarbeit durch einen selbst konstruierten Automaten ersetzen konnte, lag Ihm der weltweite Markt zu Füßen. Die Hersteller bedienten sich gerne dieses Zulieferanten, sprachen aber natürlich nicht darüber. Die "Firma Wilhelm Beck, Spezialfabrik für Barometerketten" blieb für den Endverbraucher somit weitgehend unbekannt.

Beck konnte damit aber gut leben. Sie wurden sukzessive zum Weltmarktführer.
Im Klartext bedeutet das, alle Barometer weltweit, die in den vergangenen 80 Jahren zur Übertragung eine Kette benützen, sind mit Ketten aus Stuttgart ausgerüstet und daran wird sich wohl nichts ändern.

Der Sohn des Firmengründers, Herr Fritz Beck, Jahrgang 1930, erweiterte die Fertigung nach dem 2.WK um Membrandosen und verlegte 1987 einen Teil der Fertigung in die Schweiz. Detailliert Auskunft über die Historie, sowie über das aktuelle Fertigungsprogramm, gibt die äußerst informative Homepage des Unternehmens.

75 Jahre und noch jeden Tag in seinem Betrieb, - klar dass ich einen Unternehmer mit dieser langjährigen Erfahrung und Tradition in unserem Spezialgebiet, unbedingt kennen lernen musste. Mein Interview mit Ihm lesen sie demnächst!


19.10.2005 Europäische Auktionstermine - Herbst 2005
(ohne Gewähr!)
Dorotheum Wien - Hist. wiss. Instrumente u. Globen, am 25.10.2005
Christies London - Clocks and barometers, am 29.11.2005
Sotheby's London - Clocks, watches and barometers, am 19.12.2005
Bonhams London - Clocks, watches and barometers, am 20.12.2005

15.10.2005 >289

(stoe) Industrial- und Fantasy-Barometerkombinationen....
Barometer in Verbindung mit technischen Motiven, meist mit zusätzlicher Uhr und Thermometer, waren in der Zeit der "Technischen Revolution" ( 2. Hälfte des 19.Jh.), in ganz Europa sehr gefragt. Meist sehr aufwändig in Messing gefertigt, lassen die Dampfmaschinen, Lokomotiven, astronom. oder maritimen Motive, die Vorlieben ihres damaligen Besitzers leicht erkennen. Oft waren sie auch Ausdruck der Produktpalette des Unternehmens.

Diese Konstruktionen standen auf dem Schreibtisch oder im "Bureau" des Herrn Direktors und zeigten ihm, auf exklusive Weise, Uhrzeit plus Barometerstand und Raumklima an.
Heutzutage Geschmacksache, waren Sie damals ein Ausdruck des Zeitgeists und finden auf Auktionen immer noch ihre Liebhaber, die bereit sind hierfür ganz beachtlich in die Tasche zu greifen. Es sind sicher in der Mehrzahl Uhrenfreunde.

Ich beobachte diese Spezies schon einige Zeit, so dass ich in der Lage bin, Ihnen wieder einmal aus meiner "Fundgrube.datei" eine Auswahl der letzten Jahre zu zeigen. Bitte beachten Sie die Quellenangaben.


08.10.2005 (stoe) Aussenseiter üben auf mich schon immer eine besondere Faszination aus...
dabei ist es gleichgültig ob es sich um Menschen oder Dinge handelt. Es umgibt sie oft der Flair des Besonderen. Manches Mal wird man zwar bei näherer Betrachtung rasch enttäuscht, - vereinzelt lohnt es sich aber doch, sich mit ihnen näher zu befassen.

So war es mit den "Gasbarometern". Obwohl ich diesen Artikel schon jahrelang in Vorbereitung hatte, konnte ich zum Thema selbst relativ wenig Stoff sammeln. Dabei ist das physikalische Prinzip schnell erklärt. Es basiert auf dem Vergleich "zweier gleich gehender Thermometer". Wobei eines davon von "offener Bauform" und deshalb zusätzlich zur Wärme, auf den sich ändernden Luftdruck reagiert. Die Temperaturdifferenzen erlauben uns somit Rückschluss auf den aktuellen Barometerstand.

Die "Thermobarometer", wie auch hundert Jahre später die "Sympiesometer", waren zwei der wenigen, praktikablen Methoden ein Barometer auf ein handliches Maß zu verkürzen. Gleichzeitig wurden sie erheblich leichter und unempfindlicher, als ihre ungeliebte Konkurrenz, - die Quecksilberbarometer.
Allerdings machte die Genauigkeit zu schaffen
. Die unvermeidbaren Gase hatten die unangenehme Eigenschaft, sich über kurz oder lang durch die "Trennflüssigkeit" hindurch zu verflüchtigen. Ein solches Instrument litt an Nullpunktsdepression und musste daher häufig in die Werkstatt um nachkalibriert zu werden.
So waren diese Instrumente in erster Linie auf den Schiffen der britischen Marine im Einsatz und fanden sich in den "Physikalischen Kabinetten" der wissenschaftlich interessierten Bürgerschaft wieder. Allgemein durchsetzen konnten sie sich nicht, nur wenige sind deshalb überliefert und gehören heute zu den barometrischen Raritäten.

Für die "Liebhaber des Besonderen" unter uns Sammlern, lohnt es sich allemal, sich auch mit diesen seltenen Spezies und deren verschiedenen Varianten zu beschäftigen. So recherchiere ich für Sie momentan weiter zum "Baromètre absolue" von Hans & Hermary und aktuell zum "Piesmic-Barometer" der Firma F. Darton & Co., die beide auch noch in diese Gruppe gehören!
Bitte lesen Sie sich aber schon heute in die Thematik ein!

01.10.2005 >274

(stoe) Schur à Memingen...
Soeben erhalte ich vom Stadtarchiv Memmingen die Auskunft, dass ihr Bürger Andreas Schur am 18.07.1797 geboren wurde und dort als "Barometer-Fabrikant" tätig war. Verstorben ist er im Dezember 1867 in Sonthofen.

Dessen Sohn, Johannes Schur geb. 17.05.1827, gest. 14.06.1913, war zeitlebens in Memmingen ansässig und hatte seine Werkstatt in der Kreuzstr. 11. Er ist als "Verfertiger physikalischer Instrumente und Gravuren" eingetragen. Von den Beiden ist mir bisher je ein Barometer und ein Thermometer aufgefallen. Das Messing-Thermometer in unserem Museum dürfte vom Sohn sein (um 1850).


28.09.2005 >271 (stoe) Ein Bild sagt uns mehr als 1.000 Worte...
in diesem Fall ist es ein Kupferstich aus dem 18.Jh. Er stammt aus: Lewis William, Commercium Philosophico-Technicum, London 1763 und gibt uns Einblick in ein Chemielabor in London, in der Zeit um 1765. Natürlich darf ein Quecksilberbarometer mit langem Thermometer an dominierender Stelle nicht fehlen. Ich finde man kann die "Chemie" förmlich riechen.

Gefunden habe ich die Illustration, als Deckblatt an Nigel Phillips neuestem Antiquariatskatalog Nr. 32.

24.09.2005 (stoe) Gestern traf folgende Email ein...
Sie ist für mich Ansporn für die Zukunft und ein Zeichen dafür, dass unsere Arbeit auch international Beachtung findet:

Dear Freunde alter Wetterinstrumente,
You have an excellent website!
The website of the Scientific Instrument Commission (http://www.sic.iuhps.org/) includes a page of on-line catalogues of scientific instruments (http://www.sic.iuhps.org/refertxt/catalogs.htm). We mentioned there your collection of catalogues of meteorological instruments on line, because it is really useful.

Sincerely yours
Paolo Brenni
President of the Scientific Instrument Commission
of the International Union of History and Philosophy of Science

21.09.2005 >264

(stoe) Dt. Thermometerhersteller des 19. und 20. Jahrhunderts...
Ab sofort können Sie diese interessante Herstellerliste auch wieder über unsere FaW-Seiten einsehen und ausdrucken. Sie wurde von mir in den letzten Wochen aktualisiert und mit ca. 250 Adressen westdeutscher Kollegen angereichert. Eine Sisiphusarbeit! Es sind somit mittlerweile ca. 680 Namen und Anschriften gelistet.

So bekannt, finden Sie zusätzl. Informationen zur Produktion, Historie und Quelle. Ich habe für Sie gleich 2 Listen angelegt, einmal die Hersteller fortlaufend von A-Z und einmal sortiert nach Bundesland > Adresse > Hersteller. Letztere ist auch sehr zu empfehlen, sieht man doch genau, wo "thermometrisch" in Deutschland die Musik spielt(e).

Es besteht die Möglichkeit diese Listen in unserer Thermometer/ Galerie einzusehen, oder als pdf.Datei [2x 175kB] auszudrucken. Es sind dann allerdings jeweils 50 Seiten DIN A4 quer!


17.09.2005 >260

(stoe) Mit schöner Regelmäßigkeit erhalte ich Anfragen zu Jakob Goldschmid aus Zürich
Das ist nicht verwunderlich, denn unser Museum kann mit einer nahezu vollständigen Sammlung von Goldschmid-Aneroiden aufwarten und natürlich wünschen sich unsere Sammler auch Informationen zur Biografie des Konstrukteurs.

Obwohl ich seit Jahren wachsam alle Medien beobachte und auch die Stadt Zürich schon einmal angeschrieben hatte, war bisher leider nichts Nennenswertes dabei herausgekommen.
Bekannt ist, dass die Goldschmid-Aneroide natürlich den Luftdruck bestimmen, dass sie aber ab den 70iger-Jahren in der Schweiz des 19.Jh. in erster Linie als Höhenmesser zur Trassierung des Bahn-, Strassen- und Wegenetzes Verwendung fanden. Ihre Mechanik kommt nur mit wenigen beweglichen Teilen aus und wird mit einer Lupe abgelesen, sodass die Hysterese sehr gering und die Messergebnisse höchst genau sind. "Schweizer Präzision" eben!

Dieser Tage erhielt ich nun wieder einmal so ein Anfrage aus Zürich. Meine bescheidenen Auskünfte waren für Herrn Richard Forster offensichtlich enttäuschend, sodass er selber die Initiative ergriff und schon binnen weniger Tage auch erfolgreich war. Die Krönung des Ganzen war dann noch ein zeitgen. Foto des "Mechanikus Goldschmid" aus der Zentralbibliothek Zürich. So kann es gehen. Man muss eben nur den richtigen Leuten begegnen. Bitte lesen sie selbst!


11.09.2005

(stoe) Luminiszenz an Quecksilberbarometern...
Liest man die Literatur der vergangenen 300 Jahre, z.B. Ref. 267 aus dem Jahre 1716, so tauchen mit schöner Regelmäßigkeit Berichte über "seltsam leuchtende Quecksilber-Kapillaren" auf.
Dieses Phänomen beschäftigt offensichtlich auch heute noch die moderne Wissensschaft. So haben Wissenschaftler der "Universität von Kalifornien" dieses Leuchten teilweise entzaubert. Das Licht entsteht immer dann, wenn hochreines Hg in eine zylindrische Röhre gefüllt war und als Füllgas Neon verwendet wurde. Wird die Röhre anschließend langsam gedreht, so beginnt das Neon in seinem typischen Rot zu leuchten. Das Licht entsteht an der Grenzfläche des Hg und der sich drehenden Glaswand.

Es setzt sich aus vielen wenige Milliardstelsekunde dauernden Lichtblitzen zusammen, die von kurzen elektr. Ladungen erzeugt werden. Das Hg haftet zunächst an dem Glas, sobald die Entladung entsteht gleitet es hinab und der Vorgang beginnt aufs Neue. Noch nicht geklärt ist, warum die Lichtblitze so kurz sind und wie die Elektronen ans Glas gelangen.
Quelle: Nature Bd.391 p.266


04.09.2005 >247

Herzliche Grüße aus meinen diesjährigen Urlaub....

an alle FaW-Freunde. Ich entspanne mich nicht in Brighton, sondern auf der "Schwäbischen Alb". Die hübsche Postkarte habe ich mal in Ebay gefunden. Nach dem lausigen Wetter der letzten Zeit, waren meine ersten 7 Tage von hochsommerlichen Temperaturen begleitet. Ich hoffe, dass sich das nun die nächste Woche weiter so fortsetzt. Die Prognosen sehen jedenfalls gut aus. Ah ja - wieviel Grad Celsius hat es übrigens in Brighton?

Gewiss kein Problem für die Freunde dieser Seiten.
Bis dann - die Tage!
Ihr Gerhard Stöhr

28.08.2005 >240

(stoe) Neues aus Stützerbach....
Dieser Tage ist die von mir schon im vergangenen Jahr angekündigte Schrift von Dietrich Kühn, "Franz Ferdinand Greiner und das Haus >Deutscher Kaiser< in Stützerbach", erschienen.

Dietrich Kühn setzt sich darin kritisch mit den historischen Aussagen von Ernst Löber aus dem Jahre 1926 auseinander. Löber war schließlich nur für 2 Jahre, von 1896-98, Pfarrvikar in Stützerbach. Wesentlich authentischer erscheint hier eine Chronik von Karl Harnisch (1868-1929) zu sein. Er war Kantor auf der weimarschen Seite und hatte Gelegenheit die Witwe des glücklosen Nachfolgers Emil Reinmann in ihren späten Jahren (gest. 1901) zu betreuen.

Interessant schlußendlich seine Zusammenfassung auf Seite 21ff, die den derzeitigen aktuellen Stand der "F.F. Greiner-Forschung", an Hand von belegbaren Fakten beeinhaltet.
Die Broschüre ist erhältlich beim Heimat- und Geschichtsverein 98714 Stützerbach,
T. 036784-58295

P.S. Ich mache jetzt die nächsten 14 Tage Urlaub! Sollten Sie in der Zeit nichts mehr von mir hören, hat's mit meinem IT-Zugang nicht geklappt!


24.08.2005

 

(stoe) Gute Kontakte sind heute mehr denn je wichtig....

Liebe FaW-Freunde, da die Mitgliedschaft in unserer Gemeinschaft weitgehend anonym ist, kennen wir von Ihnen in den meisten Fällen nur den Namen und Ihre Emailadresse. Für uns ist dies daher die einzige Möglichkeit mit Ihnen in Verbindung zu treten.

Bitte teilen Sie uns deshalb Änderungen derselben immer gleich umgehend mit!


21.08.2005 (stoe) Jetzt Teil 2 - Wir fotografieren im Nahbereich...
Vor einigen Wochen hatte ich Ihnen den ersten Teil meines Berichts, "Wir fotografieren unsere Wetterinstrumente", vorgestellt. Dabei ging es in erster Linie um die schon etwas größeren Wandinstrumente. Es wurde gezeigt, wie Sie mit einer wirklich preisgünstigen Lösung zu guten Bildern kommen können. Viel schwieriger ist es aber unsere kleineren Instrumente oder Details davon ins rechte Licht zu rücken.

Teil 2 - "Wir fotografieren im Nahbereich..." befasst sich daher genau mit diesem Problem und gibt Ihnen wieder Tipps aus der Praxis, wie Sie auf improvisierte Weise erfolgreich sein können.
Aber es wird auch eine sehr empfehlenswerte, semiprofessionelle Lösung vorgestellt, die Ihnen jegliche Improvisation abnimmt und auf Anhieb professionelle Resultate liefert. Schauen Sie einfach mal rein! Jeweils im "Einführungsbereich der einzelnen Ressorts".

17.08.2005 (stoe) Emaille oder Email...?
Schreibt man es nun Emaille oder Email. Der neue Duden lässt beides zu. Um in den Suchmaschinen eine Verwechslung mit der "elektronischen Post" zu vermeiden, schreibe ich es als "Emaille" = "emaillieren".

14.08.2005 >226

(stoe) Nochmals Emaille....
Angeregt durch meine Recherchen für die NEWS vom 10.07.2005, habe ich die letzten Tage in einem fremden Sammelgebiet gestöbert.

Dabei war ich auf der Suche nach alter Barometer- und Thermometerwerbung.
Die Freunde alter Werbe- und Reklameschilder sind im Internet in großer Zahl präsent und so habe ich mich durch die einzelnen Websites regelrecht hindurchgearbeitet. Dabei muss ich eingestehen, dass für mich von dieser zeitgenössischer Werbegrafik ein ganz besonderer, nostalgischer Reiz ausgeht. Auf diese Weise habe ich viele schöne Reklameschilder gesehen, auch einige begehrenswerte Emaille-Thermometer darunter, aber schöne alte Emailleschild-Barometer suchte ich dort vergebens.

Da findet sich in meiner "Fundgrube.datei" wieder einmal mehr. Das letzte Mal habe ich Ihnen daraus einige schöne Thermometer präsentiert, heute sollen es Barometer sein.
Es sind alles Fotos aus Ebay-Auktionen der letzten Jahre, leider in leicht unterschiedlicher Qualität. Den anonymen Fotografen möchte ich an dieser Stelle Dank sagen und bitte um ihr Verständnis!


10.08.2005

(stoe) Eine interessante Auktion in Ebay....
Dieser Tage stand in Ebay unter der LotNr. 5015493395 eine seltene Uhr-Barometer-Kombination zur Auktion. Eine große Taschenuhr mit zwei halbkugelförmigen Glashälften auf der Zifferblatt- und Werkseite, sowie Baroanzeige durch das Minutenrad. Eine frz. Kugeluhr mit Barometer, d= 10cm.

Stoe war natürlich auch interessiert, jedoch nicht bereit mehr als 1.415,00 EURO anzulegen. Als Höchstgebot wurden aber 1.425,00 erzielt. Nun müssen Sie sich das seltene Stück eben auf unserer NEWS-Seite anschauen!

 


07.08.2005

 

(stoe) Urlaubszeit ist Lesezeit....
Ich habe mir zu meiner diesjährigen Urlaubslektüre eine Biografie von John Whitehurst (1713-88) ausgewählt. Sie erinnern sich, die Whitehursts aus Derby waren eine ganze Uhrmacherdynastie, die ihre Wurzeln im 17.Jh. hatten und deren Geschäfte über drei Generationen hinweg vom Vater an den Sohn vererbt wurden. Dabei hießen Vater und Sohn jeweils mit Vornamen "John", was heute beim Datieren manchmal für etwas Verwirrung sorgt und es notwendig macht, sie in John römisch I-III zu unterscheiden. Ihre Produkte, Uhren und feine Barometer (auch Diagonalbarometer) haben Sie überlebt und sorgen heute noch für höchste Anerkennung.

Klar, dass das Buch eindeutig "uhrenlastig" ist, aber so waren sie eben die Ursprünge der Barometrie im 17. und 18. Jahrhundert. Das Buch, 272 S. in englisch, erschien schon 1996 bei Marfield Books: Maxwell Craven - John Whitehurst of Derby (1733-1788) - ISBN 0 9523270 3 1

04.08.2005

(stoe) Haben Sie schon mal etwas von einem "Riesmir - Barometer" gehört?
Ich nicht! Ein solches wird aber zur Zeit in Ebay unter der Lot Nr. 6198414981 angeboten. Das Angebot selbst ist reich und gut bebildert, sodass man sich sehr wohl vorstellen kann, was einem nach dem Erwerb erwartet. Mit Sicherheit ein äußerst rares Instrument, das zu den "verkürzten Flüssigkeits-Gasbarometern" gehört und mit neigbarer Kapillare in fast horizontaler Lage zum Einsatz kam.

W.E.K. Middleton verliert in seinem Werk "History of the Barometer" leider keine Zeile darüber. Es ist ihm bei seinen Recherchen völlig entgangen und auch sonst ist es in der Literatur unbekannt. Trotzdem wurde es offensichtlich von F. Darton & Co. - London, in England, den USA und Deutschland patentiert und exclusiv vertrieben. Die Patentnummern sind angeführt. Francis Darton arbeitete von 1834-1900. Da das deutsche "Kaiserliche Patentamt" im Jahre 1877 gegründet wurde, kann man das Barometer zeitlich somit ins letzte Quartal des 19.Jh. einordnen.

Wie aber sollte es funktionieren? Ein Einblick in die Patentschrift wäre da ganz sicher hilfreich. Meine diesbezügliche Anfrage an die amerik. Patentbehörde war aber leider eine "Fehlanzeige". Unter der angegebenen Patentnr. findet sich eine Patentschrift für die Befestigung eines Fahrrad-Tretlagers. Bleibt noch eine Anfrage an das Britische Patentamt oder gleich an die
Firma F. Darton & Co. Ltd.
die noch heute existiert. Mal sehen!


01.08.2005 (stoe) It's summertime....
in den diversen Auktionshäusern und auch bei Ebay scheint sich nun endgültig die diesjährige Sommer-Lethargie ausgebreitet zu haben. Es ist nicht mehr viel los.

Lediglich bei Bonhams findet sich am 25.08.2005 in Edinburgh, Auktion 11788, mit LOT 815, noch ein interessantes Winkelbarometer von Balthasar Knie im Angebot. Datiert um 1782, wird ein Estimate von 3.000 bis 5.000 GBP genannt. Viele sind da noch im Urlaub, vielleicht wird es ja günstig! P.S. Das Instrument wurde für 3.290 GBP + Steuer verkauft!

Ansonsten wünschen wir natürlich allen unseren Freunden erholsame Urlaubstage und das dazu passende Wetter!

28.07.2005 >209 (stoe) Jetzt haben wir es schriftlich...
die in meiner NEWS vom 20.07.d.M. abgebildete Punze [ J.R.(new) ] ist zweifelsfrei "Jules Richard" zuzuordnen.
Dies bestätigte mir das "Haus Jules Richard Instruments aus Argentieul" auf Anfrage, in einer Email v. 27.07.2005. Damit wird meine bisherige Vermutung erhärtet. Neue und anders lautende Behauptungen sind falsch und entbehren jeglicher Grundlage!

27.07.2005

(stoe) Ein neues Barometermuseum in Belgien....?
Soeben hat mich ein FaW-Freund darauf aufmerksam gemacht, dass sich unter der URL: http://www.barometermuseum.be ein neues Barometermuseum formiert hat.
Tatsächlich findet man unter der genannten Adresse Aktivitäten, die diesen Eindruck bestätigen.

Eröffnet wurde es am 11.06.2005. Es sind dies Bemühungen der Firma Denis Dingens, die sich als Produzent von Barometer-Reproduktionen und modernen Flüssigkeitsbarometern, gleichwohl aber auch als Großhändler für moderne Wettergeräte-Erzeugnisse etabliert hat.
Die Firma Dingens entwickelte sich aus einer Glasbläserwerkstatt heraus, so dass auch heute noch Reparaturen und Restaurationen historischer Instrumente dort zum Alltag gehören. Offensichtlich hat man sich jetzt an seine beruflichen Wurzeln erinnert.

Was das "Museum" angeht, so lässt sich aus der Ferne, an Hand nur weniger Bilder auf der Homepage, nicht viel sagen. Es bleibt abzuwarten ob das Museum als solches eigenständig den "Historischen Instrumenten" vorbehalten ist, oder ob es nur eine Marketing-Initiative innerhalb des Ausstellungsraumes ist. Wenn Sie in der Nähe wohnen, schauen Sie am besten gleich mal dort vorbei und schildern uns Ihre Eindrücke! Hier die Adresse:
Dingens Barometers - Genebroekstraat 94 - B-8581 Beverlo-Beringen
.


24.07.2005 >204

(sto) Emil Scholz - Hamburg 22 - Marschnerstr. 11 - 13
das "springende Pferd", als Schutzmarke der Scholz-Produkte, fällt dem aufmerksamen Sammler innerhalb Ebay des öfteren ins Auge.
Dieser Tage gelangte ich an einen alten Geschäftsbrief der Firma Scholz aus dem Jahre 1921, mit gestochener Fabrikansicht im Briefkopf und eigenhändiger Unterschrift des Firmengründers.

Weiter lässt sich daraus erkennen, dass die Fertigungsschwerpunkte offensichtlich bei den Barometern und Hygrometern lagen und es sich hier einst um ein ganz beachtliches Unternehmen der Branche gehandelt haben muss. Wer weiß mehr?

20.07.2005 >201

 

 

(stoe) Komplett verdreht.....?

Herr Sager hat sich auf seiner Homepage Historische Barometer" jede Menge Mühe gemacht und alle Ihm zur Verfügung stehenden Bourdon-Barometer detailliert fotografiert und auf einer Extraseite präsentiert.

Ein Großteil dieser Instrumente war schon Gegenstand unserer Matrix, die im Dezember 2005 als Grundlage zu meiner Arbeit über "Eugène Bourdon und seine Metallbarometer" diente. Einige sind neu hinzu gekommen.

Schaut man die Arbeit von Herrn Sager durch und fragt sich nach dem Grund dieses enormen Aufwands, so erfährt man schließlich, dass es die von mir als [J.R. (new)] bezeichnete Punze ist, die Ihn zu dieser Fleißarbeit anregte. Er anerkennt sie, die "neue Jules Richard-Punze", nicht als dem Hause Richard zugehörig, da sie seiner Meinung nach, "zu stark von dem ihm bekannten Richard-LOGO abweicht und einer genaueren Betrachtung deshalb nicht stand hält." So sein Kommentar!

Dies halte ich nicht erst seit heute für vermutlich falsch.
Wäre es denn so, dann wären nahezu alle auf dem Markt verfügbaren Bourdonbarometer, die nach 1871, dem Zeitpunkt der Übergabe des Betriebes an den Sohn Jules, gefertigt wurden, nicht aus dem Hause Richard. Von wem aber sonst?

Außerdem lässt sich durch drehen der Sager´schen Punzen um 180 Grad, die Übereinstimmung mit dem vielleicht in späteren Jahren nachgezeichneten Richard-Logo, möglicherweise verbessern. Schließlich was soll's. Solche Punzen unterliegen zeitlichen Veränderungen. Sie werden mechanisch beansprucht, ungleich eingeschlagen, dann nachgearbeitet, geschärft, neu gefertigt. All das führt mit der Zeit zu einem langsamen Wandel im Erscheinungsbild!
Wir haben nachgefragt, siehe dazu unsere NEWS vom 28.07.2005!


Herr Sager hat aber eine vierte JR-Punze entdeckt, die uns im Dezember 2005 noch nicht bekannt war. Er liest sie als F.R. für Félix Richard mit 2 Unterstrichen. Ich würde sie dagegen zu den [ J.R. (old) ] Punzen einordnen. Was es mit den beiden Unterstrichen für eine Bewandtnis hat, ist bis jetzt noch ungeklärt. Vielleicht wurde sie später, evtl. nach einer Reparatur eingeschlagen?


Im übrigen habe ich meine Matrix ergänzt, sie umfasst mittlerweile 29 Instrumente und kann ab sofort ausgedruckt
werden!

 


17.07.2005 >198

 

(stoe) Wie stellt man dieses Barometer ein...?
Klar, dass wir zwischenzeitlich Herrn Breiter dabei helfen konnten. Eine unserer leichtesten Übungen. Unglaublich, was doch eine solch banale Frage für eine Verwirrung stiften kann und das selbst unter Berufsgruppen, die eigentlich mit der Thematik vertraut sein müssten..

Die Firma Gebrüder Winter in Jungingen kannte immerhin unsere Homepage und konnte somit die Odyssee glücklich beenden. Gut so!

Müsste man Noten verteilen, so erhielte der "Deutsche Wetterdienst" für seine Auskunft die Note "1", während der "Flugwetterdienst" sich mit der Note "2" begnügen müsste. Zum übrigen Rest enthalte ich mich lieber des Kommentars.
Ich konnte mir ein Schmunzeln nicht verkneifen und wünsche viel Vergnügen bei der Lektüre!

10.07.2005 >190

(stoe) Emaille-Werbethermometer...
Schöne, alte Reklame-Thermometer, lackiert oder emailliert, sind hierzulande relativ selten zu finden. Die klassischen Länder hierfür sind Frankreich und die USA. Thermometer von jenseits des Atlantik sind aber in der Regel mit einer Fahrenheitskala belegt, was ihren Nutzen bei uns in Zentraleuropa leider stark einschränkt.
Die Franzosen dagegen verwendeten traditionell oft kombinierte Reaumur- und Centigradeskalen. Letztere lassen sich auch heute noch bestimmungsgemäß verwenden. Die Emaillierkunst hat dort, besonders in der Gegend von Limoges, seit dem 17.Jahrhundert eine große Tradition. So vergesse ich nicht, regelmäßig auch einen Blick in Ebay-France zu werfen und sammle besonders schöne und gut erhaltene Exemplare in meiner "Fundgrube.datei". In der Anlage finden Sie einige besonders attraktive Beispiele aus dem letzten halben Jahr.

Es gibt sie abgestuft bis ca. 1,2m Länge. Aber auch von 2m langen Exemplaren wurde mir schon berichtet. Dabei ist festzustellen, dass auch hier in letzter Zeit die Preise kräftig gestiegen sind und mittlerweile sogar vierstellige Summen für besonders dekorative und rare Exemplare akzeptiert werden. Dabei wird etwas Flugrost an den Kanten eben noch toleriert, Ausplatzer dagegen, manchmal fast nicht zu vermeiden, werden immer mit Preisabschlägen geahndet. Allerdings ist auch eine gewisse Vorsicht angesagt, denn der Markt wird derzeit von einer großen Anzahl Repliken überschwemmt, die den alten Originalen natürlicht nicht das Wasser reichen können.

Literatur findet sich leider nur aus der amerik. Sammlerszene: "Advertising Thermometers" von Merritt Curtis, Paducah 2001, ISBN 1-57432-231-1. Ein franz. Buch ist überfällig!

06.07.2005 >187

(stoe) Wow - wat denn dat ....?
Für Aneroidbarometer in Kombination mit einer Uhr habe ich schon immer ein besonderes Faible, das haben Sie sicher schon bemerkt. Unser Museum zeigt daher mittlerweile schon einen ganz ordentlichen Querschnitt davon. Sie gehörten schon immer zu den exclusiven Geschenken und waren bereits zur Zeit ihrer Entstehung nicht gerade billig.

Vergangene Woche nun erhielt ich eine Mail mit einer Bilderserie, die meinen Adrenalinspiegel mal wieder sprunghaft ansteigen ließ. Das Barometer selbst hatte ich schon einmal in einem der Preisführer gesehen, stand also bereits auf meiner Wunschliste, nur konnte ich es bisher, 20 Jahre lang nirgendwo finden. Jetzt war es also so weit.
Heute habe ich es ausgepackt. Es ist leider, trotz gehobenem Preis, in keinem sehr präsentablen Zustand. So haben einige "Pfuscher" deutliche Spuren daran hinterlassen und das ehemals vergoldete Messinggehäuse musste mal einem kräftigen Druck widerstehen, wobei es schräg verformt wurde.

Von so einem Zustand habe ich eigentlich bisher immer Abstand genommen. Aber was will man in solch einem Fall machen?

Vor allem die Arbeiten am Gehäuse verlangen nach einer erfahrenen, fachkundigen Hand, vielleicht aus dem Bereich der Silberschmiedekunst. Meine Enkelin, die Gold- und Silberschmiedemeisterin ist, winkte gleich ab und verwies mich an die Kollegen, die heute noch manuell Korpuswaren fertigen und reparieren. Davon gibt es aber nur noch sehr Wenige. Den Richtigen muss ich erst noch finden.
Es wird daher noch einige Zeit vergehen, bis das gute, alte Stück wieder in seinem ursprünglichen Glanz erstrahlt. Schade, schade!


01.07.2005 (stoe) Lassen Sie uns das 2. Halbjahr mit etwas Lyrik beginnen....

Ich bin der Graf von Reaumur und hass Euch wie die Schande.
Diehnt nur dem Celsio für und für, Ihr Apostatenbande.
Im Winkel König Fahrenheit hat still sein Mus gegessen,
ach Gott sie war doch schön die Zeit als man nach mir gemessen.

Herr Wolgang Hönle rezitierte spontan auf unserem Messestand in
Stuttgart, aus Galgenlieder III, um 1900, von Christian Morgenstern.


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