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22.12.2003 >356

 

BESINNLICHE WEIHNACHTSFEIERTAGE
UND EINEN SCHWUNGVOLLEN START INS NEUE JAHR!
FÜR SIE PERSÖNLICH NUR DAS ALLERBESTE, GLÜCK UND GESUNDHEIT.


Wir, Ihr FaW-Team, werden auch im nächsten Jahr wieder mit aktuellen und nützlichen Infos für Sie da sein und werden Sie mit neuen, interessanten Bildern überraschen. Dabei sind wir nach wie vor auf die Mithilfe unserer Freunde aus dem In- und Ausland angewiesen, denn ohne deren schönen Instrumenten-Fotos wäre unser virtuelles Museum in dieser großartigen Form nicht möglich.
Deshalb an dieser Stelle ausdrücklich unseren ganz besonderen Dank an Sie, die anonymen Sammler und Informanten. Lassen Sie bitte auch im nächsten Jahr nicht in ihren Anstrengungen nach!
Mit mittlerweile über 600 Wetterinstrumenten, findet unser Museum täglich, weltweit Beachtung, sodass wir in der letzten Woche den 40.000sten Besucher registrieren konnten. Die besten Weihnachtswünsche gehen daher über Europa hinaus, auch nach Übersee.

+++++MERRY CHRISTMAS AND A HAPPY NEW YEAR!+++++

von Ihrem FaW-Team: Jens Heling, Gerhard Schmiegel, Gerhard Stöhr

21.12.2003 >355

(stoe) Rätselhaft, - eine knifflige Aufgabe für die Weihnachtsfeiertage.....
Ich habe ja schon einige "seltsame" Barometer-Zifferblätter gesehen und meistens eine Lösung gefunden. Aber die Skala, die ich dieser Tage in Ebay an einem franz. PHBN-Aneroiden entdeckt habe, ist eine harte Nuss und übertrifft sie alle.

Das Zifferblatt ist englisch beschriftet und es handelt sich um eine "Zoll-Skala". Das einzelne Zoll ist in zehn Teile (1/10 Zoll= 1 Line) unterteilt. Jedes dieser Zehntel verfügt selbst nochmals über 5 Inkremente. So dass ein Inkrement = 1/50 Zoll entspricht. Soweit so gut. Dort wo "Changeable" steht, findet man bei engl. Skalen für gewöhnlich den Wert von 29,5 Zoll= 750mm, entsprechend einem Zollmaß von 25,4mm. Hier aber finden wir den Wert von 24,5 Zoll!

Aha, - eine "absolute Skala", war mein erster Gedanke. Schaut man aber dann in meiner Höhentabelle nach, so steht für einen mittleren Luftdruck von 24,5 Zoll = 622 mmHg, eine dazu passende Ortshöhe von 1660 m ü.NN. Das ist dann etwa die Höhe von Zermatt/CH und somit eine recht ungewöhnlich hohe Wohnlage. Dafür extra eine Baroskala zu fertigen? Das kann ich mir eigentlich nicht recht vorstellen. Zudem wurde dies Problem zumeist mit einer drehbaren Skala gelöst.

Andersherum, könnte es sich aber auch um ein abweichendes Zollmaß handeln. Rechnen wir mal: 750mm / 24,5", das ergibt 30,6mm für das Zoll. Meine Tabelle der europäischen Zollmaße weist aber als längstes Zollmaß überhaupt, 30,0 mm für das Schweizer Zoll aus. Unser Wert liegt somit 0,6mm zu hoch. Rechnen wir mit dem kontinentalen Wert für "Veränderlich" = 760mm / 24,5", so erhalten wir 31,02mm für das Zoll. Das geht noch viel weiter daneben.


Vielleicht also doch ein "Höhenbarometer"?

Meine Frage deshalb heute an unsere Besucher: Haben Sie vielleicht eine plausible Erklärung für den Einsatzort dieses Barometers?


17.12.2003 (stoe)"Blauer Rahmen" für unsere Neuzugänge...
Auf Anregung eines "FaW-Freundes" hin, werde ich ab sofort die Vorschaubilder der Neuzugänge für unser Museum, für eine gewisse Zeit, mit einem "blauen Rahmen" kennzeichnen. Sie tun sich damit beim Aufsuchen unserer "Neuheiten" leichter.

13.12.2003 (stoe) Mal eben kurz über die Grenze......
Heute war ich auf einem Kurztrip in Zürich. Das sind von mir aus in einer Richtung ca. 2,5 Stunden Fahrzeit und ist daher an einem Tag gut zu realisieren. Dort findet jedes Jahr kurz vor Weihnachten, in den Messehallen ein großer Antiquitäten- und Sammlermarkt statt, der sich für Schweizer und Süddeutsche Antiquitätenfreunde unbedingt zu besuchen lohnt.
Das Angebot ist riesig (3 Messehallen), dabei gibt es praktisch kein Sammelgebiet, dass dort nicht bedient wird. So war ich heute regelrecht erschlagen von der Fülle des Angebotenen. Dabei ist die Auswahl groß und überdurchschnittlich qualitätvoll. Die Preise in der Schweiz sind bedingt durch den Wechselkurs zwar eher etwas gehoben, aber in Anbetracht der Qualität, immer noch angemessen.

Für die "Freunde der wissenschaftlichen Instrumente" ist dort seit Jahren Herr M. Perret vor Ort. Er widmet sich neben alten Instrumenten der Medizin, Physik, Fotografie und Optik, auch den meteorologischen Instrumenten und hält an seinem Stand immer eine interessante Auswahl bereit. Ich werde Sie daher nächstes Jahr rechtzeitig an diesen Termin erinnern.

10.12.2003 >344

(stoe) 36er-Skala..........alles klar?
Wenn von einer "36er-Skala" die Rede ist, dann scheint für die Fachleute alles klar zu sein. Aber selbst erfahrene "Barometerfreaks", schauen sich in solchen Fällen oftmals betreten an und nicken sicherheitshalber mit dem Kopf, in der Hoffnung, es bittet sie niemand um eine diesbezügliche Erklärung. Dabei ist es wirklich keine Schande noch nie davon gehört zu haben, denn es handelt sich hierbei um eine typisch Niederländische Angelegenheit!

Holland ist, wie wir alle wissen die "Heimat der Bakbarometer". Die "Bak", damit ist die, für diese Art von Barometer so typische rechteckige Gefäßabdeckung in Form eines "schön ausgeformten Kästchens", am Fußende des Barometers gemeint.

Wir unterscheiden hier das einfache Gefäß- oder "Bakbarometer" und das "Kontra-Bakbarometer". Sehr oft, insbesondere bei den späteren Instrumenten, findet man jedoch beide Systeme auf einem Korpus. Christian Huygens (1629-1695) erfand das Kontra-System im Jahre 1672, um eine Verbesserung der Anzeige, durch eine Erweiterung der Skala zu erreichen. Dieser Barometertyp wurde daraufhin in seinem Land, im 18. und bis weit hinein ins 19.Jh., in großer Anzahl gebaut. So könnte man die Niederlande auch zugleich als das "Land der Kontrabarometer" bezeichnen.

Eine Besonderheit all dieser holländischen Barometer findet sich auf den meist sehr kunstvoll gravierten und ziselierten Skalen. Vorwiegend in Zinn ausgeführt, ist die kurze Skala des Gefäßbaros fast immer zweigeteilt (in englischen und rheinländischen Zoll), wogegen die lange Skala des Kontrasystems allein in englischen Zoll ausgeführt ist.

Schaut man sich diese "Englischen Skalen" genauer an
, so umfassen sie zumeist einen Bereich von 3 Zoll (von 28 bis 31 Zoll), wobei jedes engl. Zoll (hier als duodezimales System!), nochmals in 12 "Linien" unterteilt ist. Macht also bei 3 Zoll = 3x 12"' = 36"' = 36 Linien.
Schon haben wir die "36er-Teilung" und die Angelegenheit ist bis hierher auch eigentlich ganz einfach.
Das Besondere ist nun, dass die Holländer auf der speziellen "36er-Skala" ihr "Veranderlyk" nicht wie die Engländer in der Mitte, bei 29 6/12 Zoll = 750mm, sondern bei 29 8/12 Zoll = 753,5mm eingerichtet haben. Das führt dazu, dass die Unterteilung asymmetrisch wird. Gezählt wird dann von Veranderlyk = 29 8/12" = 0 aus, 16 Inkremente (Linien) nach oben und 20 nach unten, was die Umrechnung etwas erschwert. Die Teilung ist daher entsprechend skaliert.
Werden z.B. -14 Linien abgelesen, so führt das zu: 29 8/12" - 1 2/12" = 28 6/12" = 28,5 engl. Zoll.
Achten Sie deshalb bitte mal auf diese Besonderheit, wenn Sie demnächst vor einem holländischen Bak-Barometer stehen!

05.12.2003 >339

(stoe) Weather Star Nr. 2
Auf der PAN 2003 in Amsterdam, wird vom 7. bis 14. Dezember, ein ganz einmaliges Rokoko-Barometer-Kompendium bei den Barometerfreunden für eine kleine Sensation sorgen.
Es befindet sich auf dem Messestand der Firma Fontijn Antiek aus Purmerend. Ich habe es für Sie vor einigen Tagen auf der Fontijn-Homepage entdeckt und gleich zum "Star Nr. 2" gekürt. Herr M. Fontijn stellt es dort, mit einer ausführlichen, in holländischer Sprache verfassten Beschreibung vor, die sich über weite Strecken hinweg mit dem "Niederländischen Rokoko" beschäftigt. Diese Ausführungen würden hier zu weit führen, deshalb lasse ich sie weg und gehe gleich zu den technischen Dingen:

"Es handelt sich hier um ein um 1770 hergestelltes Barometer-Kompendium mit versilberten Messingskalen, Signatur: Bianchi und Comp., fecit Amsterdam, in dessen Mitte sich ein Spiegel befindet. Was an diesem Stück das Besondere ausmacht, ist die Anordnung von sechs verschiedenen Barometersystemen auf einem einzelnen Korpus.
Zusammen mit dem traditionellen, einfachen Gefäßbarometer nach Torricelli, sind noch wichtige, alternative Systeme vorhanden. Diese, die Skalen vergrößernde Systeme, wurden nach dem torricellischen Versuch von 1643/44 entwickelt.

Das "einfache Gefäßbarometer" befindet sich unmittelbar rechts neben dem Spiegel und hat zwei Skalen, die Linke ist in englischen Zoll und zwar als 36er-Skala geteilt, die Rechte ist als Duodezimale in rheinländischen Zoll geteilt, mit einem Messing-Tendenzzeiger. Auch das "Kontrabarometer nach Huygens", rechts neben dem einfachen Gefäßbarometer, hat einen Tendenzanzeiger und ist ebenfalls eine 36er-Teilung. Dies ist abermals der Fall bei dem "Diagonalbarometer nach Morland", links neben dem Spiegel bis hinauf in den Kopfteil des Korpus und dann, das noch viel seltenere, "rechtwinklige Barometer nach Cassini", es ist unten am Korpus angebracht. Zwischen den Systemen von Jean Dominique Cassini und Samuel Morland findet sich dann noch die niederländische Version des Multipelsystems bzw. des "verkürzten Barometers nach Amontons", wieder mit 36er-Teilung und englischen Zoll. Oben über dem Spiegel sehen wir dann noch ein Zifferblatt, das zu einem Barometer nach dem hook'schen Prinzip gehört, in Fachkreisen auch als "Radbarometer" bekannt, ebenfalls mit 36er-Teilung. Die Quecksilberröhre des hook'schen Systems ist hinter dem Korpus angebracht und durch einen langen Kasten geschützt. Die Rohre, sowohl des einfachen Gefäßbarometers, sowie des Diagonalbarometers, sind in so genannte "Prinsendosen" eingesetzt. Dies ist ein besonderes Ausdehnungsgefäß, in dem ein "konstanter Nullpunkt" herrscht. Die Tatsache, dass beide Dosen aus Elfenbein gedreht sind, macht sie so einmalig.
Der Korpus ist aus Eiche, Mahagoni furniert und die gewölbten, rund umlaufenden Randleisten zeigen Unterbrechungen dekorativer Schnitzarbeiten des Rokoko. Ebenso ist die Bekrönung mit Blumenranken asymmetrisch besetzt und zeigt uns das typische Bild des späten holländischen Rokoko. Auch der Spiegel trägt eine Rokoko-Leistenumrandung."
Diese freie Übersetzung besorgte für uns Herr Wilfried Habenicht, dem an dieser Stelle unser besonderer Dank gilt!


Es handelt sich hier also um ein absolutes Einzelstück, das die Frage aufwirft, für welchen Zweck es wohl gebaut wurde? Sechs Barometer auf einem Korpus, die alle den selben Luftdruck anzeigen müssen, machen eigentlich nur Sinn, z.B. als Mustertableau des Herstellers für seine Kunden im Verkaufsraum, oder aber als physikalisches Demonstrationsobjekt in einer Schule oder Universität. Jedenfalls kenne ich bis zum heutigen Tag das "rechtwinklige Barometer nach Cassini", das manches Mal fälschlicherweise auch Herrn J. Bernouilli zugeschrieben wird, nur aus Büchern. Jean Dominique Cassini (1667-1748) war Direktor am Pariser Observatorium und beschrieb dieses Barometer bereits am 03.01.1673 in einem Tagebucheintrag [Ref.72, p.115f]. Es heutzutage auf dem Antiquitätenmarkt an einem Barometer real vorzufinden, ist alleine schon eine Sensation!


03.12.2003 >337

(stoe) Unser größtes Aneroidbarometer...
Die FaW-Seiten werden auch in den Niederlanden stark beachtet und wir freuen uns darüber natürlich sehr. So hat sich vor einigen Tagen ein weiterer, niederländischer Barofreund bei mir gemeldet. Gemeinsam mit seiner Frau sammelt er Möbel und Kunst und komplettiert sein Interieur jeweils stilgerecht mit schönen Barometern. Unter anderem, besitzt er das größte Aneroidbarometer das mir je begegnet ist. Sie können es ab sofort in unserem Museum bewundern. Gefertigt um 1890, hing es bis 1970, von einem Schutzgehäuse umgeben, an der Außenfassade eines Optikergeschäftes in Dordrecht (siehe Fotos!). Unser Freund konnte es dort vor 10 Jahren vom Nachfolger erwerben.

Hier die beachtlichen Ausmaße des Riesenbaros: Gesamtdurchmesser d= 64,0cm, Skalendurchmesser d= 48,0cm, Dicke = 12,0cm, Gewicht 25kg. Das Porzellanzifferblatt trägt niederl. Wetterbemerkungen und ist signiert mit: Wilh. B.A. Günther - Dordrecht. Es besitzt ein offenes Doppeldosenwerk, sowie einen massiven Mahagonikorpus. Ein Herstellerhinweis ist leider nirgendwo zu finden.

Aus einem Katalogblatt der Firma Lufft-Stuttgart, aus den 30-iger Jahren, geht jedoch hervor, dass die größten dort in Serie gefertigten "Schaubarometer", einen Durchmesser von 120cm Durchmesser hatten. Es muss also noch größere Exemplare geben. Insgesamt habe ich aus seiner Kollektion 5 Barometer für unser Museum ausgewählt. Wir bedanken uns und senden herzliche Grüße an die holländ. Grenze!

30.11.2003

(stoe) Gerhard's Weather-Stars....
Unter dieser Bezeichnung möchte ich zukünftig in unregelmäßigen Abständen über außergewöhnliche Wetterinstrumente, die mir bei meinen Exkursionen durch die Weiten des World Wide Webs begegnen, berichten.
Es sind dies Entdeckungen in fernen Museen, fremden Sammlungen, aber auch oftmals in den Schaufenstern von Antiquitätenhändlern, die ihre Verkaufskollektion mittlerweile zeitgemäß im Internet präsentieren.

Es lässt sich dabei nicht vermeiden, dass die Auswahl subjektiv ist und dabei manches Mal überhaupt nicht Ihrem persönlichen Geschmack entsprechen wird. Klicken Sie dann einfach weiter. Viele der solchermaßen "geadelten" Instrumente sind auch nicht käuflich, andere wieder außerhalb normaler Budgets. Es werden aber immer Instrumente sein, die Sie so nicht, oder noch nicht in unserem Museum finden. Es sollen dies, in erster Linie, auch keine Kaufempfehlungen sein, so dass für mich der Zustand, die Originalität und der Preis der vorgestellten Instrumente nicht zur Diskussion steht. Auch müssen Sie wissen, dass ich bei der Auswahl der Objekte unbeeinflusst bin!

Mit dieser zusätzlichen Information möchte ich Sie ganz einfach unterhalten und Ihren Blick schärfen für die enorme Vielfalt, Schönheit und Bandbreite die unsere Sammelobjekte bieten.


Um dem "Copyright" der Urheber Rechnung zu tragen
, werde ich in meinen Kommentaren zumeist mit "Links" arbeiten und bedanke mich schon jetzt für deren Verständnis. Es gibt dadurch aber auch einige "Unwägbarkeiten". Da die Bilddateien nicht in meinem Zugriff liegen, habe ich z.B. auf die Qualität der Fotos keinerlei Einfluss. Dann kann es zu Veränderungen auf der verlinkten Website kommen, so dass ein Link vorübergehend gestört ist, oder dass er plötzlich sogar ins Leere läuft. Lassen Sie mich dies bitte wissen. Im Übrigen gilt das in unserem "Disclaimer" gesagte!


Hier also zu WEATHERSTAR Nr. 1
Unser erstes Instrument findet sich auf der Website von M.S. Rau Antiques in New Orleans. Es ist ein sehr dekoratives frz. Aneroid-Tischbarometer in Ebenholz-Gehäuse, mit reichlich Messing-Applikationen.

Der Korpus ist rechteckig, die Front ist verglast, das Barometer hat ein rundes Zifferblatt, wie wir es von den Holosteric-Barometern her kennen. Es trägt auch ein Firmenlogo, das mir schon einige Male begegnet ist. Leider kann ich es aber noch(?) keinem Hersteller zuordnen. Sicher eine Besonderheit sind die 7 Messingdrehknöpfe, die über Zahnstangen und mit Hilfe einer Zusatzskala, eine graphische Darstellung des wöchentlichen Luftdruckverlaufs erlauben. Abm. 15,3x 21,6x 9,5cm. Ein sehr elegantes Standbarometer! >> Zu Star Nr. 1


P.S. Der Link führt seit einigen Tagen ins Leere. Offensichtlich hat das Instrument einen Käufer gefunden. Wir präsentieren Ihnen daher ein Foto von M.S. Rau
und hoffen auf deren Verständnis! Das Barometer ist übrigens von Antoine Redier! G.S. 21.05.2004
26.11.2003 (stoe) Patentrecherche in den USA........
Es gibt wirklich manchmal Situationen, da fragt man sich, wie das eigentlich war, als es noch kein Internet gab?
Ich habe vergangene Woche nach zähem Ringen in einer Ebay-Auktion obsiegt und für unser Museum eine äußerst frühes und kurioses Aneroidbarometer von Victor Beaumont aus den 60-iger Jahren des 19.Jh. ergattert. Sie werden es bald betrachten können. Bei solch musealen Instrumenten kommt es leider vor, dass sie oftmals nicht mehr ganz taufrisch sind und schon der eine oder andere der Vorbesitzer seine Spuren daran hinterlassen hat. So auch hier.

Das Gehäuse war bereits geöffnet und die Mechanik stellte sich bei der ersten Betrachtung als recht übersichtlich dar. Hoffentlich ist das Werk noch komplett, - war mein erster Gedanke. Mehrere Barometerdosen sind wie bei einem Barographen übereinander angeordnet, aber nirgendwo ist extern eine Spannfeder zu finden, die das Ganze in einem labilen Gleichgewicht halten könnte, wie wir das üblicherweise gewohnt sind. In solch einer Situation wäre natürlich eine Konstruktionszeichnung hilfreich.

Der kundige Barometerfreund greift in dieser Situation zu W.E.K. Middleton's "History of the Barometer", der "Barometerbibel" schlechthin.
An dieser Stelle muss es mal gesagt werden: Es ist für mich immer wieder überraschend und nahezu unglaublich, was dieser Mann in seinen diversen Büchern zu den meteorologischen Instrumenten, an Historie und Fachwissen akribisch zusammengetragen hat. Dabei ist ihm in einer Zeit, wo es gerade mal Telefon gab, weltweit und durch die Jahrhunderte, kaum eine Entwicklung oder ein Fachartikel entgangen. Er wurde 86 Jahre alt und ist 1988 verstorben. Eigenlich gebührt ihm für sein bibliographisches Lebenswerk ein Denkmal gesetzt.

Tatsächlich findet sich auch dieses Mal, auf Seite 464, eine kleiner Hinweis zu einem identischen Barometer, der sich in der Smithsonian-Sammlung [Ref. 120, Fig.25] befindet. Middleton weiß weiter zu berichten, dass V. Beaumont aus der Dampfmaschinen-Branche kommt und dass ihm am 14. Juni 1859 ein Patent unter der Nr. 24365 erteilt wurde. Hoppla - das ist doch schon was! Jetzt brauch ich nur noch ein Fax oder Mail an die Amerikanische Patentbehörde zu senden und mir einen Kopie der Patentschrift anzufordern, die ich dann bis in 3-4 Wochen vorliegen habe.

Weit gefehlt - es geht viel, viel einfacher! Im USA-Patent-Office in New York liegen sämtliche Patentschriften seit 1790(!) digitalisiert vor und das sind mittlerweile Millionen Papierseiten. Loggen Sie sich dort doch bitte mal ein, benützen Sie die "advanced search" und geben Sie bei "Query" die Patent Nummer: PN/24365 ein. Bitte bei "select years"= 1790-1975 einstellen. Sie werden dann aufgefordert den "Images-Button" zu drücken. Damit Ihr Browser aber das Tiff-Bild darstellen kann, muss zuvor noch eine kleines "plug-in" geladen werden. Es ist kostenlos und kinderleicht zu installieren.
Hier der Link: http://patft.uspto.gov/.
Nach 5 Minuten hatte ich auf diese Weise die komplette Patentschrift aus dem Jahre 1859 in Händen. Sagenhaft! Dabei geht es darin nicht direkt um meinen Barometer, sondern das Patent wurde für ein ähnlich aufgebautes Druckmanometer erteilt. Wir werden also weiter sehen müssen.

23.11.2003

(stoe) Physikalische Maßsysteme der letzten zwei Jahrhunderte, im besonderen Hinblick auf die meteorologischen Größen, wie Luftdruck und Temperatur......

Wiederholte Anfragen, die Grundeinheiten von Temperatur und Luftdruck im Wandel der Zeit betreffend, machten es notwendig, mich mit dieser Thematik ausführlicher zu befassen. Dabei bin ich auch noch einmal, da es quasi auf der Wegstrecke lag, "der Fortentwicklung der Meterdefinition nach 1875" nachgegangen. Siehe dazu auch meine frühere Arbeit: "Längenmaße auf Barometerskalen und die Einführung des metrischen Maßsystems". Zu finden in der Loseblattsammlung: "Wissenswertes und Praktisches für Freunde antiker Barometer". >> Literatur/ Bibliographie-Referenzliste.

Grundsätzlich stellen sich dem Sammler, bei der Beschäftigung mit der Materie der Wetterinstrumente sehr rasch folgende, grundsätzliche Fragen:

  1. Wann wurde eigentlich in Deutschland im 19.Jh., in der Meteorologie, die Reaumur-Skala eingeführt?
  2. In welchem Jahr wurden dann im amtl. Wetterbericht, die Temperaturangaben von Reaumur auf Celsius umgestellt?
  3. Wann, wie, wo und von wem, wurde die Einheit "Torr" eingeführt?
  4. Wann wurde in der Meteorologie amtlich von Millimeterquecksilbersäule bzw. Torr auf Millibar umgestellt?
  5. Wann wurde schließlich amtlich von Millibar auf Hektopascal umgestellt?
Nach dem Ausschöpfen der verschiedensten Quellen, konnten nahezu alle Fragen zuverlässig geklärt werden:

zu 1. Es hat sich nach heutiger Erkenntnis, die Verwendung der Reaumurskala in Deutschland, historisch aus dem 18. Jh. heraus entwickelt. Daneben waren dann noch die Fahrenheitskala und die 100-teiligen Centigrad- bzw. Celsiusskalen in Gebrauch. Die drei Skalen wurden dabei regional unterschiedlich häufig verwendet. Die Fahrenheitskala war, wieder nach unserer Erkenntnis, überwiegend im Grenzgebiet zu den Niederlanden gebräuchlich und findet noch heute im englischen Sprachraum Verwendung.
zu 2. Die Umstellung von Reaumur auf Celsius erfolgte nach einer längeren Übergangsphase, zum 01.01.1924.
zu 3. Derzeit noch nicht geklärt!
zu 4. Das "Millibar" wurde von der internationalen Meteorologie und dem Deutschen Wetterdienst (DWD), zum 01.01.1961 eingeführt.
zu 5. Die Umstellung von Millibar auf Hektopascal erfolgte endgültig, zum 01.01.1978.

Lediglich die Einführung der Einheit "Torr" ist momentan noch ungeklärt
. Aber wir werden unsere Augen offen halten und zu gegebener Zeit berichten!

Mein ganz besonderer Dank geht an dieser Stelle an Herrn Dr. Erich Tegeler, Leiter des Fachlabors "Thermometrie" der PTB in Berlin, der einerseits mit seiner "kleinen Anfrage" der Auslöser für diesen Ausflug in die Metrologie war, mir aber dann mit seiner Fachkompetenz und seinen Verbindungen eine große Hilfe war.

Eine Tabelle mit weiteren interessanten Eckdaten und dem Quellenverzeichnis finden Sie in der
pdf.Datei!
19.11.2003 (stoe) Die Vorweihnachtszeit ist die Zeit der großen Antiquitätenmessen. So findet auch heuer wieder, wie in jedem Jahr, vom 07. - 14. Dezember die PAN in Amsterdam statt. Die alten Wetterinstrumente haben dort auf dem Stand von Marco Fontijn, wie auch bei einigen Antik-Uhrenhändlern, einen festen Platz.
Die Messe-Website ist sehr informativ, wenngleich die Katalogsuche momentan leider noch nicht zuverlässig arbeitet.
Wir bitten trotzdem um Beachtung >> Informationen-PAN

16.11.2003 >320

(stoe) Denn Sie wissen nicht was Sie tun. Eine Riesensauerei.....
Ich hab's geahnt und genau so musste es einmal kommen. Dass es ausgerechnet einen unserer Faw-Freunde treffen musste, ist besonders ärgerlich, zeigt aber dass die Dummen nicht aussterben und veranlasst mich nochmals dringend vor den Gefahren im allzu sorglosen Umgang mit Quecksilber zu warnen.

Was war passiert? Unser Freund hatte einen Quecksilberbarometer ersteigert, wobei ersichtlich war, dass das Rohr noch gefüllt war. Vorausschauend hatte er daraufhin den Verkäufer gebeten, dafür Sorge zu tragen, dass das Rohr entweder entleert oder aber sicher verschlossen und das Instrument insgesamt sorgsam verpackt wird.

Was macht der Verkäufer? Er schlägt das Barometergehäuse mit großer, verglaster Fronttür, einfach in Blasenfolie ein, umwickelt das ganze ohne weiteren Umkarton(!!) mit mehreren Lagen braunem Paketband und ab damit zur Post. Nicht einmal der hier gezeigte Warnhinweis war angebracht. Das Ergebnis können Sie sich vorstellen. Beim Öffnen der ersten Lage Paketband rieselte das Quecksilber in breitem Strom über den Tisch auf den Fußboden und verteilte sich gleichmäßig im Raum.
Der Barometerkasten mit der Glastüre war zerbrochen, das Quecksilberrohr zerborsten, der gesamte Inhalt und die Verpackung mit Myriaden von Quecksilberkügelchen kontaminiert. Eigentlich ein Fall für den Staatsanwalt. Wer Gefahrgut so sorglos verschickt, ist für die Folgen voll verantwortlich.

Stellen Sie sich mal vor, der Empfänger hätte das Paket nicht in seiner Werkstatt mit Betonboden, sondern möglicherweise in einer Altbauwohnung mit altem Holzboden, mit Fugen und Ritzen, geöffnet. Eine Komplettsanierung der Wohnung wäre notwendig geworden. Der komplette Fußboden hätte raus gemusst. In der Haut des Ebay-Verkäufers wollte ich dann jedenfalls nicht stecken. Ein solch bodenloser Leichtsinn ist unverantwortlich! Also nochmals in aller Deutlichkeit:

QUECKSILBERBAROMETER VERSCHICKT MAN - BITTE NUR QUECKSILBERFREI!

12.11.2003 (stoe) Das Wetter war schon früher täglicher Gesprächsstoff und ist noch heute ein immer währendes Thema....
Besonders ausgeprägt muss dieses Interesse allerdings in den Jahren ab etwa 1880 bis um 1920 gewesen sein. Seinerzeit wurden in Europa, in Städten und Gemeinden die es sich leisten konnten, "Wettersäulen" aufgestellt (siehe: Wettersäulen in Europa) und für den "Mann von Welt" gab es eine große Anzahl verschiedenster Taschen- und Reisebarometer (engl. pocketbarometer) zu kaufen.

Offensichtlich war die Nachfrage nach solch tragbaren Instrumenten, ganz besonders in England, riesig. Es galt einfach als schick, bei der sonntäglichen Promenade, während der Kur, oder bei der Reise übers Land, ein modisches Taschenbarometer mit sich zu führen und ständig über die aktuellen Wetterbedingungen informiert zu sein.

Rundfunk mit Wettervorhersagen gibt es ja erst seit 1923
!

Je komplizierter umso interessanter. So gab es bald Taschenbarometer mit einer Vielzahl von Zusatzfunktionen. Höhenmesser, Thermometer, Kompass, Pedometer und Neigungsmesser waren gern genutzte zusätzliche Optionen. Auch für die "Dame des Herzens" gab es kleine Barometerchen in Silber oder Gold, die an der Halskette getragen wurden.

Über 200 solcher Taschen- und Reisebarometer hat ein Sammlerfreund von diesen Minibaros zusammengetragen. Seine TOP-30 habe ich vergangenes Wochenende in unser Museum eingestellt.
Wir gratulieren Ihm jedenfalls zu seiner wirklich großartigen Sammlung und bedanken uns ganz herzlich für die überlassenen Fotos!


Damit sind wir jetzt in der Lage, unseren Besuchern über 600 Instrumente zu zeigen.

09.11.2003 >313

(stoe) Ilmenau-Geraberg-Stützerbach-Altenfeld-Geschwenda-Martinroda-Gräfenroda-Ilmenau-Roda
Das sind alles Stationen, die wir auf unserer 3-tägigen Reise besucht haben. Immer auf den Spuren der alten Glasbläser und der Thermometerherstellung.

Es war im Jahre 1830 in Stützerbach. Hier bewarb sich bei dem Müller und Glasperlenmacher Franz Ferdinand Greiner (1808-1855), ein ortsfremder Geselle namens Wilhelm Berkes. Der versuchte jeweils nach Feierabend, mit dem Restglas des Ofens, ein Thermometer vor der Lampe zu blasen, wie er es wohl schon irgendwo vorher gesehen hatte. Die Versuche führten schließlich zum Erfolg und damit zum ersten, in Deutschland industriell gefertigten Thermometer. F.F. Greiner erkannte sofort das geschäftliche Potential, das in dieser Fertigkeit steckte und verstand es daraus innerhalb kürzester Zeit ein respektables Unternehmen aufzubauen. Er legte damit den Grundstein für eine blühende, deutsche Thermometerindustrie im Thüringer Wald. F.F. Greiner verstarb leider recht früh im Jahre 1855 und hinterließ keinen männlichen Erben. So führte sein Schwiegersohn Reimann danach die Geschäfte mit wenig Erfolg weiter und musste um 1870 Konkurs anmelden. Zwischenzeitlich hatten sich jedoch viele kleinere Firmen etabliert, die das Erbe Greiners fortsetzten. Unter anderem im Jahre 1868, eine Firma Ephraim Greiner in "Gundelachs Haus". Ephraim Greiner (1835-1877) war zuvor Geschäftsführer bei F.F. Greiner und verstarb ebenfalls relativ jung im Jahre 1877. Sein Betrieb wurde 1884 durch drei Herren übernommen, die sich die Geschäftsleitung teilten. Bieler, Greiner und Kühn, firmierten noch im Jahre 1905 gemeinsam unter dem traditionsreichen Namen Ephraim Greiner. [Ref.197, p.18ff]

Kennt man nun den geschichtlichen Hintergrund, so lässt sich das bemerkenswerteste Objekt das wir, übrigens an seinem Originalstandort entdeckt haben, zeitlich recht gut einordnen. Es ist ein Winkelbarometer mit Milchglasskalen aus der Werkstatt von Ephraim Greiner und hängt zusammen mit einem ebenfalls sehr schönen Schauthermometer (ca. 1,10m lang) aus der gleichen Hand, im Goethe- und Glasmuseum in Stützerbach. Eine absolute Rarität, denn von dem Barometer sind nur drei Exemplare bekannt. Ein vergleichbares ist im Besitz des Theaters in Oldenburg und in Herrn Habenichts Buch [Ref.80, Abb.101] abgebildet. Ein Drittes soll sich in England befinden. Natürlich habe ich meine Kamera mitgeführt und alle interessanten Objekte, die uns über den Weg liefen, für unsere Website dokumentiert. Das Instrument hängt in einer Vitrine, deshalb ließen sich die Reflexe auf den Fotos leider nicht ganz vermeiden. Drei Außenthermometer aus Glas, zwei davon mit "geätzten Skalen", gehören zu meiner weiteren Fotoausbeute.

"Vielen Dank" , werden Sie jetzt sagen, "- dann brauch ich ja selbst nicht mehr hinzufahren" und können sich bequem in ihrem Sessel zurücklehnen.

Meine Freunde, - so geht's natürlich nicht! Einmal gibt es dort sicher noch sehr viel mehr zu entdecken und zweitens ist der unmittelbare Kontakt mit den Instrumenten, sowie mit Land und Leuten, durch nichts zu ersetzen. Die Region ist wunderschön, die Gastfreundschaft ist enorm und wer gutes Essen zu kleinen Preisen schätzt, kommt in Thüringen auch nicht zu kurz. Dazu noch ein Thermometermuseum, - mal ehrlich, was fehlt Ihnen sonst noch? Ach ja - ein gutes Hotel könnte ich Ihnen auch noch empfehlen. Machen Sie doch nächstes Jahr mal ein paar Tage Urlaub dort!
Das Glasmuseum in Stützerbach macht nun allerdings erst einmal eine Winterpause bis Mai 2004!

Soeben musste ich feststellen, dass von E. Greiner ein 386-seitiger Katalog aus dem Gründungsjahr 1868 existiert. Leider wurde er bis heute vom SMITHSONIAN-INSTITUT noch nicht digitalisiert. Er wäre sicher sehr interessant!

05.11.2003 (stoe) Aus dem Auktionsgeschehen....
Bei Sothebys in Amsterdam kommt am 25.11.03, um 10.00 AM ein außergewöhnliches Fitzroy-Barometer unter den Hammer. Das Estimate liegt bei 1500,- bis 2000.- EUR.
>> Sotheby- Sale AM0907/Lot 105

02.11.2003 >306

(stoe) West trifft Ost, eine wiederholenswerte Reise.....
Ich beobachte schon seit geraumer Zeit mit großem Interesse den Aufbau und die Entwicklung des Deutschen Thermometermuseum in Geraberg/Thüringen. Gilt doch die Region Ilmenau im Thüringer Wald als die Wiege der deutschen Thermometerherstellung. Hier wurden um 1830 herum nachgewiesenermaßen die ersten Thermometer in Deutschland industriell hergestellt. In Folge des großen Bedarfs an Wärmemessern und Laborglas entwickelte sich dort, ab etwa der Mitte des 19.Jh. eine blühende Glasindustrie, die zeitweise bis zu 30000 unterschiedliche Thermometer in ihren Katalogen anbot und die gesamte Region in Lohn und Arbeit setzte. Nahezu im jeden Haus gab es geschickte Glasbläser, die durch Heimarbeit den großen Fabriken zuarbeiteten.
Aber der Boom hielt nicht an. Zwei Weltkriege und ihre Folgen taten das Ihrige. Dann die deutsche Teilung, verbunden mit dem Wegzug einer großen Anzahl namhafter Produzenten in die Region um Kreuzwertheim, verschob erhebliche Teile der Produktion in den Westen. Auch die Wiedervereinigung im Jahre 1989 sorgte nochmals für eine weitere Ausdünnung und ließ nur die gesündesten Betriebe überleben. Hinzu kommt der technische Wandel in den letzten 25 Jahren, hin zur Elektronik, der mit einem gnadenlosen Preiswettbewerb einhergeht. Es sieht daher nicht sehr gut aus für die fleißigen Glasbläser im Thüringer Wald.

In solch einer Phase des allgegenwärtigen Wandels ist es äußerst wichtig, dass es noch Leute gibt, die sich ihren Wurzeln verpflichtet fühlen und bewahren was es zu bewahren gibt. Das durch die Frauengruppe-Geratal im Rahmen einer ABM-Maßnahme realisierte Thermometermuseum ist ein hervorragendes Beispiel dafür.
Den Damen und Herren um Frau Carmen Rux gebührt deshalb unsere allerhöchste Anerkennung!

Schon lange war es mir ein Anliegen dieses Museum zu besuchen. Dass es noch dieses Jahr klappte, habe ich Herrn Heribert Schmitt, Laborleiter der Fa. Geratherm zu verdanken, einem profunden Kenner der Thermometermaterie und zugleich ein exzellenter "Reiseführer". Mit ihm haben wir (Herr W. Habenicht, Herr G. Schmiegel und meine Person) die kleinen Glasbläserorte, regionalen Museen, sowie große und kleine Firmen durchstreift, dabei Interessantes entdecken können und immer eine herzliche Gastfreundschaft erlebt. Dank gebührt auch dem Hause Geratherm.

Ich habe Frau Rux spontan meinen Faksimile-Reprint der "I Saggi di naturali esperienze....... , Florenz 1667", als Geschenk fürs Museum versprochen (kommt die nächsten Tage!). Wenn Sie selbst etwas tun möchten, dann werden Sie doch bitte förderndes Mitglied, oder zweigen vielleicht ein einzelnes, besonders interessantes Thermometer aus ihrer Sammlung, als Leihgabe ab.
Die kleinen Museen haben heutzutage für den Ankauf von Objekten selbst kaum Mittel frei und sind auf solch großzügige Gesten dringend angewiesen.
Wir von den FaW, könnten uns jedenfalls für die Zukunft eine lose Kooperation vorstellen. Man darf deshalb gespannt sein, was sich aus dem ersten Kontakt entwickelt. Schön wäre es, wenn wir eine jährlich wiederkehrende Sternfahrt zu unseren Leihgaben organisieren könnten.
>> Thermometermuseum-Geraberg

25.10.2003 >299

(stoe) Barometrische Wetterregeln.....
Seit es Barometer gibt, hat man versucht, die Zusammenhänge der Schwankungen des Luftdrucks und des Wettergeschehens auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen und einfache Regeln für eine Wettervorhersage zu formulieren. Es verwundert deshalb nicht, dass schon sehr bald die Barometerskalen selbst Hinweise auf das zu erwartende Wettergeschehen trugen. So findet man bereits im 17.Jh. die noch heute gebräuchlichen Skalenbemerkungen: Sturm, Viel Regen, Regen, Veränderlich, beständig, trocken, sehr trocken o.ä. Längerfristige Beobachtungsreihen des Luftdrucks und der weiteren Begleitumstände der Witterung, wie die des Windes, der Temperatur und auch der Luftfeuchtigkeit, brachten dem Beobachter mit der Zeit eine gewisse Erfahrung und Sicherheit für eine persönliche, kurzfristige Wetterprognose der nächsten Tage. Es lag deshalb nahe, diese speziellen Kenntnisse der Wetterfachleute zu sammeln, zu ordnen und in allgemeinen "Wetterregeln" zu formulieren, damit auch der weniger erfahrene Beobachter seine eigene Vorhersage wagen konnte.
Dieser Tage ist mir nun durch Zufall eine solch frühe Tafel mit Wetterregeln durch Ebay in die Hände gelangt, die ich Ihnen unbedingt zeigen möchte. "RULES for foretelling the alteration of the weather, by the Barometer...". Die Regeln basieren lt. Anmerkung im Untertitel auf Erkenntnissen der Herren Dr. Edmond Halley (1656-1742) und John Patrick (1686-1720?) aus London. Der Erste war Astronom, der Zweite ein renommierter Barometermacher. Es handelt sich hierbei um einen Auszug aus einer uns bisher noch unbekannten Publikation des 18.Jh. Das Dokument stammt möglicherweise aus der 1. Hälfte des Jahrhunderts.
Einmal auf der Spur, habe ich diese Thematik dann gleich noch etwas weiter verfolgt. So kann ich Ihnen auch noch eine ältere, sowie einige jüngere Regeltafeln aus meinem Archiv zeigen.

19.10.2003 (stoe) Von der Goldmark zum EURO...
Ich habe es schon wiederholt bemängelt. Die alten Kataloge tragen zu unserem Leidwesen häufig kein Erscheinungsdatum. Das wurde vom Hersteller bewusst weggelassen, da er auf diese Weise sein Druckwerk mehrere Jahre benützen konnte, ohne den Anschein zu erwecken, er handle mit alter Ware. Man darf auch nicht vergessen, dass die Produkte zu Beginn des 20.Jh. keinem so raschen Wandel unterlagen, wie das heutzutage der Fall ist. Änderte sich der Preis, so wurde einfach nur ein neues Preisblatt eingefügt.
Heutzutage stehen wir nun vor dem Problem den Katalog zeitlich einordnen zu müssen. Neben der Gestaltung des Katalogs, der Typografie, oder versteckten Hinweisen im Text ist uns dabei auch die Preisauszeichnung in den Katalogen, ein Indiz. So kann sie je nachdem in Mark = Goldmark (M), Reichsmark (RM) oder Deutsche Mark (DM) erfolgt sein. Wann aber wurde bei uns in Deutschland, nun mit welcher Währung bezahlt? Die Älteren unter uns, und ich meine da in erster Linie die Vorkriegsgeneration, wissen ja meistens noch Bescheid. Für alle diejenigen die es aber nicht, oder nicht mehr so genau wissen, hier eine kurze Repetition. Auf die politischen Umstände tiefer einzugehen würde dabei zu weit führen.
Am 04.12.1871 tritt das Reichsmünzgesetz in Kraft, die Mark wird einheitliches Zahlungsmittel im Reichsgebiet. An Stelle der verschiedenen Währungseinheiten der einzelnen Länder, wie Gulden und Taler, tritt die Goldmark zu 100 Pfennigen als neue Rechnungseinheit. Nach Ende des 1. Weltkrieges führten bei uns in Deutschland die Reparationsleistungen, bei gleichzeitig danieder liegenden Wirtschaftskraft, zu eine inflationären Entwicklung des Geldmarktes. Die Parität zum Dollar stieg dabei ins Uferlose, der Geldwert der Mark verfiel entsprechend. Die Wirtschaft brach zusammen.
Mit Einführung der Übergangswährung "Rentenmark" am 15.11.1923, konnte die Superinflation gestoppt werden. Für eine Billion Mark erhielt man eine Rentenmark. Diese wurde im darauf folgenden Jahr, am 30.08.1924, von der "Reichsmark" eins zu eins abgelöst.
Auch nach Ende des 2. Weltkrieges verfiel der Wert der deutschen Währung abermals. Zur Währungsreform, am 21.06.1948, wurde daher in den drei Westzonen die "Deutsche Mark" eingeführt. Jeder Bürger erhielt 40,- DM. Die Reichsmark wurde im Verhältnis 10:1 umgetauscht. Einige Wochen später zog dann auch die "sowjetisch besetzte Zone" nach. In Deutschlands Osten trat dann 1964 an die Stelle der DM, "die Mark der deutschen Notenbank" und weitere 4 Jahre später die "Mark der DDR".
Im Zuge der Europäisierung wurde schließlich die "Deutsche Mark", gemeinsam mit 12 weiteren Währungen zum 01.01.1999 schrittweise vom "Euro" abgelöst. Der Umrechnungskurs für die DM belief sich auf 1,95583 . Offizielles tägliches Zahlungsmittel wurde der Euro in der Union, wie bekannt zum 01.01.2002, mit den bekannten Übergangsfristen.

14.10.2003

(stoe) Man hält es zwar schwer für möglich, denn einem selbst verbietet es der Anstand und trotzdem ist es wieder einmal passiert.
Unsere Website wird augenscheinlich auch in Chemnitz beachtet. Am dortigen Gymnasium interessiert man sich ganz besonders für unsere "Geschichte der Thermometrie". So weit, - so gut!

An Stelle, dass man einfach einen Link auf unsere Seite schaltet, klaut man den kompletten Inhalt, unterlegt die Seite mit einer eigenen Farbe, fügt natürlich auch unsere Bilder hinzu und stellt alles auf der eigenen Website ein. Einfach so, ohne eine Anfrage, ob uns das vielleicht recht ist oder nicht! Dabei zeigt sich der Herr Programmierer erstaunlich uninformiert. Er sollte sich zumindest einmal bezüglich der Urheberrechte im Internet sachkundig machen!
Ganz klar ein Fall für unsere FaW- Internet-Elster!
>> http://www.schulmodell.de/physik/Alltagsphysik/thermometer/thermometrie.htm
Die beanstandete Seite wurde zwischenzeitlich entfernt!
12.10.2003 (stoe) Der "Virus barometris" und die Vitrine zur rechten Zeit.....
Es fängt im allgemeinen ja ganz harmlos an. Sie entdecken auf dem Flohmarkt oder bei einem Antiquitätenhändler den ersten Barometer der Ihr Herz gewinnt. Natürlich bekommt er einen ausgesuchten Platz in ihrer Wohnung. Aber dabei wird es nicht bleiben, denn schon bald erhält er Gesellschaft von einem zweiten Instrument und einige Wochen später kommt ein Dritter hinzu. Die drei werden nun zu einem Ensemble arrangiert und sehen dabei doch sehr "dekorativ" aus. Der Vierte, schon etwas größer, braucht dann eine eigene Wand gegenüber und so geht es weiter, denn Sie sind vom "Virus barometris" infiziert.

Spätestens wenn die zweite Wand dann ebenfalls gefüllt ist, wird Ihre Frau oder Freundin erste Bedenken anmelden. Denn so kann es ja nicht weitergehen, sie will ja schließlich nicht in einem Museum leben. Also versprechen Sie Besserung. Sie wollen die Wände zukünftig schonen und verlagern ihre Sammelleidenschaft auf kleinere Objekte, die im Regal Platz haben. Aneroid-Dosenbarometer zum Stellen, Pocket- und Reisebarometer, dann und wann ein Hygrometer, Thermometer etc. füllen fortan Fachbrett für Fachbrett. Wetterinstrumente können aber ähnliche Eigenschaften entwickeln, wie Wettergebiete, "sie breiten sich aus". Ein einzelnes Baro in der Küche, mehrere im Arbeitszimmer, zwei im Schlafzimmer und im Flur haben schließlich auch noch zwei schmale Quecksilberbarometer Platz gefunden. Dabei ist es immer noch nicht genug, denn Sie wandern mit wachem Blick durch Ihre Räumlichkeiten und halten Ausschau nach den letzten freien Flächen auf den Fensterbänken zwischen den Blumentöpfen, um auch zukünftige Anschaffungen noch ins richtige Licht rücken zu können.

Spätestes jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, um Ihrer Sammlung einen würdigen Rahmen zu geben. Warten Sie dazu bitte nicht so lange, bis Ihr Partner dabei ist, die Koffer zu packen. Sie benötigen schon vorher eine Möglichkeit Ihre Sammelobjekte möglichst sicher, geordnet und nicht zuletzt als dekorativer Blickfang in die Wohnumgebung zu integrieren. Machen Sie es doch wie die Profis. Eine spezielle Sammlervitrine für Ihre Schätze bietet sich an. Die Industrie hat in den vergangenen Jahren die Nöte von uns Sammlern erkannt und bietet für beinahe jeden Geschmack und Geldbörse passende Lösungen an. Achten Sie dabei gleich auf eine solide Konstruktion, sonst haben Sie die Ausgabe später ein zweites Mal. Und siehe da - der häusliche Frieden ist wieder hergestellt und plötzlich gibt's wieder jede Menge Platz für Neues :-). In diesem Sinne Ihr G.S.

08.10.2003

(stoe) Neues vom Buchmarkt.....
Dass das Standardwerk von W.E.K. Middleton: "History of the Barometer" zum Jahresbeginn als Paperback neu aufgelegt wurde, habe ich schon vermeldet.
Gleiches geschah aber auch einen Monat später mit einem weiteren erfolgreichen Buch aus der gleichnamigen Feder: Sein "History of the Thermometer", erstmals erschienen im Jahre 1966, gibt es mittlerweile ebenfalls von Johns Hopkins Press als Taschenbuch bei jedem Buchhändler oder bei Amazon.com für 19,06 Euro

05.10.2003 (stoe) Zum Thema: Auktionen.....
Man unterscheidet mittlerweile zwischen Katalogauktionen und solchen, für die kein Katalog erstellt wird (z.B. Online-Auktionen). Die Ersteren sind die traditionellen Veranstaltungen, wo das Auktionshaus noch mit dem persönlichen Erscheinen des Bieters zum Auktionstermin rechnet. Ein Katalog, meist mit aufwändigen Studioaufnahmen, dient zur Vorabinformation potentieller Interessenten und soll Kauflaune schaffen. Solch ein Katalog ist daher informativ und meist sehr kunstvoll gestaltet, bedeutet aber für das Auktionshaus auch einen ganz erheblichen zeitlichen und finanziellen Aufwand. So müssen alle Auktionslose (Lots) fotografiert, beschrieben und schließlich ins Katalogformat gebracht werden. Bei den vergleichsweise kleinen Auflagen, ein beachtlicher Service, der natürlich durch die oft nicht gerade geringen Kataloggebühren honoriert werden muss. Manches Mal werden diese aber dann beim späteren Kauf wieder erstattet. Katalogauktionen erfordern jedenfalls immer eine oft mehrmonatige Vorbereitung und sind deshalb relativ schwerfällig. Wer aber schon einmal eine solche Auktion vor Ort miterlebt hat, kann sich ihrem besonderen Reiz sicher nicht mehr so leicht entziehen. Auch wird er die Besichtigungstermine vor der Auktion zu schätzen wissen.

Ganz anders die Online-Auktionen, ausgerichtet auf den schnellen Internet-Buyer. Hier genügt ein entsprechend ausgeklügeltes Auktionsprogramm mit anhängender Datenbank der Auktionsobjekte. Wenn dann der Anlieferer (Verkäufer) sein Objekt noch selbst fotografiert, beschreibt, dann auch selbst einstellt und verschickt, so sind wir bei der reinsten Form der Online-Auktion. Bestes Beispiel hierfür ist z.Zt. Ebay. Dazwischen versuchen sich die traditionellen Auktionshäuser mit verschiedenen Mischformen am Markt zu behaupten. Es werden daher die Katalogauktionen auch mehr und mehr für den Onlinekäufer geöffnet. Auch wurden schon Kooperationen mit Ebay versucht (Sotheby). Hier wird der Katalog oder auch nur die Fotogallerie, etwa vier Wochen vor dem Auktionstermin online verfügbar gemacht. Auf diese Weise können Sie ganz bequem und in Ruhe vom häuslichen Schreibtisch aus mitbieten. Dies kann per schriftlichem Höchstgebot oder bei teureren Objekten auch am Telefon erfolgen.

Bitte beachten Sie dabei: Das "Estimate", mit seinem unteren und oberen Wert, ist der "geschätzte Preisrahmen", worin sich nach Meinung der Experten des Auktionshauses, die Gebote voraussichtlich abspielen werden. Natürlich völlig unverbindlich! Der "Final Bid" ist der Zuschlagspreis für den erfolgreichen Bieter ( Käufer), zu dem dann noch das "Buyers Premium", das ist die Gebühr für das Auktionshaus und gegflls. die Mehrwertsteuer, sowie Versandkosten hinzukommen. Diese erheblichen zusätzl. Kosten sollten Sie keinesfalls außer Acht lassen! Daher bitte vorher über die Höhe genau informieren und die "Auktionsbedingungen" gründlich studieren!

01.10.2003
(stoe) Hier der aktuelle Auktionskalender mit den Terminen für Herbst und Winter 2003, die Auktionen für Barometer und wissenschaftl. Instrumente betreffend:

  • Bonham - London 07.10.2003
  • Dorotheum - Wien 27.10.2003
  • Sotheby - London 16.12.2003
  • Christies - London 17.12.2003

Falls Sie das Ausgefallene lieben, gleich noch ein Geschenktipp zu Weihnachten. Bei Christies kommt am 21.10.2003 ein Fabergé-Thermometer unter den Hammer. Das Estimate liegt bei 20.000,- bis 30.000,- US$ !!
Man darf gespannt sein! ;-) >> Christies-Lot SN1286/149
Der Zuschlag erfolgte bei 23.900,- US$ !!

27.09.2003 >270

(stoe) Vergessen Sie mir die Youngtimer nicht....
Beobachtet man die momentane Barometer-Sammlerszene im Spiegel von Ebay, so ist festzustellen, dass der Schwerpunkt des Interesses bei den Aneroiden bis etwa in die Jahre 1920-25 liegt. Alles stürzt sich, auf die Holosteric-Dosenbarometer, die Taschenbarometer und das riesige Angebot der "Geschnitzten" und treibt sich gegenseitig die Preise in die Höhe. Kaum eingestellt sind schon X Gebote drauf.
Natürlich sind das die Modelle, die als "Grundstock" in keiner Sammlung fehlen sollten. Aber richten Sie doch auch einmal ihren Augenmerk auf die etwas jüngeren Jahrgänge.
Auch in der Zeit nach 1930, bis etwa 1970, wurden noch schöne und qualitätvolle Barometer gefertigt, die es lohnt zu bewahren. Die Korpusse wurden oftmals nur in relativ kleinen Serien aus Massivholz gefertigt. Vor allem Nussbaum, Walnusswurzel oder Obstbaumhölzer in feinster Verarbeitung fallen hier auf. Das schlichte, klassische Design des Art Deco hebt sich dabei sehr wohltuend von dem Schnitzwerk davor ab. Formgläser in vielen Varianten, mit ebensolchen Zifferblättern, von verchromten Rahmen gehalten, machen den Abschied von den meist runden Gläsern mit den Messingrändern leicht. Qualitätvolle Einzelstücke aus jener Zeit, aufwendig poliert oder mit zusätzlichen Applikationen. vertragen sich zudem auch gut mit modernem Wohnambiente.
Sie sehen schon, ich meine natürlich nicht die Massenware, die es auch in diesen Jahren mehr als genug gegeben hat, sondern die Einzelstücke für den Kenner.
Mein Tipp daher - verhalten Sie sich antizyklisch, halten Sie die Augen auf und kaufen Sie solange es die Andern noch nicht tun!

21.09.2003

UIT DE LUCHT GEGREPEN
Weerkunde in Nederland 10 oktober 2003 t/m 7 maart 2004 Met historische topvoorwerpen van beroemde Nederlandse meteorologen geeft de tentoonstelling een kijk op de geschiedenis van de weerkunde. Ook dagelijkse en opmerkelijke verschijnselen, zoals regenbogen, windhozen en bijzondere wolken, komen aan bod. De bezoeker kan aan de hand van spelletjes wind, temperatuur, neerslag en luchtdruk bestuderen. Maatschappelijke kwesties als het broeikaseffect en de klimaatveranderingen ontbreken natuurlijk niet. Want het weer blijkt misschien meer dan ooit van invloed op ons leven.

Herr Rose aus Schiedam hat uns soeben darüber informiert, dass vom 10.10.2003 bis 07.03.2004 das Museum Boerhaave in Leiden, eine für uns möglicherweise sehr interessante Ausstellung zeigen wird. "Aus der Luft gegriffen" thematisiert die Wetterkunde in den Niederlanden in den letzten 300 Jahren. Bleibt zu hoffen, dass die Instrumente nicht zu kurz kommen. Es gibt aber einen 32-seitigen Katalog, sodass man sich vorab informieren kann. Wir bedanken uns herzlich für die Info.
>> http://www.museumboerhaave.nl


14.09.2003 >257

(stoe) Urlaubsnachlese - Bauernhausmuseum Ödenwaldstetten...
Selten kann man noch heutzutage unsere Barometer in ihrer zeitgenössischen Umgebung betrachten. Einige Museen bemühen sich zwar um mehr Realität in den Präsentationen, indem sie für besondere Ausstellungen, von ihren Dekorateuren kunstvolle, manchmal lebensgroße Dioramen bauen lassen. Sicher eine Möglichkeit. Aber es geht weit wirklichkeitsnaher, wenn geschichtsbewusste Bürger es zu verhindern wissen, dass traditionsreiche Bürger- oder Bauernhäuser einfach abgerissen werden.

So geschehen im schwäbischen Ödenwaldstetten, einer Teilgemeinde von Hohenstein. Der Besucher betritt das Haus und den original eingerichteten Haushalt der Familie Rauscher, dort wohnhaft ab der Zeit des dreißigjährigen Krieges. Das Haus ist zweigeteilt. Den hinteren Teil bewohnten die Eltern des Jungbauern. Die Einrichtung und Küche entspricht dort der Zeit um 1780, wogegen der vordere Teil den Wohngeschmack zu Beginn des 19.Jh. zeigt. Bei den Rauschers handelte es sich, für schwäbische Verhältnisse, um wohlhabende Bauern.
Das zeigt sich einmal daran, dass das Wohnhaus separat vom Wirtschaftsteil stand, was absolut ungewöhnlich ist. Aber auch die Öfen und übrige Einrichtung ließen zur damaliger Zeit nichts zu wünschen übrig. Sogar zwei Quecksilber-Barometer sind vorhanden. Leider etwas ungepflegt!

06.09.2003 >249

(stoe) Ich hatte mir vorgenommen während meines diesjährigen Jahresurlaubs, den wir in unserer Region verbrachten, mal die kleinen Heimat- und Stadtmuseen in der näheren Umgebung zu besuchen. Dies kann ich nur empfehlen, denn es lohnt sich. Es muss ja auch nicht unbedingt im Urlaub sein, ein regnerisches Wochenende tut es auch. Man kann hier in längst vergangene Zeiten eintauchen und manchmal Erstaunliches entdecken.
So war ich dieser Tage in der Städt. Galerie in Albstadt, da wird zur Zeit eine Sonderausstellung zur Plakatkunst der Jahrhundertwende 1889-1914 gezeigt (noch bis zum 12.10.03). Herrliche, großformatige Original-Werbeplakate preisen die Produkte, Dienstleistungen und Vergnügungen, wie Theater und Varietes unserer Vorfahren vor 100 Jahren an. Jugenstil-Kalligraphie vom Feinsten. Leider war kein Plakat dabei, das ein Wetterinstrument beworben hätte.

Aber 15km weiter in Onstmettingen, einer Teilgemeinde von Albstadt, wurde ich dann fündig. Hier verbrachte Philipp Matthäus Hahn (1739-1790), Theologe und Mechanikus seine produktivste Lebensphase. Zusammen mit dem gleichaltrigen Lehrer Gottfried Schaudt (1739-1809), der über die notwendigen feinmechanischen Fähigkeiten verfügte, fertigten beide "Himmelsmaschinen". Komplizierte Uhrwerke, die neben der Uhrzeit eine Vielzahl von zusätzlichen Funktionen (Komplikationen) anzeigen und mittels Planetarium und Himmelsglobus auch darstellen konnten. Daneben entwickelte er eine Neigungswaage und legte hiermit den Grundstein für eine noch heute in dieser Albgemeinde prosperierende Waagenindustrie. Auch die erste zuverlässig funktionierende Rechenmaschine für die 4 Grundrechenarten, mit elfstelliger Genauigkeit stammt aus seiner Werkstatt. Man muss sich das mal für das Jahr 1777 vorstellen!
Die Gemeinde Onstmettingen ehrt ihren ehemaligen Pfarrer mit einem kleinen, sehr informativ gemachten Museum. Es versucht allen Facetten dieses außergewöhnlichen Mannes, im Spannungsfeld zwischen Kirche, Wissenschaft und Gemeinde gerecht zu werden. Gut gemacht und äußerst kurzweilig. Auch ein einfaches dt. Stockbarometer findet sich zur Dekoration in der "zeitgenössischen Stube", wenngleich das Herstellungsdatum nicht ganz mit dem restlichen Ensemble harmoniert. Ich habe es natürlich für meine Freunde abgelichtet.

30.08.2003 (stoe) Je häufiger ich mich mit dem Buch von Bernard Maxant [Ref. 223] beschäftige,
umso mehr interessante Details gibt es für mich darin zu entdecken. Neben einer Vielzahl ungewöhnlicher Barometerkonstruktionen die er beschreibt, findet man auch die Biografien einiger bekannter Unternehmerfamilien, die sich mit der Fertigung meteorologischer Instrumente im Frankreich des 19.Jh. einen Namen gemacht haben und teilweise noch heute am Markt sind.
Die Erfinderpersönlichkeiten Lucien Vidie und Eugene Bourdon sind uns allen bekannt. Aber auch Unternehmensgründer wie René Arnoux (1858-1928), Raphael Chauvin (1856-1916), Léon Charles Maxant (1856-1936) und Felix Richard (1809-1876) haben ihren Teil zum Erfolg der franz. Instrumente in Europa beigetragen.
So erfahren wir u.a., dass aus der Firma Debordes (gegr.1824), im Jahre 1880 die Firma Maxant hervorgegangen ist, die dann später ihrerseits im Jahre 1905 noch die Firma Rédier übernahm. Leider bringt die Dokumentation zu Naudet, Hulot und Cie. (PHBN) nichts Neues.
Wir haben aber zwischenzeitlich unsere Portraitgallerie entsprechend ergänzt!

23.08.2003 (stoe) Online Register of Scientific Instruments...
Datenbanken sind hervorragend dafür geeignet, Inhalte die sich strukturieren lassen, geordnet abzuspeichern und bei Bedarf nach ausgewählten Kriterien sortiert aufzurufen.

In einer solchen globalen Datenbank für wissenschaftliche Instrumente könnten alle Museen, physikalische Sammlungen und interessierte Privatsammler ihre Exponate registrieren, bzw. registrieren lassen. Der Nutzer einer solchen Datensammlung erhält dann quasi auf Knopfdruck eine Vielzahl an Informationen zu seinem Objekt. So z.B. die Anzahl vergleichbarer Instrumente, deren Standort, den oder die Hersteller, das Alter, und wenn vorhanden, sogar ein Foto. Ideale Voraussetzungen für die Arbeit von Wissenschaftlern, Historikern, Ingenieuren, Studenten, aber auch für den ganz normalen Sammler.
Damit aber überhaupt erst eine sinnvolle Arbeit möglich wird, gilt es zu Anfang möglichst schnell einen möglichst großen Datenbestand zu bekommen. Dies setzt eine hohe Akzeptanz und ein problemloses Handling des Datenbank-Programmes voraus, was natürlich schon beim Erfassen der Daten beginnt. Dies muss so einfach wie nur irgend möglich ablaufen. Heutzutage benützt man hierzu am besten eine "Eingabemaske", die so aufgebaut ist, dass fehlerhafte Datensätze erst garnicht akzeptiert werden. Wie man so etwas professionell macht, lässt sich bei Ebay leicht abschauen!

Sie glauben das sei ein Wunschtraum von mir?
Nein, ein solches Projekt gibt es bereits vom Science Museum in Oxford in Cooperation mit dem Museum Boerhaeve in Leiden. In der Struktur der Datensätze gut gemacht. Auch wird nicht zuviel an Grundinformation abgefordert Allerdings verlangt die Dateneingabe, liest man das "Contributor's Manual", von der eingebenden Person, eine manuelle Programmierung jedes einzelnen Datenfeldes. So etwas ist heutzutage eine Zumutung und verdient programmiertechnisch eine "rote Karte". Auch müsste der fortlaufende Object-Code, ein Teil der ISIN-Nummer, vom System automatisch generiert werden. So sind bis heute weltweit erst 7000 Instrumente registriert. Das ist wirklich nicht berauschend und die Neuzugänge gehen recht schleppend vor sich. Eigentlich schade! Vielleicht macht man sich doch noch einmal zum Verfahren der Registrierung ein paar Gedanken. Dann wären wir von den FaW möglicherweise auch dabei.>> Online Register of Scientific Instruments

16.08.2003

(stoe) Haben Sie schon einmal von einer Firma E. HÜE in Paris gehört?
Ich bis zum heutigen Zeitpunkt nicht und auch Herr B. Maxant hat uns in seinem Buch [Ref. 223] diesen Barometerhersteller verschwiegen. Dabei hatte das Unternehmen, das so wenig französisch klingt, Tradition. Es wurde offensichtlich 1865 von T. HÜE gegründet und ist dann um die Jahrhundertwende vom Sohn E. HÜE in Paris - 63, Rue des Archives weitergeführt worden. Zuvor 79, Rue des Gravilliers. Das Punzzeichen besteht aus den Buchstaben (E.H. Paris) in einem Kreis und ist mir schon des Öfteren begegnet. Ich wusste aber nichts damit anzufangen.
Dieser Tage wurde mir nun von einem englischen Antiquariat ein Katalog angeboten, der leider undatiert ist. Allerdings lässt sich anhand diverser Verdienstmedaillen das Erscheinungsdatum unschwer auf den Zeitraum 1904-08 eingrenzen. Erstaunlich ist die Fertigungstiefe dieses Herstellers. Vom klassischen, runden Barometer in unzähligen Varianten und Größen, mit 6 verschiedenen Werksqualitäten, bis hin zu einer riesigen Auswahl an Instrumenten in Holzrahmen verschiedener Ausmaße und Stilrichtungen reichte die Palette. Eine wahre Augenweide für Freunde der "geschnitzten Barometer".
Auch ein Metallthermometer, auf der Basis einer luftgefüllten Barodose, findet sich auf Seite 28. Wir haben jedenfalls wieder die interessantesten Seiten für Sie eingescannt. >> Literatur/ Firmenkataloge

Beachten Sie auch unsere Kurzbiografie >> E. Hüe


09.08.2003 >221

(stoe) Charles Orme of Ashby de la Zouch (1688-1747), ein Name der wie Honig auf der Zunge zergeht...
Er ist im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung der Diagonalbarometern zu nennen, die von Samuel Morland (1625-95), um 1680-85 erfunden wurden. Moreland störte die relativ geringe Auslenkung der Quecksilbersäule bei einem üblichen Gefäßbarometer. Durch Abwinkeln des Kapillarrohres knapp unterhalb des Anzeigebereichs, erreichte er eine "Skalenspreizung" und gleichzeitig eine verbesserte Ablesegenauigkeit. Je stärker das Rohr abgewinkelt bzw. inkliniert wird, desto größer wird natürlich der Effekt, umso länger aber auch der "Auslegerarm" mit der Skala. Es wurden in der Folge Diagonalbarometer mit Skalenlängen von einem Meter und mehr gefertigt.

Der Verdienst von Charles Orme ist es nun, durch die Verwendung von zwei bzw. drei voneinander unabhängigen und in unterschiedlicher Höhe inklinierten Quecksilberrohren diesen Nachteil kompensiert zu haben. Die Skalenlänge seiner Barometer konnte so, bei gleicher Ablesegenauigkeit wohlgemerkt, wieder auf die Hälfte oder sogar ein Drittel der Länge reduziert werden. Dabei sind die Teilskalen übereinander angeordnet. Diese Instrumente mussten und müssen sehr individuell angefertigt werden da, wie wir alle wissen, der "Veränderlichpunkt" von der jeweiligen "Ortshöhe" abhängt und eine solchermaßen "empfindliche" Skala keinerlei Ungenauigkeiten verkraftet. Trotzdem darf man nicht erwarten ein Präzisionsinstrument zu bekommen!

Warum ich Ihnen das alles erzähle?? Double - und Triple Tube Angle Barometer von Charles Orme gehören zum Rarsten und Teuersten was es für den Barometersammler gibt. Vergleichbar etwa mit einem Bugatti in der Oldtimerszene. Nur wenige von uns werden solch einem Original begegnen, geschweige es sich an die Wand hängen können.

Obwohl wir auf unseren FaW-Seiten sehr restriktiv mit Werbung umgehen, halte ich es für meine Informationspflicht Sie darauf aufmerksam zu machen, dass derzeit Herr Philipp Collins aus Merton-England, uns allen durch seine diversen Bücher bekannt, über seine Firma "Barometer World Ltd." ein Replikat dieses Triple Tube Diagonalbarometers anbietet. Das Instrument wird mit Messingintarsien auf Bestellung exklusiv gefertigt. Eine handwerkliche Meisterleistung die sicherlich ihren Preis hat. Diesen erhalten Sie bei Interesse gerne auf Anfrage. Wenn sich mehrere, ernsthafte Interessenten finden, sollten wir mit Herrn Collins über den Preis reden.
Mehr Informationen zu Charles Orme finden Sie bei Goodison [Ref. 66, p.92ff], mehr zur Replika unter: http://www.barometerworld.co.uk/replica.html


02.08.2003

(stoe) Meine neue digitale Kamera........
Als schon etwas älterer Herr, der von Jugend an mit allen möglichen Kameras und Negativformaten fotografiert hat und selbst noch bis vor einigen Jahren gelegentlich sein Heimlabor aufgebaut hat, hänge ich natürlich an der klassischen Fotografie. Dies vor allem auch im Hinblick darauf, wenn ich zurückschaue, was uns die Digitaltechnik in den vergangenen 15 Jahren so alles an Speichermedien beschert hat. Da habe ich doch so meine Zweifel, ob die diversen Bänder, Laufwerke, Disketten, CD Roms, Memorychips in weiteren 20 Jahren noch irgend jemand lesen kann. Ich sehe es schon kommen: ERROR-xxx-Lesefehler, - und was dann?? Meine Schwarzweiß-Negative aus der Schulzeit sind auf jeden Fall auch noch in 25 Jahren "lesbar" und das ist doch irgendwie beruhigend.

Trotzdem bin ich natürlich allem Modernen aufgeschlossen und fotografiere bereits sei 2-3 Jahren alle Motive die "wiederholbar" sind mit meiner digitalen "Sony Mavica MVC-FD83" (max. 1,2Mp). Sie war vor 3 Jahren "erste Sahne", ist aber heute natürlich in die Jahre gekommen. Ich merke das daran, dass einige meiner FaW-Freunde mir seit geraumer Zeit super Digitalfotos anliefern. Da kann ich ob der Qualität nur so staunen.

Das war dann letztlich der Auslöser jetzt selbst wieder in aktuelle Technik zu investieren. Außerdem braucht Deutschland ja derzeit dringend den Konsum. So wurde es wieder ein Sony-Mavica, diesmal ein MVC-CD500 (max. 5Mp) mit einer CD-RW als Speichermedium. Das hat für mich mit mehreren Rechnern, mal mit, mal ohne USB, den Vorteil, dass ich zum Datentransfer die Wahl habe, nur die CD-Rom wechseln zu müssen. Sie hat mittlerweile auch alle die Features, die ich bei meiner alten vermisst habe, einschließlich des manuellen Weißabgleichs und eines externen Blitzanschlusses.
Mein erster Eindruck? Nun die Bildqualität ist mittlerweile von einem klassischen Foto nicht mehr zu unterscheiden, das muss ich neidlos anerkennen und die Möglichkeiten der Bildbeeinflussung schon bei der Aufnahme sind beeindruckend. Will man neben den Automatikfunktionen, die vielen Möglichkeiten ausschöpfen die sie bietet, dann ist sie allerdings etwas komplizierter zu bedienen - klar. So bin ich momentan dabei, das 120 Seiten starke Handbuch Schritt für Schritt durchzuarbeiten. Die Ergebnisse können sich jedenfalls schon jetzt sehen lassen.

27.07.2003 >208

(stoe) Joseph-Antoine-Jean Rédier (1817-1892),
ist den Barometerfreunden weniger bekannt, obwohl sein Name in Verbindung mit Vidie bereits im Jahre 1845 auftaucht. Vidie hatte damals Rédier beauftragt 100 Barometer für ihn zu fertigen, war aber mit der Ausführung nicht zufrieden, sodass beide vor Gericht landeten.
A.J. Rédier wurde 1817 in Perpignan als Sohn eines Uhrmachers geboren, erlernte den väterlichen Beruf und arbeitete danach bei mehreren berühmten Uhrmachern. Er war ein wacher Geist und fähiger Konstrukteur und konnte während seiner Lebenszeit 27 Erfindungen patentieren lassen. Einige davon betrafen auch meteorologische Instrumente.
So konstruierte er im Jahre 1876 für die Börse zu Paris sein "baromètre monumental", außerdem ein registrierendes Baro-Thermometer und ein ebensolches Haarhygrometer.
Seine Geschäftsadresse lautete um 1890: J.A. Rédier, 139, Boulevard Sébastopol - Paris. Wer mehr über Rédier erfahren möchte, dem empfehle ich B. Maxant [Ref. 223 p.89ff]. Hierin veröffentlicht dieser, meines Wissens auch zum ersten mal, einen frühen, mir bisher unbekannten Stahlstich eines Barometerwerks mit "selbstfedernder Dose". Es wird dort A.J. Rédier in der Zeit kurz nach dem Tode Vidies (1886) zugeschrieben. Leider bleibt unerwähnt, wodurch die Dose dem Luftdruck widersteht?

Es trifft sich, dass dieser Tage ein solches Barometer bei Ebay versteigert wurde. Leider ist es mir nicht gelungen, dieses Instrument für unser Museum zu erwerben. Wie man aber auf den Photos deutlich sieht, ist das Werk mit demjenigen auf dem Stich identisch. Wir werden Antoine-Jean Rédier einen Platz in unserer Portrait-Gallerie einrichten.


23.07.2003 >204

(stoe) Johann Christoph Sturm (1635- 1703)
Die Geburtsstadt von Sturm, Hilpoltstein, gedenkt der 300. Wiederkehr des Todestages ihres großen Sohnes mit einer Sonderausstellung im Stadtmuseum "Schwarzes Ross" und einem Kolloquium zu Ende der Ausstellung, am 14. und 15. Nov. 2003.

Der Theologe und Naturwissenschaftler J.C. Sturm gehört zu den bedeutensten Wissenschaftlern des 17.Jh. in Europa. Seine Arbeiten betreffen das Differentialthermometer, die Erforschung der Drehgesetze des Windes und der magnet. Missweisung. Die Herausgabe zahlreicher Schul- und Lehrbücher stellen aber zweifellos seinen größten Verdienst dar.
Zur Erinnerung und Würdigung des Mannes bildete sich schon vor etwa 10 Monaten ein Arbeitskreis um den Nürnberger Studienrat Hans Gaab, der in der Folge diese höchst interessante Ausstellung, den 124-seitigen Katalog mit vielen interessanten Beiträgen diverser Autoren zum Leben, Wirken und Lebensumfeld Sturms, sowie zusammen mit dem "Cauchy Forum Nürnberg", das Kolloquium im November initiiert hat.

Die FaW-Redaktion wurde schon zu Beginn in die Vorbereitungen eingebunden und konnte mit Hilfe von Herrn G. Schmiegel und Herrn G. Sommer, eine Reproduktion des "Sturm'schen Differentialthermometer", wie es in seinem Buch "Collegium Experimentale sive curiosum,...", p.47 im Jahre 1676 beschrieben ist, zur Ausstellung beisteuern.
Einen Beitrag von mir zu eben diesem Thema finden Sie im Katalog. Die Ausstellung wurde am Freitag, den 18.7.2003 feierlich eröffnet. Einen kleinen Eindruck davon sollen Ihnen meine Fotos vermitteln.
Den gut gemachten Ausstellungskatalog: "Johann Christoph Sturm 1633-1703, der Wahrheit auf der Spur...", Büchenbach 2003, ISBN 3-933474-26-4, erhalten Sie am einfachsten bei einem Besuch, oder direkt vom Museum (Tel. 09174-970640, Fax 09174-970641, E-mail:info@hilpoltstein.de) für 7,50 EURO, falls Interesse besteht.

16.07.2003

(stoe) So alle drei Monate schaue ich mir mal in aller Ruhe die diversen Bücher-Suchmaschinen durch, um wieder auf dem neuesten Stand zu sein...

Während im letzten Jahr mit dem Stichwort "barometer" noch etwa 280 Titel gefunden wurden, sind es heuer nicht selten über 400 Exemplare. Ein Hinweis dafür, dass immer mehr Antiquare die Zeichen der Zeit erkannt haben und ihre Bestände online zugänglich machen. Das hat natürlich Auswirkungen auf Angebot und Preise. Für Titel die es mehrfach gibt, entwickelt sich so etwas wie ein kleiner Markt mit etwas Wettbewerb, während ältere und rare Buchexemplare unaufhaltsam steigen.

Es gibt aber auch dieses Mal nichts außergewöhnliches zu berichten:
Das Buch von Habenicht/ Holland: "Alte Quecksilberbarometer...", sonst eher selten, gibt es momentan gleich acht mal, von 35,- bis 86,- EURO. Ein Standardwerk für den Barometerfreund, W.E.K. Middleton: "History of the barometer" ist offensichtlich zu Jahresbeginn 2003 als Paperback neu aufgelegt worden. Es ist für 21,08 EURO bei "amazon.com" zu bekommen.
Ach ja, - und von einem Schnäppchen kann ich auch noch berichten: F. Burckhardt, "Zur Geschichte des Thermometers", Basel 1901, gibt es für 40,- CHF. Dieses Supplementheft zu seiner früheren Arbeit aus dem Jahre 1867 [Ref. 47] trifft man eher selten und ist vergleichsweise günstig.

13.07.2003 >194

(stoe) Eine Spurensuche: Tremeschini.....
Vor wenigen Monaten konnten wir in unser Museum einige Metallthermometer einstellen. Darunter war auch eines, das den Namen "Tremeschini" auf seinem Zifferblatt trägt. Klingt recht italienisch, - war mein erster Gedanke, vielleicht auch noch nach südlicher Schweiz. Leider konnte mir der Besitzer des Instrumentes hier überhaupt nicht weiterhelfen.

Recherchen im Internet führten mich ins astronomische Observatorium nach Palermo. Dort befindet sich ein identisches Instrument, das zeitlich um 1880 eingeordnet wurde.

Bei weiteren Recherchen in meinen eigenen Archiven stieß ich in einem Wissenschaftsjournal aus dem 19.Jh.: La Nature, G. Masson éditeur, Paris 1879, dann auf einen bisher unbeachteten Artikel: "Un thermomètre metallique", den ich Ihnen heute im Original zur Kenntnis gebe.
Er handelt von einem Metallthermometer eines M. Tremeschini. Wobei das M. für Monsieur steht. Also wohl doch nicht Italien, denn alle Spuren weisen bisher nach Paris in die Zeit um 1870-80. Wer weiß mehr und kann hier weiterhelfen?

06.07.2003 >187

(stoe) Stolze "Häuslesbauer" verschönern ihre Hauswände gelegentlich mit einer Sonnenuhr, die leider nur die heiteren Stunden des Jahres anzeigen kann.
Ein Barometer wäre dagegen rund um die Uhr zu gebrauchen. Trotzdem findet man Barometer an privaten Hausfassaden selten, dann schon eher an Geschäftsadressen, wie bei Optikern, Apotheken, Tankstellen oder Informationstafeln. Es sind hier zumeist industrielle Wetterstationen (Thermo-Hygro-Baro) in wetterfestem Gehäuse, oft mit Werbung verbunden, manchmal zusätzlich mit einem roten und grünen Lämpchen zur Tendenzanzeige ausgestattet. Also nichts Aufregendes.

Ganz ungewöhnlich ist da ein Barometer, das mir schon vor einiger Zeit, im schwäbischen Langenenslingen, dort im Kauchenweg 1, begegnet ist. Es zeigt an einer Giebelwand vertikal, weithin sichtbar und optisch mit einer Reihe von Birnchen, den aktuellen Barometerstand an und wagt dann mittels dreier Wettersymbole (Regen-Veränderlich-Schön) eine Tendenz-Vorhersage. Das hatte ich bisher noch nirgendwo gesehen und wollte es mir näher anschauen, denn hier wohnt ganz sicher ein Barometerfreund.
So war es dann auch. Der Hausbesitzer freute sich über mich als sachverständigen Besucher und zeigte mir gerne seine selbstgefertigte Konstruktion.
Wie man auf dem Foto sieht, ist das Herzstück ein Torricelli-Rohr, das an der Gefässwandung unterschiedlich hohe elektr. Kontakte hat. Je nach Höhe des Quecksilberstandes werden dann mit Hilfe einer ebenfalls Eigenbau-Steuerelektronik die Anzeigebirnchen im Freien geschaltet. Hört sich recht einfach an. Es waren aber dabei doch einige Tücken zu überwinden, habe ich mir sagen lassen.

Jedenfalls verlassen sich die Landwirte vor Ort bei der Feldbestellung nun schon seit vielen Jahren auf diese praktische Einrichtung und sind dabei mit dieser lokalen Voraussage bisher gut gefahren. Deshalb zur Nachahmung empfohlen!


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