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| Wilhelm Lambrecht 1834-1904 |
Wilhelm Lambrecht - Göttingen
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Wilhelm Lambrecht (1834-1904) begann nach seiner Schule eine Mechanikerlehre. Daran an schloß sich eine 5-jährige Wanderschaft, die ihn u.a. nach Paris zu Secretan [Ref.264, p.144] und nach Berlin zu Siemens & Halske [dito] führte. Zurück in Einbeck machte er sich im Jahre 1859 mit einer eigenen mechanischen Werkstatt selbstständig.
Im Jahre 1864 zog es ihn nach Göttingen, wo er in der Weender Strasse seinen neuen Betrieb eröffnete. Kontakte zu verschiedenen Wissenschaftlern brachten ihm auch die ersten Aufträge ein. So lernte er nach der Rückkehr von der Pariser Weltausstellung 1867, von der er eine erste Chromsäurebatterie mitbrachte, den Astronomen Prof. W. Klinkerfues kennen.
Beim Anblick der neuen Batterie kam dieser auf die Idee, einen elektr."Strassengaszünder" zu konstruieren und Lambrecht die Produktion dieses Patents schmackhaft zu machen. Eine durchaus erfolgversprechende Geschäftsidee, wenn man bedenkt, dass damals die Gaslaternen in ganz Europa allabendlich von Hand angezündet wurden.
Klinkerfues verkaufte sein Patent nach Österreich und Lambrecht sollte vor Ort die Produktion aufbauen und leiten. Er löste daraufhin seinen Betrieb in Göttingen auf, um im Jahre 1872 nach Wien zu übersiedeln. Die neue Erfindung sollte dort auf der Weltausstellung im Jahre 1873 erstmals international vorgestellt werden.
Es kam aber anders. Die Zünder wurden unter großer Kraftanstrengung noch rechtzeitig zur Ausstellungseröffnung fertig, die Kandelaber brannten auch, da kam es aber 8 Tage später, am 08.05.1873, zum großen Börsenkrach. Der Kapitalgeber war am Ende, - aus war der Traum. Es galt zu retten was zu retten war.
Lambrecht zog 1875 wieder nach Göttingen zurück und brachte ein von Klinkerfues kurz zuvor entwickeltes "bifilares Hygrometer" [Ref.235] zur Serienreife. Allerdings war, außer dem Namen, von der ursprünglichen klinkerfues'schen Grundkonzeption nicht mehr viel übrig geblieben. So kam es wie es kommen mußte. W. Lambrecht hatte viel Zeit, Können und Geld investiert und Klinkerfues, immer in Geldnöten, wollte endlich Bares sehen. Es kam zum Eklat, der seinen Höhepunkt in einem Pamphlet fand, das Klinkerfues im September des Jahre 1880 öffentlich "An seine Freunde..." verteilen ließ. Lambrecht konterte mit einer 45-seitigen Rechtfertigung: "Ein Nimbus und sein Werth - Klinkerfues", Göttingen 1881 [Ref.241]. Das war das Ende der Verbindung.
Heute, aus der Distanz betrachtet, ist dies zwar eine schicksalshafte, aber in der Geschäftswelt nicht ungewöhnliche Geschichte. W. Lambrecht hat sie überwunden und seine Firma in den anschließenden Jahren in eine Blütezeit geführt.
Das beweisen u.a. die vielen "Wettersäulen", welche das Haus Lambrecht im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts, bis weit hinein ins 20. Jh., in vielen Städten und Orten installieren konnte. Sie ließen in der Prärundfunkära immerhin schon eine, wenn auch nur örtliche, Wettervorhersage zu.
Lambrecht in Göttingen existiert noch heute und ist für seine Produkte in der Vergangenheit, sowie in der Gegenwart weltweit bekannt.
Für den Sammler sind Jahresdaten aus erster Hand immer interessant, lassen sie doch eine zuverlässigere Datierung alter Instrumente zu. Deshalb hier noch einige Eckdaten, z.T. aus einer aktuellen Firmenschrift.
Fest steht, dass Lambrecht sich erst nach seiner Rückkehr nach Göttingen mehrheitlich mit meteorologischen Instrumenten beschäftigen konnte.
Weitere Informationen zu W. Lambrecht, seiner Geschichte und Instrumente erhalten Sie unter: http://www.wettersaeulen-in-europa.de/
| Quellen: | Festschrift Firma Lambrecht | |
| O. Behrendsen, Die mechan. Werkstätten der Stadt Göttingen; | Melle 1900 | |
| Archiv Stöhr |
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