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28.06.2010

(stoe) Unser Digitales Archiv bringt ganz neue Erkenntnisse....
Nachdem ich seit wenigen Tagen meine Herstellerkataloge nach Jahren geordnet im direkten Zugriff habe und sie ja primär das widerspiegeln, was bei Erscheinen des Kataloges "up to date" war, wird es höchstwahrscheinlich erforderlich unsere Datierungen der Aneroid-Barometer mit Holzkorpus neu zu überarbeiten.

Es scheint fast so, dass die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts überwiegend eine Domäne der Metalldosen-Aneroide war.

Erstmals im Jahre 1880 tauchen bei Lambrecht ganz zaghaft geschnitzte Korpusse auf. Einzelne Exemplare finden sich auch bei Hicks in London im Jahr 1885. Aber erst zu Beginn der 90er-Jahren, siehe Küchler 1891 scheint sich diese Bauform allgemeiner Beliebtheit erfreut zu haben. In einem Neuen, soeben gescannten Katalog von Ephraim Greiner - Stützerbach um 1902, finden sich weitere Exemplare.

Die massiv Geschnitzten und die mit den Giebeln, Säulen und Ballustren
, die wir bisher gerne der "Gründerzeit" zuschreiben, finden sich später, überraschenderweise zeitgleich, in großer Zahl in einem Katalog von Hue - Paris aus den Jahren um 1905 (!). Offensichtlich war die Welle auch nach Frankreich übergeschwappt.

Wenn man nun bedenkt, dass die Deutsche Reichsgründung im Jahre 1871 geschah, so harmoniert diese Zuschreibung ja nun wirklich nicht besonders. "Historismus" trifft die Sache schon besser, auch wenn dieser Stil ab etwa 1895 langsam in den Jugendstil überging.

Es ist daher höchste Zeit, dass sich jemand des Themas ernsthaft annimmt und vielleicht mit alten Mythen aufräumt!


27.06.2010 (stoe) Wir brauchten für unsere hygrometrischen Versuche eine spezielle Baumwollschnur, die sich im Katalog der Firma "Strati-Concept" fand. Am 09. April habe ich bestellt und bezahlt. Noch heute warte ich vergebens auf die Ware bzw. den Rücktransfer meines Geldes. Strati-Concept stellt sich seit Wochen "tot". Es geht um 18,98 EUR und ich kann beim besten Willen nicht verstehen, warum man es wegen so eines Bagatellbetrags zum Eklat kommen lässt.
Bitte beachten Sie daher meinen Warnhinweis!
.

WARNUNG !
Strati - Concept, >La boutique de l' archéologue<

Vorsicht - diese Firma handelt nicht seriös !


26.06.2010

(stoe) Die Entwicklung des Barometer-Designs...
wäre ein hochinteressantes Thema für alle Barometerfreunde, auch für eine Semester- oder Diplomarbeit geeignet, und mit Hilfe unseres "Virtuellen Museums", sowie dem neuen "Digitalen Katalogarchiv", ohne großen Aufwand zu realisieren.

Dabei ist die Entwicklung der Barometer von den Anfängen im 17. und 18. Jahrh. über die Aneroid-Messingdosen des 19. Jahrhunderts, bis hin zu den "Kordelbarometern" der Nierentischära, fast lückenlos dokumentiert. Aber eben nicht aus kulturhistorischer Sicht und im Kontext mit den Einrichtungsstilen.

Alles was uns hierzu fehlt, ist eine historisch- und designorientierte Person, vielleicht die Frau eines Sammlers, die sich dieses Themas einmal zusammenfassend annimmt. Meiner persönlichen Unterstützung könnte sie sicher sein.

Wenn Sie sich selbst dazu in der Lage fühlen, oder vielleicht jemand kennen der Zeit und Laune hat, dann sollten wir uns kennenlernen (gstoehr(at)t-online.de)!


21.06.2010

(stoe) Wiedereröffnung in Florenz...
Das Warten hat ein Ende. Nach längerer Umbauphase hat am 11. Juni 2010 das "Instituto e Museo di Storia della Science" mit neuem Namen wiedereröffnet. Es heißt jetzt "Museo Galileo".

Mit dem Umbau ging eine völlige Umgestaltung des Auftritts dieses in Europa führenden Museums für wissenschaftliche Instrumente einher. Die Präsentation im Inneren, aber auch des bisher schon mustergültigen Internet-Auftritts setzt neue Maßstäbe. Die Bilder, wenn man anklickt, sind jetzt größer als die Unsrigen und die Video-Sequenzen lassen kaum noch Wünsche offen.

Das Mueum will zukünftig nicht nur Schaufenster für das unschätzbare Vermächtnis an Instrumenten und wissenschaftlichen Apparaten sein, das es beherbergt, sondern es öffnet sich verstärkt auch der weltweiten Forschung und Dokumentation. Gratulation - von hier aus!

Da müssen wir unbedingt hin!
http://www.imss.fi.it/


16.06.2010

(stoe) Uff - geschafft.....
in den vergangenen 10 Tagen habe ich in einem wahren Kraftakt alle meine Herstellerkataloge, die bisher noch nicht gescannt waren, digitalisiert. Das waren immerhin 60 von insgesamt ca. 110 Exemplaren. Meinem Aufruf vom 29.05.2010 war dabei leider keine Resonanz beschieden.

Gleichwohl brauche ich jetzt nicht mehr mühsam im Regal umzuschichten, wenn ich alte Informationen benötige, sondern zwei, drei Mausklicks genügen. Die Faulheit ist eben doch die Mutter aller Ordnung. 360 MB's umfasst momentan das gesamte pdf.Archiv. Dabei fehlen noch meine 8 BigCat's, Katologe mit über 100 Seiten, die ich mir in den nächsten Wochen, Einen nach dem Anderen vornehmen werde.

Man könnte nun eine CD davon brennen, oder was ich für viel pfiffiger erachte, das komplette Katalogarchiv auf einen Speicherstick ziehen. Dann sparen Sie Speicherplatz auf dem Rechner und trotzdem sind die Kataloge jederzeit im Zugriff. Zukünftige Ergänzungen könnten dann per Email bequem angefügt werden.
Auf unserem Server würde das einen riesigen, zusätzlichen Speicherbedarf bedeuten, so man bedenkt, dass der gesamte FaW-Webauftritt derzeit mit 480 MB auskommt. Behalten wir uns diese Möglichkeit daher vielleicht als Option für die Zukunft im Auge.

Sollten Sie Interesse haben, so ist alles was ich von Ihnen benötige, ein solcher USB-Speicherstick und das Rückporto dazu. Meine Anschrift erhalten Sie auf Anfrage per Email: gstoehr(at)t-online.de. Für die FaW-Freunde ist dieser Service kostenlos!

Sie würden damit über das weltweit größte digitale Katalogarchiv (1870-1970) zu den Wetterinstrumenten und deren Hersteller verfügen!


01.06.2010 >152

Bitte klicken!

(stoe-hol) Oatbeardhygrometer oder zu deutsch: Hafergrannenhygrometer...
Natürlich ist es eher ein Hygroskop und die Sammler von Quecksilberbarometern kennen dieses Instrument zur Genüge. Es wurde hauptsächlich im 19. Jh. an vielen engl. Banjos verbaut und fristet da meist ein eher beklagenswertes Dasein.

Denn irgendwann brach die alte Granne aus Altersschwäche ab, und der Zeiger fiel in das Schutzglas. Dieser wurde irgendwie ersetzt. Das Gerät sah wieder normal aus, aber es hatte keine Funktion mehr. Genau das ist der Zustand, wie wir ihn heute kennen

So erklärt sich jedenfalls auch ihr schlechter Ruf, "...sie würden sowieso nicht funktionieren". Eine Aussage, die nicht einmal falsch ist, denn auf diese Weise "kastriert" konnten sie ja gar nicht mehr ihrer Bestimmung nachgehen. War das aber immer so?

Wir, Rainer Holland und ich, sind der Sache nachgegangen und haben uns zeitlich in das Jahr 1663 zurück versetzt, in eine Epoche da Robert Hooke [1635-1703] in London der Royal Society ein Instrument präsentierte mit dem man die Luftfeuchtigkeit bestimmen konnte und sich dabei Emanuelle Maignans [1601-1676] Hygroskop aus dem Jahr 1648 zur Vorlage nahm. Alle kennen wir Hookes bekannten Kupferstich in seiner Micrographia aus dem Jahre 1665, der das Instrument dann erstmals zeigt (bitte auf das Barometer links klicken!).

Rainer hat sich in Madeira nach "Flug-Hafer lat. Avena fatua" umgesehen und und ist auch fündig geworden. Er hat daraus eine Granne seziert und sie wechselweise feuchter und trockener Luft ausgesetzt und siehe da die Granne reagierte spontan (siehe die Mikroskopfotos).

Was lag nun näher, als dass er mittels einer transparenten Dose ein Hygrometer-Modell baute. Gesagt getan und jetzt wurde es erst richtig spannend. Wir sind mit diesem Modell an geradezu sensationelle Bilder gelangt, die wir unseren FaW-Freunden und Sammlern nicht vorenthalten wollen, zumal wir sie auch in unserer geplanten Broschüre in dieser Form und Vielfalt nicht mehr werden zeigen können.

Denn wo auf der Welt haben Sie schon einmal die Reaktion einer Hafergranne auf Änderung der Luftfeuchtigkeit in solch einprägsamen Bildern gesehen? Quasi eine Welt-Uraufführung, da müssen wir uns schon selber loben. Die Regie führte übrigens Rainer Holland. Aber sehen Sie selbst! Die Datei umfasst 13,5MB (!) mit Ton und Sie brauchen den Quick-Time-Player dazu!

Einfach sensationell und ein Beweis dafür, dass ein Hafergrannenhygroskop besser als sein Ruf, zwar zeitlich begrenzt, aber sehr wohl und unglaublich spontan funktioniert.


29.05.2010

(stoe) Alte Kataloge, bitte unbedingt melden....
In meinem Archiv befinden sich mittlerweile über 100 historische Hersteller-Kataloge zum Thema Barometer, Thermometer, Hygrometer und Anemometer, aus den Jahren ab 1870 bis 1980. Es ist das Ergebnis meiner dreißigjährigen Sammlertätigkeit. Damit verfügen wir, die FaW, bestimmt über eine der weltweit größten Informationsquellen, wenn es sich um Wetterinstrumente handelt. Dazu kommen noch etwa circa 30 Kataloge, die dem Interessierten über Links zu anderen Standorten im Internet zugänglich sind. Zur Einordnung und Bestimmung unserer Instrumente sind diese Quellen unabdingbar.

Damit ich nun nicht alleine Nutznießer dieses Schatzes bleibe, plane ich in den nächsten Monaten, die in meinem Besitz befindlichen Kataloge und die mir zur Verfügung gestellten Exemplare befreundeter Sammler zu scannen und auf einem gemeinsamen Datenträger zu katalogisieren.

Heute daher meine Frage an alle Freunde dieser Homepage: "Haben Sie vielleicht noch einen interessanten Katalog zu unserem Thema?" Wenn Sie über keinen Scanner vefügen, so ist das auch kein Problem. Es hilft Ihnen jeder Copyshop, bzw. ich erledige diese Arbeit auch gerne für Sie.


20.05.2010 >140

Shanghai-Expo 2010, Bitte klicken!

(stoe) Sind es wirklich Thermometer oder lediglich elektron. Temperaturanzeigen..?
Stellt man die Frage: Welches Land beherbergt das größte Thermometer der Welt, so ist die Beantwortung nicht leicht, denn man muß zuerst mal schauen wie es funktioniert. Handelt es sich um ein klassisches Flüssigkeitsthermometer oder wird die Anzeige über ein elektronisches Messwerk angesteuert, ein elektronisches Thermometer eben. Letztere sind konstruktiv nicht eingeschränkt und können deshalb praktisch beliebig hoch gebaut werden. Beide Arten dürfen eigentlich nicht miteinander verglichen werden.

Ich habe mir mal die Mühe gemacht, das Internet nach großen Thermometern abzusuchen und musste dabei feststellen, dass gerade dieser Tage, am 5. Mai auf der Shanghai-Expo, das momentan "weltweit größte Thermometer" mit 163m in Betrieb ging. Es ist am Kamin eines Kraftwerks befestigt und setzt voll auf die Elektronik.

Zuvor galt lange Zeit das Baker-Thermometer am Rande des Death-Valley in Kalifornien , mit seinen 40,9m, als das Größte.

In Barcelona in Spanien hat sich 1956 die Firma Cottet-Optic an ihrer Fassade ein ausgesprochen schönes Neon-Thermometer mit 22m Länge anbringen lassen, das einst von der Firma Juchheim in Fulda für 500 DEM geliefert wurde. Es funktioniert noch immer und ist mittlerweile zum Wahrzeichen dieser Einkaufsmeile geworden.

Der Museumsturm des Deutschen Museums in München machte in den 20er-Jahren Furore, zeigt er doch auf drei Seiten weithin sichtbar die aktuellen Messwerte für den Luftdruck, die Luftfeuchtigkeit, den Wind und die Temperatur. Das Thermometer wurde von der Firma Fuess in Berlin gebaut, basiert auf einer Widerstandsmessung und wurde 1928 in Betrieb genommen. Die Skalenlänge wird mit 22m angegeben.

Ebenfalls in den 50iger-Jahren erhielt das Philips-Gebäude in Kopenhagen, eine Thermometerskala mit einem "Wetterspiel" als Bekrönung. Die Länge der Skala lässt sich auch hier nur schätzen. Ich meine aber, an Hand der Größenverhältnisse müssten so circa 15m, einigermaßen hinkommen. Soeben habe ich davon noch eine attraktive Nachtaufnahme erhalten. Es gehört daher ganz klar der elektronischen Fraktion an.

Hinzu kommen die drei kleinsten Großthermometer. Technisch könnten alle Drei eigentlich Flüssigkeitsthermometer sein. Das von Gernrode im Harz wird im Guinnes-Buch der Rekorde dann auch als"Größtes Holzthermometer" geführt und misst 7,45m. Umso größer war meine Entäuschung als ich erfahren musste, dass es über LED's funktioniert.

Die anderen Beiden stehen in Fernost. Eines in China an der Seidenstrasse östl. von Turphan, mit circa 5,7m, das Zweite im japan. Skigebiet am Mt. Yotei (der Ski allein ~4,0m). Auf welcher Basis die funktionieren, weiß ich leider nicht.

Daher heute meine ganz konkrete Frage: Wer verfügt über das größte bzw. längste Flüssigkeits-Thermometer mit Kapillare in Deutschland/ Europa / der Welt?

Meine längste Kapillare befindet sich übrigens an einem Reklame-Thermometer und misst bescheidene 0,80 cm.
Es dürfte jedenfalls ein interessanter Wettbewerb werden. Die Angelegenheit selbst ist mir auch eine weitere Flasche Champagner wert. Machen Sie daher bitte mit!


17.05.2010 >137

Barometer am Deutschen Museum in München

(stoe) Fotowettbewerb 2010
Die schönsten Tage des Jahres haben bereits begonnen oder stehen Ihnen kurz bevor. In ihrem Urlaub werden Sie ganz sicher allerlei Kirchen, Kathedralen, Bahnhöfe, Flughafen, Marktplätze und Fußgängerzonen besuchen. Allesamt geeignete Standorte für außergewöhnliche große Uhren und Wetterstationen.

Halten Sie die Augen offen, denn wir suchen das "Größte öffentliche Zeiger-Barometer". Zücken Sie bitte ihre Kamera und dokumentieren Sie es mit einem guten Foto. Standort, Zeit und Abmessungen des Instrumentes, bitten auch notieren und gleich an uns weitergeben. Die drei uns bereits bekannten Baros in München, Amsterdam und Vichy treten dabei außer Konkurrenz an. Bei mehreren gleichen Fotos gilt der Termin des Eintreffens.

Am Ende der Reisezeit (Einsendeschluß 31.10.2010) prämieren wir den größten öffentlichen Barometer bzw. dessen Fotografen, mit einer Flasche feinstem franz. Champagner. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.
Die FaW wünschen Ihnen nun viel Erfolg und erholsame Tage.


15.05.2010

(stoe) Samstag 10.00 Uhr MESZ, 1014hPa, bei 8,2 Grad Celsius und 95% r. F. - mir reichts...
Heute findet in Riedlingen der 38. Flohmarkt statt. Ein Großereigniss für die Stadt und alle Antiquitätenfreunde süddeutschlands.
Dabei hat es Petrus die letzten 37 Male ziemlich gut mit uns gemeint. Es hat zwar schon ein paarmal sacht getröpfelt, aber mit solch grimmigen Maitemperaturen mussten sich Organisatoren, Händler und Kunden doch noch nie auseinandersetzen.

Dabei ist dem Flohmarkt ein Vergnügungspark angeschlossen der mit viel Getränkeausschank, Fahrgeschäften und Musikgruppen die Besucher zum Verweilen einladen soll. Es macht einem heuer aber so garnicht an.

Hinzu kommt, dass mittlerweile die Suche nach hist. Wetterinstrumenten für den gehobenen Anspruch, auf den üblichen Flohmärkten der Suche nach der Nadel im Heuhaufen gleichkommt. Man kann zwar nie wissen, aber am PC ist es mit Sicherheit effektiver und wärmer. Daher muss ich noch gut überlegen, ob ich mir nachher noch rasch eine Winterjacke überwerfe und mich ins Geschehen stürze.

16.30 Uhr. Nun bin ich beim alten Uhrmacherwerkzeug doch noch so richtig hängen geblieben. Eine fast neuwertige Triebnietmaschine von Boley, mit kompletten Punzensatz hat meine Aufmerksamkeit gefunden. An Baros, Thermos und Hygros war das Angebot aber wie erwartet, mehr als bescheiden.


13.05.2010 >133

Antiquités Scientifiques - Genève

(stoe) Der weltweit einzige, regelmäßig erscheinende, zweisprachige Katalog für Sammler wiss. Instrumente...
ist soeben zum 40. mal erschienen und wird von Marlyse und Marc-Andrè Perret liebevoll gestaltet und gegen eine Schutzgebühr versandt.

Das Ehepaar Perret ist das ganze Jahr über weltweit auf der Suche nach Objekten, die sie in ihrem Geschäft, auf ihrer Website oder im Katalog uns Sammlern präsentieren können. Das Spektrum reicht dabei von der Meteorologie über alte Brillen, Wiegen und Messen, Geodäsie und Marine, Mikroskope, alte Fotographie, bis zur Medizin und Pharmacie. Das Ladengeschäft ist dann auch ein köstliches Sammelsurium der Wissenschaften und jederzeit einen Besuch in Genf wert.


11.05.2010 >131

(stoe) Mit Freunden lässt es sich gut feiern...
Wenn sich Freunde und Förderer des Thermometer- und Wettermuseums Geraberg treffen und das ist selten genug, dann trifft man sich zum Abschluss gerne in gemütlicher Runde. Dieses Mal im neu eröffneten "Café in der Braunsteinmühle".

Alle waren Sie gekommmen, um bei gutem Essen und Trinken nochmals ihre Gedanken auszutauschen und Aktuelles zu erfahren. Auch der Bürgermeister, Herr Günther Irrgang, übrigens der Bruder des Museumsleiters, gesellte sich mit Gattin, frisch aus dem Urlaub kommend, noch zu uns.

So war zu hören, dass die Schule in Geraberg frei wird und das Museum sich dann vergrößern könne. Für Konkretes ist es allerdings noch zu früh. Auch ist ein "Klimapfad" vom Land Thüringen bezuschusst worden, der über einige Stationen hinweg schließlich beim Museum enden und dann mit dem "Größten Flüssigkeitsthermometer der Welt" überraschen soll.
So ist es jedenfalls geplant und die Fachleute konstruieren schon.

So tut sich immer was in Geraberg und Sie sollten vielleicht für ihren Sommerurlaub einen Abstecher nach dort einplanen!


10.05.2010 >130

Funktionsmodelle von da Vinci 1+2 , Bitte klicken!

(stoe) Das Thermometermuseum rief zur Vollversammlung and Viele kamen...
Nachdem Herr Dr. Klaus Irrgang die Versammlung begrüßt hatte, wurden die Regularien zügig abgearbeitet, denn der eigentliche Glanzpunkt des Abends war der nachfolgende Vortrag von Herrn Wilfried Habenicht.

Der übernahm dann pünktlich um 20.00 Uhr das Wort und referierte in seiner bekannten unterhaltsamen Art zum Thema "Die Entwicklung des Hygrometers". Dabei spannte er den Bogen von den Arabern im Jahre 1000 n.Chr. über Nikolaus von Kues (um 1450), Leonardo da Vinci (um 1480), bis hin zum ersten Hygroskop mit einer "Strichskala" im Jahre 1626.

Erst Nikolaus von Kues (1401-1464), ein deutscher Gelehrter und Kardinal, griff 1450 den Faden wieder auf und sponn ihn sogar noch weiter, indem er erstmals zu bedenken gab, man könne über das Wägen der Luft, sogar "....wahrscheinlich Voraussagen über das Wetter machen". Man beachte das Datum: 13. September 1450!

Auch das Universalgenie Leonardo da Vinci (1452-1519) machte sich Gedanken zur Feuchtemessung und brachte diese erstmals in der Form von 2 Skizzen zu Papier. Man erkennt zwei Balkenwaagen. Eine in Gestalt eines Dreiecks, die Andere in der Form einer Scheibe. Rainer Holland hat sie minutiös rekonstruiert und dabei festgestellt, dass die Dreieckswaage niemals funktionieren konnte, da der Schwerpunkt des Systems weit unter der Kippachse liegt. Es bedarf einer Gewichtsveränderung im Gramm-Bereich damit sich der Waagbalken überhaupt bewegt.

Das Modell mit der Scheibe allerdings, kann mit heutigem Knowhow so leichtgängig gefertigt werden, dass im Milligramm-Bereich gemessen werden kann. Ob die Entwürfe da Vincis zu seiner Zeit realisiert wurden ist unwahrscheinlich und nicht überliefert. Die beiden Funktionsmodelle sind jedenfalls im Rahmen der ständigen Ausstellung im Thermometer- und Wettermuseum Geraberg zu sehen.

Dieser Vortrag ist als Einstiegskapitel in die "Geschichte der Hygrometer" geplant, die momentan von Rainer Holland und Gerhard Stöhr geschrieben wird und möglicherweise als Museumsbroschüre erscheinen soll. Über den Stand unserer Arbeiten, konnte ich die Anwesenden im Anschluß daran, in Wort und Bild informieren.


02.05.2010

(stoe) Ab 65-70% relativer Luftfeuchtigkeit wird es kritisch...
Sie sollten es in ihrer Garage nie soweit kommen lassen. Erst recht nicht, wenn darin vielleicht ein Oldtimer untergestellt ist, denn diese Marke gilt heute als der kritische Wert, ab dem die Korossion so richtig in Gang kommt.

Deshalb gehört eigentlich in jede Garage ein Thermometer und ein Hygrometer, vielleicht auch in Kombination. Aber hängen Sie das Instrument nicht einfach an die kalte Wand, sondern montieren Sie es auf ein Styropor-Polster bzw. hängen es mitten im Raum auf.

Sie erhalten sonst weder die richtige Raumtemperatur, noch die korrekte Luftfeuchtigkeit. Eine Min/Max-Funktion wäre für eine längerfristige Überwachung auch sehr hilfreich, ist aber was die Feuchtigkeit anbetrifft, nur bei digitalen Hygrometern zu haben.


29.04.2010

(stoe) Testen Sie mal ihre Hygrometer...
Hygrometer werden oft wie Thermometer behandelt. Sie hängen unbeachtet jahrelang an der Wand, bis dann irgendwann mal die Luftfeuchtigkeit gefragt ist.
Dabei sollten insbesondere die Echt-Haarhygrometer ein Mindestmaß an Zuwendung erfahren. Werden sie in Wohnbereichen benutzt, sollten sie zumindest alle 4 Wochen mal gesättigt werden, sonst Verspröden die Haare. Im Freien erledigt das die tägliche Nachtfeuchte.

Nehmen Sie dazu eine nass ausgewrungenes Tuch und schlagen Sie darin ihren Testkandidaten für ca. 2 Stunden ein. Danach sollte das Instrument 95 bis 98 Prozent rel. Luftfeuchtigkeit anzeigen. Tut es das nicht, dann bitte an der Einstellschraube nachjustieren.

Bei Fadenhygrometern mit synth. Elementen (meist erkenntlich an der linearen Skala) kann diese Prozedur entfallen. Sie sind daher ideal für alle Innenbereiche.

Mein elektron. Digital-Hygrometer, von dem ich bisher soviel gehalten hatte, überraschte mich übrigens nach 2 Stunden mit 77% r.F. Erst nach 4 Stunden, also mit einer doppelt so langen Reaktionszeit, zeigte es die geforderten 95% an. Ich werde es daher nochmals im Komfortbereich testen. Da allerdings lieferte es äußerst korrekte Ergebnisse!

Aber Vorsicht! Meine wirklich historischen Hygrometer habe ich nur getestet, nachjustiert habe ich sie nicht, um nichts zu beschädigen.


19.02.2010

(stoe) You are not authorized to view this page...
Mit dieser Meldung wird man nun schon seit Tagen konfrontiert, wenn man die URL: www.antique-horology.org, die viel besuchte Kollektivseite der niederländischen Spezialisten für alte Uhren und Wissenschaftliche Instrumente, aufruft.

Keine Sorge, Sie wurden nicht etwa auf einen Index gesetzt. Nein - es scheint ein allgemeines Problem zu sein, dass die daran beteiligten Antiquitäten-Händler hoffentlich bald in den Griff bekommen sollten


16.04.2010

(stoe) Herje, herjemine...
Den Freunden der ZERO-MERCURY-FRAKTION müssen sich ja in diesen Tagen die Nackenhaare streuben, ob der Quecksilbermengen die sich auf Grund des Ausbruchs des Eyjafjalljökull-Vulkans in die Atmosphäre über Europa ergießen und später auf uns niederregnen werden. Zero mercury? Da gäbe es sicher ne ganze Menge zu tun.

In diesem Fall konterkarriert die Natur ein von Menschenhand gemachtes, völlig unsinniges Gesetz der Brüsseler Bürokratie. Aber, - wer bitte hätte auch an so etwas vorher denken können? Bürokraten? Das ist sicher zuviel verlangt.


13.04.2010

(stoe) Schauen Sie mal rein...
Die BADA ist die British Antique Dealer Association, eine Vereinigung der führenden Antiquitätenhändler Englands. Gegründet im Jahre 1918 setzte sie strenge Standards und überwacht noch heute das faire Handelsverhalten der ihr angeschlossenen Mitglieder.

Die Homepage ist gut gemacht, listet die Händler entsprechend ihrem Angebot auf und verzweigt über Direktlinks zu deren eigenen Homepages. Natürlich ist für uns die Rubrik: Clocks, watches & scientific instruments die Interessanteste, aber auch sonst ist das Angebot ein wahres Eldorado für den Antiquitätenfreund.

Ein volles Programm für einen regnerischen Sonntag-Vormittag. http://www.bada.org/


05.04.2010 >095

Bitte klicken!

(stoe) Klein und fein...
bei meinem sonntäglichen Osterspaziergang im Worldwideweb habe ich für meine Freunde unter den Thermometersammlern, eine kleine Rarität entdeckt, die es Wert ist unser nächster "Wheatherstar" zu werden.

Es ist eine Miniatur-Taschen-Sonnenuhr mit Hg-Thermometer in einem fein gedrechselten Elfenbeindöschen. Gefertigt wurde sie von T. Straight - London um 1840. Die Sonnenuhr ist zentral unter einer Mini-Glaskuppel angeordnet. Das Thermometer läuft darum herum und ist in Fahrenheit skaliert. Es ist nur verständlich, dass solch eine Kostbarkeit einen angemessenen Preis hat. Aber sehen Sie selbst.


04.04.2010 >093

Hygrometer nach Koppe, um 1890 - Bitte klicken!

 

(stoe) Hygrometer nach Koppe.....
Gemeint ist Dr. Carl Friedrich Koppe (1844-1919), ein deutscher Geodät, der in den 70er-Jahren des 19. Jh. in der Schweiz lebte. Dort war er maßgeblich mit am Bau des Gotthard-Tunnels beteiligt, in dem er mit seinen geodätischen Präzisionsmessungen die Voraussetzung für die Trassierung des Bauwerks schuf.

In dieser Zeit kam er mit den verschiedensten wissenschaftlichen Instrumenten in Berührung, so auch mit den Barometern und Höhenmessern. Dabei lernte er die Firmen Hermann & Pfister in Bern, wie auch Hottinger-Goldschmid in Zürich kennen und schätzen. Aus seiner Feder stammt auch die Broschüre aus dem Jahre 1877: Die Aneroidbarometer des Jakob Goldschmid.

Auch das nach ihm benannte Hygrometer stammt wohl aus den ausgehenden 70er-Jahren. Es ist ein Haarhygrometer klassischer Bauart mit Thermometer(n), in einem verglasten Blechgehäuse. Vor die Blechrückwand lässt sich zur Eichung ein mit Gaze bespannter Metallrahmen einsetzen, der mit dest. Wasser benetzt wird. Im Gehäuse sättigt sich daraufhin die Luft in kürzester Zeit auf 100% und bildet eine "Feuchte Kammer". Das Instrument kann jetzt mittels eines Schraubendrehers durch ein Loch in der Frontscheibe, auf 100% eingestellt werden. Zur eigentlichen Feuchtemessung wird dann Glas und Rückwand entfernt.

Diese Hygrometer setzten sich im letzten Quartal des 19.Jh. rasch durch und fanden noch bis weit ins 20. Jh. ihre Liebhaber. Den Lebenslauf dieses verdienten Wissenschaftlers hat seine Frau veröffentlicht. Siehe dazu.


03.04.2010

(stoe) Betr. Hygrometrie...
Die Vorbereitung zur Geschichte der Hygrometrie - Teil 2 bringt es mit sich, dass ich mich verstärkt mit den Feuchtemessern beschäftige. Dies bedeutet aber auch immer wieder neue Erkenntnissse bezüglich der Instrumente in unserem Museum. Man lernt ja ständig hinzu.

Deshalb habe ich dieser Tage die Bilder der Absorptionshygrometer neu geordnet und die Beschreibungen, was auch die zeitlichen Einordungen anbetrifft, neu überarbeitet. Schauen Sie mal wieder rein.

Wenn Sie aber selbst ein schönes altes Hygrometer besitzen, sollten Sie nicht lange zögern und uns ein Bild davon schicken.


02.04.2010


DAS FAW-TEAM WÜNSCHT ALLEN FREUNDEN DIESER WEBSITE...

Schöne und sonnige Osterfeiertage!
A very happy and sunny Easter!
Des Joyeuses Fetes de Paques!

Gerhard Schmiegel - Jens Heling - Gerhard Stöhr - Warren D. Harris


28.03.2010

(stoe) Ein "offenes Zifferblatt"...
ist wie das Dekolleté einer schönen Frau. Es soll auf sich aufmerksam und neugierig machen.

Unser Blick wandert hinein und erkennt z.B. ob es sich um ein qualitätvolles oder einfach gearbeitetes Werk handelt. Verfügt es über nur eine Membran oder ist sie doppelt vorhanden, groß oder klein, älter und verlötet oder schon jünger, elastisch aus Beryllium und verschweißt.

Handelt es sich um ein frühes Werk mit externer Feder oder um ein solches mit einer C-Feder. Intern gefederte Membranen lassen sich wiederum in zwei Grundtypen einteilen. Erstens der "Redier-Typ" mit Zahnsegment und zweitens, der wie gewohnt mit "Wippe und Kette". Schauen Sie mal wieder in unseren Werke-Katalog. Vielleicht lässt sich hier auch schon der Hersteller erfahren.

Alterungserscheinungen lassen sich zumeist auch erkennen. Vernickelte oder vergoldete Werke sind eine wahre Augenweide für den Sammler, Flugrost gehört aber sicher nicht hinein. Das sind alles Äußerlichkeiten, entscheidend ist am Ende die Funktion. Ob es sich um einen "Blender" handelt, erfahren Sie durch Testen mittels Plastiktüte. Bei Frauen ist das nicht so einfach.


25.03.2010

(stoe) Habenicht & Holland melden sich zurück...
Wir Sammler bedauern es seit Langem, dass es zum Thema der Hygrometrie und ihrer Geschichte so gut wie keine aktuelle Informationen gibt. Das Autorenteam Wilfried Habenicht und Rainer Holland wollen, in Verbindung mit dem Wettermuseum Geraberg, diese Lücke schließen und haben sich den frühesten Anfängen dieses Teilgebiets der Physik angenommen. Sie sind den historischen Fakten nachgegangen und haben diese in einem Begleittext zur Ausstellung akribisch zusammengefasst.

Diese Dauerausstellung wird am Freitag, den 07.05.2010, mit einem Vortrag von Herrn Habenicht feierlich eröffnet und ist dann ab Montag, den 10.05. der Öffentlichkeit zugänglich. Ein Besuch lohnt sich immer!

Wir, die FaW, haben danach die Erlaubnis zur Veröffentlichung dieses höchstinteressanten Manuskripts. Sie dürfen daher schon mal gespannt sein.


23.03.2010

(stoe) Parallaxenfehler...
Das Wort "Parallaxe" stammt aus dem Griechischen und bedeutet Abstand. Dieser Fehler tritt bei der Ablesung eines Instrumentes immer dann auf, wenn der Zeiger einen räumlichen Abstand zum Zifferblatt hat. Je größer der Abstand desto größer der mögliche Fehler.

Um ihn zu vermeiden, sollten Sie möglichst senkrecht auf den Zeiger ihres Baros schauen und dabei vielleich kurzfristig ein Auge schließen. Eine Spiegelskala kann auch sehr hilfreich sein. Man bringt einfach den Zeiger und sein Abbild im Spiegel zur Deckung. Auch die senkrechte Beleuchtung mit einer Taschenlampe und das Ausrichten auf den Schatten erfüllt den gleichen Zweck.


20.03.2010

(stoe) Ein gesalzener Protest....
des Bäckerhandwerks hat dieser Tage gerade nochmal das Schlimmste verhindert.
Wieder einmal, nach Quecksilberverbot und Stromsparlampe, war Brüssel auf dem besten Wege den nächsten Unsinn zu kreieren.

Im Rahmen der Einführung von "Nährwertprofilen" sollte mit der "Health- Care-Verordnung" den Bäckern eine Verringerung des Salzgehaltes an Brezeln, Laugenwecken und Seelen (!) aufoktruiert werden. Es sollten Grenzwerte festgelegt werden. Da muss man erst mal drauf kommen.

Ein Sturm der Entrüstung ging durch's Land und hatte vorläufig Erfolg. Nährwertprofile soll es nicht geben. Die Verordnung verschwand in einem Ordner zur Wiedervorlage in 6 Jahren.
Ja haben die wirklich noch alle Tassen im Schrank?
Es ist eigentlich unfassbar, mit welchem Schwachsinn sich erwachsene Menschen dort beschäftigen und dafür auch noch hoch bezahlt werden.


18.03.2010 >077

(stoe) Wenn es denn dumm läuft...
Für 225,- EURO (Estimate 100 - 200 €) wurde dieser Tage ein recht seltenes Quecksilber-Barometer von Hendrik Hen in den Niederlanden auktioniert.

Was für den Käufer ein Schnäppchen, war für den Verkäufer wohl ein Desaster.

Das Instrument, halb Gefäß- halb Radbarometer, ist zwar Geschmacksache, aber für den Fachmann ganz klar ein Vielfaches Wert. So schlecht kann ein Zustand garnicht sein, dass ein solch niedriges Gebot gerechtfertigt wäre. Das scheint mir generell ein Problem der momentan grassierenden niedrigen Startpreise zu sein. Man lockt zwar damit Leute an, aber der Einlieferer ist, bei geringem Interesse, letztlich der Gelackmeierte.

Stellt sich mir die Frage, inwieweit dieser im Vorfeld gut beraten wurde? Unwissenheit wird man dem Auktionshaus
"im Land der Barometer" wohl kaum unterstellen können.


17.03.2010 >076

(stoe) Wussten Sie es schon...
Für die Gehäuse der Metallbarometer des 19. Jh. kannten die Hersteller offensichtlich vier Grundformen.

So wurden die Gehäuse in der Art einer Trommel als französische Form (boite francaise oder tambour), in der sich nach hinten zylindrisch verjüngenden Form, als amerikanische Form (boite americaine), die mit mehr Sicken als englische Bauform (boite anglaise) und schließlich die zylindrische mit Sicken als russische Bauform bezeichnet.

Lufft unterschied dies erstmals in seinem Katalog von 1891. Ich habe diese Einteilung aber auch noch später (~1905) in französichen Katalogen (die russische Form) gefunden. Seine Werke unterteilt Lufft in "Holosterik Werke", mit C-Feder und "Amerikanerwerke", die mit der internen Feder. Erstere sind uns ja bekannt, woher die Zuschreibung der Werke mit interner Feder an die USA herrührt muss wohl ungeklärt bleiben!


15.03.2010

(stoe) Heute ist "Samstag der 13.03.2010, 11.00 MEZ"
Mein frisch kalibriertes Fischer Präzisionsbarometer zeigt 1027mb = hPa. Das Barometer vom örtl. Flugpatz misst 1026hPa. Mein digitales Labormessinstrument meint es wäre mit 1017hPa genug. Mein Marinebarometer hält 1022hPa für richtig und mein nicht gerade tolles Quecksilber-Stickbaro im UG, das einzige mit mmQs-Skala, steht bei 14 Grad C auf absoluten ~722mm.

Reduziert man diesen Wert auf 0 Grad und rechnet in hPa um, dann kommen 1027,05 hPa heraus. Gar nicht schlecht!
Eine Beispiel-Tabelle zum Nachvollziehen anbei!

Die Isobarenkarte vom Naval Research Laboratory prognostiziert um 06.00 Uhr ZULU-Time, was 07.00 MEZ entspricht, für meine Region, erstaunlich genaue Druckwerte zwischen 1026-1028hPa. Diese IT-Adresse hinkt zwar zeitlich immer etwas nach, ist aber eine gute Empfehlung einen Barometer zu kontrollieren.

Roland Roth's Oberschwäbische Wetterstationen messen im Umkreis von 50km alle zwischen 1024,4 bis 1028,3hPa.

Legt man nun eine Messtoleranz von +/-2 hPa zu Grunde, so liegt lediglich meine Labormessstation aus Ebay, für die ich vor wenigen Wochen nur ein paar EUROS gezahlt habe und das Marinebarometer außerhalb der gesetzten Grenzen. Das Marinebaro habe ich gleich nachjustiert, die Elektronik muss noch etwas warten.
Bin mal gespannt wie das überhaupt geht.


13.03.2010 >073

(stoe) Daniel Quare im Landesmuseum-Mannheim...
Schon einmal in der Region, erfüllte ich mir einen langgehegten Wunsch und stattete gestern dem Säulenbarometer (um 1700) aus der Werkstatt von Daniel Quare (1649-1724) London einen Besuch ab. Quare ist nicht nur bekannt durch diese für ihn so typischen, tragbaren Barometer, er war auch ein berühmter Uhrmacher jener Zeit.

Auf Ebene B fand ich dann das Gute Stück aus dem Physikalischen Kabinett des Kurfürsten in räumlicher Gemeinsamkeit mit einem Gefäßbarometer an einem Tripoid von Jesse Ramsden (1731-1800).

Leider macht es einen recht traurigen Eindruck. Die Elfenbeinhaut ist an verschiedenen Stellen gerissen, das Kapillarrohr ist gebrochen und auch der Messingaufsatz für das Rohrende fehlt oben. Es müsste daher ganz dringend fachmännisch restauriert werden. Im übrigen sind die Bemerkungen auf dem Zifferblatt in Französisch eingraviert, was selten vorkommt.


11.03.2010 >070

(stoe) "Jugend forscht 2010" Landesauscheidungen für Hessen...
In der Sporthalle des Pharmaunternehmens Merck in Darmstadt fanden heute Nachmittag die Landesausscheidungen statt.

28 junge Forscherteams mit ihren betreuenden Lehrern stellten ihre Arbeiten der Jury vor und warteten gespannt auf deren Beurteilung. Vom "stinkfreien Mülleimer" eines Neunjährigen, über die "Archäometeorologie" der Hanauer Gruppe, bis zur "Tonerzeugung mittels Hochfrequenzplasmas", waren die Themen anspruchsvoll und breit gestreut.

Unsere junge Forschergruppe mit Seen Heesch (16), Katharina Schmitt (16) Saskia Pampuch (16), sowie Herrn Dr. Peter Centner, alle von der Otto-Hahn-Schule in Hanau, präsentierten in zeitgenössischem Outfit langjährige Temperaturreihen (1798-1813) des Apothekers Philipp Gärtner im Context mit anderen vergleichbaren Temp. Messreihen der Zeit und erhielt dafür einen Ehrenpreis. Wir gratulieren! Siehe auch meinen Bericht mit NEWS vom 21.02.2010.


06.03.2010

(stoe) Ziemlich versteckt, aber dennoch gefunden...
habe ich im Historischen Museum zu Basel eine wirklich außergewöhnliche Wetterstation aus der Mitte des 19. Jh.

Bestehend aus 3 Teilen, Quecksilberbarometer, Thermometer und einer Tafel zur Erläuterungen der Umstellung auf das "Meter" als Längenmaß, war sie ab 1859 an einer Basler Wettersäule befestigt. Die Bronzereliefs stammen von einem unbekannten Künstler. Die vier Medaillons zeigen die Portraits zweier berühmter Söhne der Stadt, der beiden Mathematiker Bernoulli und Euler.
Aber sehen und lesen Sie selbst.


04.03.2010 >063

 

Richer, Jean Francois (1743-1820)
gründete in Paris im Jahre 1780 seine Werkstatt und befasste sich mit der Fertigung mathematischer Instrumente. Dabei wurde er gegen Ende hin von seinem jüngsten Sohn unterstützt. Rasch hatte er sich einen guten Namen verschafft. Die Königliche Akademie verlieh ihm 1792 einen Preis für seine Erfolge zur Berechnung der geographischen Längen auf See.

Alle Instrumente aus seiner Hand sind an der Signatur " Richer a Paris" leicht zu erkennen. Wir konnten dieser Tage ein längeres Thermometer aus Messing aus seiner Werkstatt erwerben.


03.03.2010

(stoe) Eine ganze Barometersammlung für 3.000 EURO...
Diese Ebay-Auktion #290405469302 ging soeben zu Ende. Dabei musste ein relativ schlechtes Foto einer Vitrine voller Barometer und die Angabe "ungefähr 150" für die Kaufentscheidung ausreichen.

Ein einziger Bieter, vielleicht der Verkäufer selbst, erhielt schließlich den Zuschlag.

Was ist von solchen Angeboten zu halten? Ist es eine Gelegenheit oder der Auslöser für jede Menge Stress und Ärger? Man weiß es nicht vorher. Die Chancen stehen 50:50.

Ein solches Angebot, ohne exakte Beschreibung der damit verbundenen Leistung, ist in der freien Wirtschaft völlig undenkbar. Deshalb ist jeder gut beraten der von solchen nicht genau definierten Geschäften grundsätzlich die Finger lässt. Es sei denn, er hat Gelegenheit die Sammlung vor Ort zu sichten.


02.03.2010

(stoe) Die ARD - und das Wetter...
Wer kennt Sie nicht die Tagessschau im Ersten mit dem Wetterbericht zum Schluß. Immer wieder wurde während der letzten 50 Jahre die Graphik des Wetterbildes den neuen technischen Möglichkeiten und dem Zeitgeschmack angepasst.

Die ARD zeigt diesen Wandel in 17 Bildern.


28.02.2010 >059

Wandspiegel mit Wetteranzeige, 18.Jh....
Ich sage nur Watkins & Smith und die Kenner schnalzen mit der Zunge. Das Auktionshaus von Zezschwitz-Kunst & Design in Essen versteigerte gestern, am 27.02.2010, mit Lot 58/ 269 solch ein rares Rahmenbarometer aus der Zeit um 1760. Das Winkelbarometer ist literaturbekannt, siehe Ref. 83 p.34, Banfield - Antique Barometers - 1976 .

Ein FaW-Freund war ebenfalls daran interessiert, zumal ein Startpreis von 300,00 € dazu geeignet war Hoffnungen zu wecken, wenn denn das Publikum vielleicht wenig sachkundig wäre? So hielt ich mich auch mit meinem NEWS-Report zurück um ja keine "schlafenden Hunde" zu wecken.

Unsere Rechnung ging nicht auf. Die Hunde mussten nicht geweckt werden, denn sie waren schon hellwach. Glückwunsch dem erfolgreichen Bieter und an das Auktionshaus. Man darf gespannt sein ob es ein Händler war.


24.02.2010

(stoe) Erfolgreich abgelenkt...
Wieder einmal habe ich mich von meiner momentanen Arbeit ablenken lassen. Diesmal von den Geschehnissen an der
Otto-Hahn-Schule in Hanau. Die Schüler der 10. Klasse suchten dort nach einem Thema um an "Jugend forscht" teilnehmen zu können. Man besuchte dazu das Archiv der Wetterauischen Gesellschaft. Einer der Gruppe öffnete durch Zufall einen braunen Karton und wow, - die Sensation war perfekt.

Darin befanden sich die handschriftlichen Wetteraufzeichnungen des Apothekers Gabriel Gärtner (1798-1812) für die Zeit 1798-1812, also insgesamt über 15 Jahre. Das Forschungsprojekt war geboren.

Einmal von der Materie infiziert, interessierte ich mich selbst für weitere frühe Messreihen des 17. und 18.Jh. und deren Beobachter. Dabei waren mir die Arbeiten von Gustav Hellmann und Walter Lenke eine große Hilfe. Sehen Sie dazu meine verdichtete, chronologische Aufstellung mit allen für uns relevanten Details. Interessant sind die dabei benützten Thermometer. Mit Hilfe meiner Grafik aus dem Jahre 2005 ist es mir gelungen einige der Instrumente an Hand der Messdaten zu indentifizieren. Dabei musste ich feststellen, dass die von Walter Lenke 1961 in seiner Arbeit zur Bestimmung der alten Temperaturwerte von Algöwer und Camerarius angewandte Methode, über die Häufigkeitsverteilung an die Celsius-Grade zu kommen, insbesondere in den Extrembereichen zu starken Abweichungen führt. Siehe dazu meine Grafiken! Auch habe ich mich schon einmal vor einigen Jahren mit der Materie befasst.


21.02.2010 >051

Jugend forscht 2010-Bitte klicken"

(stoe) Archeometeorologie - dem Klimawandel auf der Spur....
Eine Schülergruppe der Otto-Hahn-Schule aus Hanau forschte zu diesem Thema und wurde unter 354 Teilnehmern von "Jugend forscht" zum Regionalsieger gekürt. Wir gratulieren den Schülerinnen und Schülern, sowie ihrem Lehrer Herrn Dr. Centner.

Auslöser zu dieser Arbeit waren alte meteorologische Aufzeichnungen des Apothekers Gottfried Phillip Gärtner, die im Archiv der Wetterauischen Gesellschaft zu Hanau gefunden wurden. Eine echte Sensation! Der Apotheker hatte in der Zeit von 1798 - 1813 akribisch jeweils dreimal am Tag, den Luftdruck, die Temperatur, die Windrichtung und weitere Angaben zur Witterung notiert.

Die Schüler transponierten nun diese rund 62.000 Einzelwerte in Excel-Tabellen, wobei natürlich die alten barometr. Zollangaben in zeitgemäße Hektopascal umgerechnet wurden. Hierbei konnten die FaW ihre Erfahrung mit einbringen.

Das Ergebnis ist eine interessante, graphische Klimareihe die nur mit einer Lücke von wenigen Jahren an die Messdaten der vom Kurfürst der Pfalz und Bayern Karl-Theodor 1780 gegründeten "Societas Meteorologica Palatina" anschließt. Diese hatte im Dezember 1792 ihre Tätigkeit eingestellt.

Vielleicht war das auch der Grund warum sich Gärtner dazu berufen fühlte diese Messreihen fortzuführen. Mannheim und Hanau sind schließlich gerade mal 90km Luftlinie voneinander entfernt.
Am 10. und 11. März werden nun in Darmstadt die Landessieger ermittelt. Wir drücken jedenfalls die Daumen.


19.02.2010 >049

 

(stoe) Ein wirklich ganz außergewöhnliches frz. Hg-Barometer...
Dieser Tage hatte ich erfahren, dass Herr Jongerius wieder einmal ein ganz besonderes Barometer in seiner Werkstatt hat. Das machte mich natürlich neugierig.

Und tatsächlich, es ist ein franz. Radbarometer, möglicherweise ein Unikat, das wohl für wissenschaftliche Zwecke gebaut wurde. Es ist 130cm lang, 51cm breit und das Zifferblatt hat einen Durchmesser von sage und schreibe 42cm. Ein Größeres habe ich noch nie gesehen. Der Tendenzeiger am Zifferblattrand wird über einen Knopf mittels Getriebe und Zahnkranz eingestellt. Die Zeigerachse ruht auf zwei leichtgängigen, zahnlosen Rädern und entlasten so die Zeigerwelle. Der Messbereich des versilberten Zifferblatts umfasst lediglich 2 Zoll, was theoretisch eine enorme Ablesegenauigkeit bedeutet.

Der Korpus ist aus furnierten und poliertem Mahagoni. Die Empire-Lunette aus Messingguss zeugt von großer Sorgfalt. Eine wahre Augenweide für uns Sammler. Wir bedanken uns bei Herrn Jongerius für seine freundlichen Informationen. Er ist für Restaurationen, die auch feinmechanisches Können erfordern, zweifellos eine erste Adresse. Das Instrument sucht jetzt einen neuen Besitzer!


18.02.2010

(stoe) Die Wetterinstrumente sind in EBAY absolut sicher versteckt...
Offensichtlich bin ich, obwohl ich mich eigentlich zu den alten Hasen zähle, in Ebay-Deutschland nie richtig "eingestiegen". Man sehe es mir bitte nach.

Es gibt da tatsächlich eine eigene Kategorie "Wettergeräte", man muss sie nur finden. Und das geht folgendermaßen: Antiquitäten & Kunst > Technik & Photografica > Wissenschaftliche Instrumente > Wettergeräte, mit den Unterkategorien: Barometer - Thermometer - Sonstige. Probieren Sie es aus!


16.02.2010

(stoe) Thermometer zu sammeln ist ein interessanter aber harter Job.....
insbesondere dann, wenn man es auf historische Thermometer vom 18. bis ins beginnende 20. Jahrhundert abgesehen hat.

Sucht man in Ebay-Deutschland nach Thermometern und selektiert durch Ausschluss einiger Merkmale, so werden immer noch über 18.000 Artikel gelistet, die man dann Objekt für Objekt sichten muß. Es ist sehr aufwändig hier die Spreu vom Weizen zu trennen. Das frustet enorm, - zumal der Erfolgsfaktor dann letztlich im Promillebereich liegt. Der Rest ist für den Sammler uninteressant. Im Internet sieht es nicht viel besser aus. Nur für ganz wenige Händler existiert dieses Produkt überhaupt. Spezielle Thermometersammler gibt es daher in Deutschland auch nur ganz wenige. Man kann sie möglicherweise an zwei Händen abzählen.

In den USA sieht das offensichtlich besser aus. Immerhin gibt es dort schon seit vielen Jahren einen eigenen Thermometer-Collectors-Club, mit einem Präsidenten namens Mr. Warren Harris, der alleine schon eine Sammlung von über 600 historischen Thermometern in die Waagschale bringt. Darüber hinaus gibt es den "Thermometerman" der ein kleines Privatmuseum mit über 3.500 Thermometern unterhält. Allerdings sammelt Mr. Richard T. Porter völlig ungeordnet alles was nur eine Thermometerskala trägt. Seine Sammlung ist für den Antiquitätenfreund daher weniger interressant.

Auch gibt es in den USA seit 2001 ein Paperback von Merrit Curtis zum Therma: Werbethermometer. Abgesehen von den bibliophilen Veröffentlichungen ist das aber schon alles. Es mangelt an einem modernen Buch für den Sammler.

Daher wäre es für die FaW äußerst reizvoll und die einmalige Gelegenheit, jetzt auf der Basis der Harris-Sammlung, zusammen mit unseren eigenen Instrumenten und ggfls. Unterstützung aus Geraberg, dieses längst fällige Buch zu realisieren.
Alle Voraussetzungen wären gegeben. Mr. Harris zählt mit seinem unzähligen Fotoobjekten seit kurzem zu unserem Team, in Herrn Schmiegel haben wir den Mann aus der Praxis und unsere FaW-Freunde würden uns sicherlich auch unterstützen. Dabei können die Verbindungen nach Geraberg nicht besser sein.
Was hindert uns also noch?

Mal abgesehen von der realen Zahl der Interessenten an solch einem Buch, sind es erstens der zeitliche Aufwand und zweitens die dafür notwendigen Kosten. Lassen Sie uns die Angelegenheit deshalb in einer ruhigen Stunde überdenken..


06.02.2010 >037

(stoe) Alles andere denn eine halbe Sache...
ist dieses Bourdonbarometer, das von der Konstruktion her nur mit einem halben Röhren-Segment auskommen muß. Bestimmt eine seltene Konstruktion die mir da dieser Tage in die Hände gefallen ist.

Der Hersteller lässt sich nur vermuten. Betrachtet man die kleine Zeigerplatine oben, so könnte es von Naudet stammen, während die untere Platine Elemente von Breguet zeigt. Aber das wäre zugegeben eine etwas seltsame Constellation und ist eher unwahrscheinlich. Wir werden es daher nie erfahren.

Verkauft wurde es von J. Neuhöfer am Kohlmarkt in Wien und es ist ganz sicher eine Bereicherung unseres Museums.


05.02.2010

(stoe) Innovacelli ein neuer Barometertyp...?
Die Firma Dingens aus Beverlo macht es spannend.
Sie hat mit Hilfe des Sirris-Zentrum und der Universität von Hasselt ein neues Barometer entwickelt, das ohne Quecksilber auskommt. Es wird sogar als Präzisionsbarometer bezeichnet.

Dazu wurde ein 8er-Membranensatz mit einer Flüssigkeitskapillare kombiniert. Also, wenn Sie so wollen ein weiteres Hybridbarometer.

Erstmals vorgestellt wurde es im Innovationszentrum von Limburg am 09.12.2009. Allerdings ist auf dem Foto die Funktion des Barometers schlecht zu erkennen. Daher hatte ich die Firma Dingens angeschrieben und um Informationen gebeten. Leider steht eine Antwort bis heute aus.

Nun gibt es seit einigen Tagen ein neues Foto, das mehr über die Funktion aussagt. Man darf jetzt gespannt sein, wann es käuflich sein wird.

Wie heißt es doch so treffend: Not macht erfinderisch. Wir gratulieren!

P.S. 19.02.2010 Zwischenzeitlich haben wir Nachricht aus Beverlo. Das neue Barometer wird erst im Mai/ Juni lieferbar sein. Ein Preis ist auch noch nicht bekannt!


04.02.2010 <035

(stoe) Improved Weather Indicator nach Hardy & Padmore...
Die Firma wurde von Robert und John Hardy im Jahre 1814 gegründet. Später, 1818 schloss sich noch Richard Padmore an. Das Trio gründete 1829 die Gießerei Hardy & Padmore in Worcester, die noch bis ins Jahr 1963 bestand.

Natürlich war Alles was sie fertigten aus Gusseisen, so auch unser heutiges Objekt, das ich bei
Derik & Tina Rayment
entdeckt habe. Es ist ein seltener "Improved Weather Indicator", ein verbessertes Wasserbaroskop also, das H&P im Jahre 1901 mit Patent Nr. 22.904 anmeldeten.

Die Funktion ist rasch erklärt: Ein Glasrohr mit geschlossenem Gefäß oben, reicht senkrecht in ein offenes Gefäß unten. Die Schale wird gefüllt und das Wasser dann über ein Ventil am oberen Gefäß angesaugt und "auf Höhe" eingestellt. Einfacher geht es nicht mehr!

Es ist dann auch kein Präzisionsinstrument, schon eher die englische Ausgabe des Holländ. Wetterglases.


03.02.2010

(stoe) Säkulärer Nullpunktsanstieg...
Was versteht man darunter? Es ist das Phänomen, dass Thermometerglas langfristig seine molekulare Struktur verändert, indem es sich verdichtet und auf diese Weise das Gefäß verkleinert, was sich in der Folge temperaturerhöhend auswirkt.

Diese Zunahme kann durchaus ein halbes Grad ausmachen. Für den Hausgebrauch vielleicht unbedeutend, für langfristige Klimareihen jedoch nicht vernachlässigbar.

Herr Dr. Peter Winkler vom Hohenpeißenberg-Observatorium untersucht dieses Phänomen seit einigen Jahren an alten Quecksilberthermometern aus dem 19. Jh. Lesen Sie dazu seinen Artikel aus den
DMG-Mitteilungen von 04/2009.


30.01.2010

(stoe) Vorsicht - Fake...
Da findet sich in Ebay derzeit ein Angebot #350310719013, das geeignet ist in den Köpfen auch erfahrener Sammler (wie z.B. meiner Person) Assoziationen im Hinblick auf ein Schnäppchen zu wecken.

Es sieht von der Größe und der Machart aus, wie die Frontseite eines verkürzten Hg-Radbarometers nach Amontons, das irgendwann in den letzten 150 Jahren in ein Aneroidbarometer umgebaut wurde. Das schöne Porzellanzifferblatt mit den Emaille-Cartouchen vermerkt als Maker ein Firma "Lefebure" in der "rue de Montmerency 15". Die Strasse gibt es in Paris, ein Maker Lefebure ist dagegen unbekannt.

Aber es gibt eine sehr renommierte Werkstatt aus dem 18. Jh., welche in der Zeit von etwa 1780-1840 ebensolche Barometer für teures Geld gebaut hat. Deren Name: > [Jean-Noel] Lerebours<. Wer nun meint, der Verkäufer habe sich beim entziffern des Namens geirrt und das >r< vielleicht für ein >f< gehalten und er käme auf diese Weise günstig an einen echten >Lerebours< den man nur in seinen ursprünglichen Zustand zurückbauen müsse, liegt falsch. Der Name lautet definitiv "Lefebure", hat mir der Verkäufer auf Anfrage mitgeteilt. Lerebours war auch nie in der genannten Strasse etabliert.

Ein Umbau ist vielleicht möglich, aber das Ergebnis wäre eine Fälschung, die schon im 19.Jh. ihren Ursprung nahm. Also nichts von wegen 2.000 -3.000,- US$. Das Instrument stammt auch nicht aus dem 18.Jh. wie beschrieben, sonst wäre es ja kein Aneroid. Der Verkäufer hat auch zwischenzeitlich seinen Preis halbiert. Mit den momentan geforderten 500,- Dollar ist das Aneroid-Barometer ganz sicher angemessen bezahlt. Schnäppchen fallen eben nicht vom Himmel!


28.01.2010

 

(stoe) Wir haben ab sofort einen eigenen Korrespondenten in den USA.....
Mr. Warren D. Harris ist seit 40 Jahren passionierter Sammler von historischen Thermometern und kennt in seiner Eigenschaft als Präsident des amerik. Thermometersammlerclubs die Szene aus 1. Hand.

Seine Kollektion verfügt über mehr als 600 Exemplare (!) und dürfte damit eine der größten Sammlungen historischer Thermometer weltweit sein. Mit seinen 69 Jahren möchte er seine Sammlung allerdings nicht mehr weiter ausdehnen, sondern ganz im Gegenteil, sie mittelfristig verkaufen. Auf diese Weise haben wir uns kennengelernt.

Mr. Harris wird uns also fortan einmal im Monat mit seinem >Harris-Sammlerbrief< über das Geschehen in den Vereinigten Staaten informieren. So erweitern wir unseren eigenen Horizont und schaffen eine Verbindung zu den Sammlerkollegen in der "Neuen Welt".

Heißen wir Ihn willkommen in unserem Team und senden gleichzeitig die besten Wünsche an unsere Sammlerfreunde in den USA!


27.01.2010 >027

(stoe) Ich war gerade mal wieder im Internet bummeln...
und da führt mich mein Weg immer an den >Schaufenstern< von Herrn Fontijn vorbei.

Es ist immer das Gleiche, außergewöhnlich lange Thermometer wirken sich schon seit jeher erhöhend auf meinen Blutdruck aus. Deshalb fiel mein Auge auch gleich auf ein franz. Thermometer aus der Werkstatt von Etienne Lenoir - Paris (1744-1832).

Ein Prachtexemplar aus dem 18.Jh., skaliert in Centigrad und Reaumur und sage und schreibe 75cm lang.
Wow, - mein Sammlerherz pocht heftig. Ich werde mal sacht anfragen was es kosten soll?
P.S. Upps - wusste ich es doch, ich hatte wieder einmal einen extrem teuren Geschmack!


23.01.2010

(stoe) Harris - Thermometer - Collection zurückgezogen...

Zwischenzeitlch wurde die für 26.01.2010 angesetzte EBAY-Auktion gecancelt!


20.01.2010

(stoe) Die Harris - Thermometer-Collection wird in Ebay angeboten...
Diese Sammlung alter und dekorativer Thermometer von Mr. Harris ist in Sacramento/ Kalifornien beheimatet. Mr. Warren D. Harris ist zugleich Präsident der amerikanischen Vereinigung der Thermometer-Sammler. Dass es solch eine Vereinigung gibt, habe ich selbst erst jetzt erfahren.

Mr. Harris hat nun offensichtlich in den vergangenen 35 Jahren mehr als 600 Thermometer (!) zusammen getragen und möchte sich heute möglichst in einem Rutsch davon trennen. So weit, so gut, - wenn da der Preis nicht wäre. Er geht dabei von einem Komplettpreis von ca. 300.000,- US$ aus. Sie haben recht gelesen, das sind pro Thermometer rein rechnerisch 500,- US$.

Warten wir es ab, aber Mr. Harris wird um eine Stückelung in kleinere Tranchen sicher nicht herumkommen. Trotzdem ist es grundsätzlich schade, dass auf diese Weise das "Lebenswerk" eines engagierten Sammlers praktisch zerrissen wird. Da tut mir das Herz weh!

Noch schlimmer, - diese einmalige Kollektion ist, so scheint es jedenfalls, nicht einzeln Objekt für Objekt, fotografisch dokumeniert. Wäre das der Fall, so könnte man daraus einen Katalog oder zumindest eine CD herstellen und die Sammlung auf diese Art und Weise der Nachwelt erhalten.

Wir sind in Kontakt, denn noch ist es ja nicht zu spät! Für die Auktion selbst wurde ein Portfolio erstellt, das Ihnen eine ungefähre Vorstellung des Umfangs dieser Kollektion vermitteln soll.

Falls jemand aber bieten will, - in 6 Tagen, am 26.01.2010, um 19.30 MEZ ist ultimo!


17.01.2010 >017

(stoe) Calderoni es Tarsa - Budapest - Vorosmarty 1
gegründet 1819, war einst eine erste Adresse für optische und meteorologische Waren in Ungarn's Hauptstadt.

Soeben schickt mir ein treuer Freund dieses reizvolle, zeitgenössische Photo, das wohl um 1900-1910 entstanden sein dürfte. Eine Schaufensterfront gefüllt mit Wetterinstrumenten.

Die noble Geschäftsfassade ist entsprechend dem damaligen Zeitgeschmack mit sehr aufwändigen und teuren Details ausgestattet und soll die Leistungsstärke seiner stolzen Inhaber nach außen hin demonstrieren. Ein interessantes Zeitdokument, das noch heute seine Wirkung nicht verfehlt. Budapest, heute immer noch eine prächtige Stadt, wurde seinerzeit auch als Paris des Osten bezeichnet. Wir bedanken uns herzlich!


08.01.2010

(stoe) Ich komme gerade vom Zollamt...
und habe meinen neuen Schiffsbarometer abgeholt. Er macht mir einen recht soliden Eindruck und bringt bei einem Durchmesser von 24cm, sage und schreibe 3,0 kg auf die Waage. Da muß ich mir erst einmal einen kräftigen Haken besorgen.

Auf dem Zifferblatt mit Spiegelskala ist der Hersteller bzw. Händler vermerkt: Utsuki-Keiki Co. Ltd., Yokohama, offensichtlich der Nachfolger von Yanagi. Sie sehen schon, die östliche Hemisphäre hält erstmals Einzug!

Er soll die Riege unserer Präzisionsbarometer vervollständigen. Deshalb werde ich die nächsten Tage mal einen Blick auf die Qualität seiner Innereien werfen.


06.01.2010 >006

 

(stoe) Wat denn dat...?
Es ist auf jeden Fall ein Flüssigkeits-Barometer wie Sie bestimmt noch kein Zweites gesehen haben. Es ist quecksilberfrei, temperaturunabhängig, kurz und transportabel, dabei verschlossen und wurde von Herrn Schmiegel als Hybrid-Barometer bezeichnet, da es sowohl Elemente eines Metallbarometers, wie auch eines Flüssigkeitsbarometers in sich trägt.

Von Richard Adie 1860 in Edinburgh vorgestellt, schlummerte es bis heute 150 Jahre in den Folianten der Royal Society of Arts. Wir haben es darin wiederentdeckt und mit unseren modernen Möglichkeiten nachgebaut.

Die ersten Prototypen hängen an der Wand und haben ihre Bewährungsprobe bestanden. Ob die Konstruktion für eine kleine oder große Serie geeignet ist, das müssen unsere Herstellerfreunde selbst herausfinden. Einen Versuch ist es jedenfalls wert. Übrigens ist es heuer das 150. Jubiläumsjahr, machen wir doch was Großes? draus!

Unser Knowhow können sie bekommen. Siehe dazu auch meinen Artikel!


05.01.2010

Endlich geschafft...
Seit 2006 beschäftige ich mich mit den Thermo- und Gasbarometern. Mal mehr und mal weniger. Kenner vermissten dabei mit Recht schon lange einen Bericht über das "Baromètre absolu" von Hans und Hermery. Das war wirklich eine echte Lücke.

Nun sind aber in der letzten Zeit zwei weitere Exemplare dieses sehr seltenen Barotyps aufgetaucht., was für mich der Auslöser war zum Jahresende jetzt endlich dieses Thema zu Ende zu bringen. Es ist dafür ziemlich umfassend geworden, - aber lesen Sie selbst.

Und wieder einmal kann ich eine Mappe von meinem Schreibtisch entfernen. Als nächstes werde ich mir "die Thermometrie des 18.Jh." vornehmen, die staubigste Mappe von allen.


04.04.2010 >004

(stoe) Ein neues Barometer-Buch ist erschienen...
Seit einigen Wochen wird in den USA ein neues Buch angeboten, das sich erstmals auch mit der modernen Barometrie befasst, so wie sie in der Marine-Ausbildung dort gelehrt wird. Geschrieben von einem Navigations- und Wetterexperten ist das Buch etwas für den praktischen Gebrauch:

David Burch - The Barometer Handbook

Vermeiden Sie die Einfuhr-USt. in dem Sie unbedingt bei einem europäischen Händler bestellen!


01.01.2010

PROSIT NEUJAHR!



NEWS vom 01.01.2013 - 30.06.2014
NEWS vom 01.01.2013 - 30.06.2013 NEWS vom 01.07.2013 - 31.12.2013
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NEWS vom 01.01.2011 - 30.06.2011 NEWS vom 01.07.2011 - 31.12.2011
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