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21.12.2007

Frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr
Merry Christmas and a Happy New Year
Feliz Navidad y Prospero Ano Nuevo
Bon Noel et meilleurs voeux pour la nouvelle annee
Prettige Kerstdagen en een gelukkig Nieuwjaar


(stoe) Liebe Freunde alter Wetterinstrumente, wieder einmal geht ein Jahr zu Ende und gestattet mir einen ganz persönlichen Rückblick. Er ist dieses Mal tiefgrau gefärbt. Ob ich überzogen habe, mögen Sie selbst entscheiden.

Für die Barometrie war es ein trauriges Jahr, brachte es doch per EU-Gesetz den Fertigungsstopp neuer Quecksilberbarometer im nächsten Jahr. Damit wurde einem 325 Jahre alten Traditionsberuf die Existenzgrundlage entzogen. Wir konnten es trotz breiter Intervention nicht verhindern, - die Bürokratie brauchte ein Opfer.

Aber nicht nur uns hat Brüssel übel mitgespielt, auch den Rauchern in Europa geht es mächtig an den Kragen. Die Zigarette oder Zigarre, einst das Symbol des Genusses nach einer Tasse Kaffee oder einem guten Essen, ist nur noch unter freiem Himmel möglich. Geselligkeit hin oder her.

Die nächsten Opfer sind auch bereits im Visier. Es sind die Freunde rassiger Automobile. Egal ob sie frisch vom Band kommen oder bereits als Oldtimer Geschichte geschrieben haben, die Bürokratie hält schon eine Plakette bereit. Rot bedeutet "Umweltschwein".

Selbst der Kachelofen, einst das Urbild deutscher Gemütlichkeit mutierte über Nacht zur "Dreckschleuder". Und sollten Sie überdurchschnittliches Leisten und dafür "gutes Geld" verdienen, so dürfen Sie sich nicht wundern, wenn Sie in unserer Neidgesellschaft, sich demnächst dafür rechtfertigen müssen. Es fehlt nur noch die Luxussteuer auf Sammlungen.
Ich frage mich ernsthaft, - wer schützt uns vor Brüssel?


Nichtsdestotrotz genießen Sie die kommenden Feiertage, gönnen Sie sich etwas Ruhe im Kreise ihrer Lieben und bleiben Sie gesund!
Ihr Jens Heling, Gerhard Schmiegel und Gerhard Stöhr


15.12..2007


(stoe) A propos - persönlicher Gabentisch...
Das neueste Buch von Philip R. Collins ist im November bei Baros Books erschienen. Es wird also langsam Zeit, dass ich es Ihnen vorstelle.

Sein Titel lautet: FitzRoy and his barometers

Als profunder Kenner der Materie, der Collins sicher ist, schließt er damit die Informationslücke, die das Wirken dieses bedeutenden Meteorologen und sein tragisches Ende betreffen. Natürlich versprechen wir Sammler uns auch eine ganze Reihe schöner Fotos seiner speziellen "Fitzroy Barometer".

Warten wir's also ab, denn ich habe erst heute bestellt. Aber 10 Tage für die Zustellung dürften eigentlich noch ausreichen.


14.12.2007

(stoe) Weatherstar Nr. 17
So ein Internet-Bummel weckt natürlich auch Begierden. Den Vogel schießt dabei dieses Mal John Carlton-Smith aus London ab.

Er bietet ein absolut museales Stück aus dem 18.Jh. an. Ein typisches Angle-Barometer von Francis Watkins. Dieser arbeitete von 1747-84 in London - Charing Cross und bildete Addison Smith aus, mit dem er sich von 1763-74 geschäftlich zu Watkins & Smith verband.

Aus dieser Zeit stammt dieser äußerst seltene Barometertyp mit Thermometer und Hygrometer in der Form eines Wandspiegels. Links und rechts das Barometer- bzw. Thermometerrohr. An Stelle des Spiegels, ein 'immerwährender Kalender', der für den Zeitraum von hundert Jahren, wichtige kirchliche und weltliche Feiertage und einige astronomische Informationen bereit hält.

Ein vergleichbares Instrument ist im SCIENCE MUSEUM LONDON zu sehen. Weitere Informationen finden Sie bei N. Goodison [Ref. 66, p. 269ff]. Also eine Rarität allerersten Ranges und was fürs Auge, aber ganz sicher nichts für meinen persönlichen Gabentisch.


13.12.2007

(stoe) Schatz lass uns mal bummeln gehen...
Welche Frau lässt sich das zweimal sagen. Probieren Sie es doch aus, denn jetzt ist genau die richtige Zeit, wo das Fest der Feste vor der Tür steht. Achten Sie dann darauf, wo sie ihre Frau hinführt, ob zu den hell erleuchteten, festlich dekorierten Schaufenstern, oder zu denjenigen, die eigentlich das ganze Jahr gleich aussehen. Man braucht kein Prophet sein, es werden die Kaufhäuser und Händler sein, die Sie als Kunden mit Licht, schöner Dekoration und guter Ware zu günstigen Preisen umgarnen. Licht lockt Leute, eine alter Spruch, zieht die Kunden an und suggeriert ein besonderes Verkaufserlebnis, während eine vernachlässigte Präsentation eher abstößt.

Dieser Tage habe ich für Sie einmal einen Internet-Bummel gemacht. Die niederländische Website "Uncle-B" ist dazu ein guter Reiseführer. Insgesamt habe ich auf diese Weise 75 Barometerhändler besucht und deren Homepages nach einem eigens erstellten Schlüssel bewertet.
Schaut man sich die technische Ausführung der Homepages an, so ist festzustellen, dass sich mittlerweile vieles gebessert hat. 2/3 dieser geschäftlichen Visitenkarten werden heute von Profis erstellt. Die Branche hat also, in diesem Punkt, die Zeichen der Zeit erkannt.
Was die Händler selbst anbelangt
, so befassen sich 9 Kollegen ausschließlich mit Barometern und 9 weitere noch zusätzlich mit wissenschaftlichen Instrumenten. Der überwiegende Rest aber, 56 Händler, handelt in erster Linie mit Uhren, wenige davon auch noch zusätzlich mit Möbeln.
Untersucht man weiter die Anzahl der ausgestellten Ware, also die gezeigte Auswahl, wohl wissend, dass es da Betriebe gibt, die bewusst nur mit 3 schönen Exemplaren (die dann längst verkauft sind!) die Kunden locken wollen. Mit dem Nachteil natürlich, dass sich ihre HP das ganze Jahr gleich präsentiert und "Langweile" signalisiert. Was also die Auswahl anbelangt, so habe ich 4 Gruppen gebildet, von eins_a, über gut, befriedigend bis wenig. Eins_a bedeutet, es werden mehr als 30 Barometer gezeigt, davon gibt es nur 5 Fachhändler. Die Gruppe mit "guter" Auswahl, also mehr als 20 Barometer, steht für 10 weitere Händler. Der überwiegende Rest präsentiert uns weniger als 20 Instrumente.
Kommen wir nun zu der Qualität der Fotos. Sind sie zu klein, zu dunkel, zu unscharf oder aus einem ungünstigen Blickwinkel fotografiert, so wird kein Betrachter lange verweilen. Kommen Sie aber mit neutralem Hintergrund, sind richtig belichtet und zeigen noch zusätzliche Detailfotos, so kann sich der Interessent ein genaues Bild davon machen was ihn erwartet. Das Barometer ist so praktisch schon vorverkauft. Nur soviel: 9 Barohändler erhielten die Bewertung "sehr gut" und 26x konnte ich die Note "gut" vergeben. Hier gibt es also noch Handlungsbedarf. Ein gutes Foto ist bei den heutigen technischen Möglichkeiten wirklich nicht schwer. Schauen Sie doch wieder einmal auf unserer FaW-Homepage vorbei!

Es wäre jetzt natürlich ein Leichtes, ihnen liebe FaW-Freunde eine "TopTen-Liste" anzubieten. Das möchte ich, jedenfalls zum heutigen Zeitpunkt, noch nicht tun. Wie heißt es so schön: "Der Kenner schweigt und genießt". Ich genieße also, indem ich die 10 TOP-Händlerkollegen wöchentlich besuche und den Rest nur alle halbe Jahre mal.

Noch etwas, - ich weiß nicht wie es Ihnen ergeht, aber das Fehlen einer Preisauszeichnung betrachte ich als einen unfreundlichen Akt und ist für mich jedesmal ein Ärgernis! Dass eine Ware einen Preis hat, ist etwas völlig Normales. Hat die Branche etwas zu verbergen, dass der so oft nur auf Anfrage zu erfahren ist? Ich verstehe das jedenfalls nicht.


02.12.2007

(stoe) Der vorweihnachtliche Auktionskalender...
Christies London, King-Street Sale 7445, am 06.12.2007. Freunde der französischen, royalen Lebensart des 18.Jh. finden dort drei prächtige Barometer-Angebote (Lot 24/ 132/ 315) mit Schätzpreisen bis 50.000 GBP. Also etwas für den sehr gehobenen Anspruch.
Christies London, Kensington Sale 5158, am 12.12.2007
. Das Angebot ist hier mit nur 8 Lots eher übersichtlich. Auffallend vielleicht ein seltenes 4 Zoll Radbarometer von Davis-Leeds (Lot 797), um 1840 und ein hübsches Sympiesometer von Mc Gregor - Glasgow, um 1850 (Lot 791). Ein unsigniertes, frühes Stickbarometer mit rückseitig aufgeklebter Geschäftskarte und auf 1705 datiert (Lot 776), wirft sicher Fragen auf.

Bonhams ist auch an verschiedenen Auktionsorten präsent. So am 06.12. in Edinburgh, am 6.+ 8.12. in Chester und am 11.12. (Sale 15301) am Stammsitz in London.
Hier fällt mir nur das Lot Nr. 17 auf. Ein Double Tube Baro von John Whitehurst (Lot 17), das am 19.06.07 schon einmal vergeblich verkauft werden sollte. Ein identisches Baro brachte dann Herrn Banfield 8.500,00 GBP. Siehe unsere NEWS vom 07.09. Mal sehen ob es dieses Mal einen Käufer findet..

Sotheby's in London und das Dorotheum in Wien zeigen den Barometern in dieser Saison die kalte Schulter. Jedenfalls liefen meine Selektionen ins Leere.

MEIN FAZIT: Wenig Aufregendes im Angebot der großen Auktionshäuser!


Auktionsergebnis: Bonhams am 11.12.2007- Sale 15301/ Lot.17 = 2.800 GBP netto !

01.12.2007

(stoe) Advent - die Zeit der Weihnachtsmärkte und Geschenkbazare...

Wie jedes Jahr, ist die Zürcher Sammlerbörse in Oerlikon ein äußerst starker Magnet für die Süddeutsche Region.
Dort ist kommende Woche, von Donnerstag, dem 06.12. bis Sonntag 09.12.07, jeweils von 10.00 bis 19.00 Uhr täglich geöffnet.

Ein Sammler-Eldorado das seinesgleichen sucht!


30.11.2007

(stoe) Post aus der Schweiz..
erhalte ich alle Jahre im November. Es handelt sich dabei um den neuesten Katalog (Nr. 35) der Firma Antiquités Scientifiques aus Genf.

Herr Perret bietet darin momentan u.a. zwei schöne Labor-HG-Barometer Schweizer Provenienz an. Der eine signiert: Friedinger - Luzern , der andere Société Genevoise - Genf, zum Preis von 1.600,- bzw. 2.000,- Sfr. an.

Beim Verbringen eines Quecksilberbarometers aus gebirgigen Regionen ins Flachland gilt es allerdings zu beachten, dass pro 10m Höhendiffernz der beiden Orte, der Veränderlichpunkt um ~0,87 mmQs bzw. ~1,15hP steigt. Das bedeutet, dass eine Skala die ursprünglich für 436 m.ü.NN ( z.B. Luzern ) konzipiert wurde, in Hamburg um 43,6 x 0,87mm = ~38 mm zu tief hängt.
Eine einfache Rechnung, die jedoch vor Überraschungen schützt!


22.10.2007

(stoe) Unser diesjähriger Herbsturlaub...

führte uns in den Bayrischen Wald. Dorthin wo noch nach alter Tradition Glasbläser an ihren fauchenden Öfen stehen und die Glasmacherpfeife von Zeit zu Zeit in den feurigen Schlund führen, um entweder das Rohglas aufzunehmen oder es auf Temperatur zu halten. Nur mit der Kraft ihrer Atemluft und mit Hilfe verschiedenen Holzformen und Schablonen, lassen diese Künstler daraus dann kunstvoll zerbrechliche Objekte entstehen.

Die Tradition reicht in der Region, grenzübergreifend nach Tschechien, bis weit in das 14. Jh. zurück.
Ausgehend von Frauenau, wo eines der bedeutendsten Glasmuseen Europas steht, führte uns der Weg bis nach Rötz im Norden.

Dabei machten wir einen großen Bogen um die "industriellen Glasbetriebe" und besuchten lieber die kleinen Galerien, Glaskünstler und Glasveredler in ihren Werkstätten. Meine Frau war ob der Vielzahl der Möglichkeiten, die der Werkstoff "Glas" bietet, hellauf begeistert, sodass zuhause angekommen, die Wetterinstrumente etwas zusammenrücken mussten.

Ich selbst musste beim Anblick der Glasöfen an unsere Barometerröhren denken, die ihren Ursprung ja auch in solch einem Ofen haben und dann im zähflüssigen Zustand gekonnt auf einige Meter gezogen werden, so wie es auf dem Kupferstich von Benard aus Diderot & d' Alembert im 18.Jh dargestellt wurde.


10.10.2007 BIN SOEBEN AUS DEM URLAUB ZURÜCK und habe in meiner Mailbox mindestens 800 Mails vorgefunden. Davon sicherlich 99,9% Schrott. Da es mit meiner T-Com-Software nicht möglich ist, die Spreu vom Weizen zu trennen, habe ich alle Mails gelöscht. Sollten Sie mich innerhalb der letzen 10 Tage angeschrieben haben, dann empfiehlt es sich, mir bitte eine Kopie davon zu senden!
02.10.2007 BIN FÜR 10 TAGE IM URLAUB!
27.09.2007

(stoe) Gut zu wissen wo...
falls Sie sich noch vor Ablauf der zwei Karenzjahre zu ihrer schicen Designer-Einrichtung ein ebenso ausgefallenes Quecksilberbarometer anfertigen lassen möchten, habe ich unserer Linkseite die URL's der "Letzten sechs Europäischen Hersteller" angefügt. Neben viel Traditionellem, finden Sie dort auch ganz "moderne Exemplare". Diese werden relativ rasch an Wert gewinnen bzw. nur wenig an Wert verlieren, denn es sind meist ganz kleine Auflagen, immer Originale und nach 2009 kommt ja sowieso nichts mehr nach! Schauen Sie doch einfach mal rein.

Wie das dann immer so ist, einmal an der Arbeit, habe ich gleich die gesamte Seite aktualisiert und dabei die neuen Links rot kenntlich gemacht. Unbedingt sollten Sie in Greenwich vorbeischauen, die Hompage ist perfekt gemacht und die Fotos sind "durchgängig absolute Spitze". Schauen Sie sich die einzelnen Sammlungen an - einfach großartig! Schade nur, dass da so wenige Wetterinstrumente dabei sind. Aber so stelle ich mir eine Museums-Präsentation vor!

Die beiden neuen Links, "Wettermuseum Lindenberg e.V." und "historische Anemometer", werden demnächst Gegenstand einer eigenen Betrachtung. Den Kontakt habe ich bereits hergestellt!


22.09.2007

(stoe) Was hat uns das Internet zu bieten...
Nach dem nun Mr. Banfield dabei ist sein privates Barometermuseum aufzulösen, das einzige der Welt mit einem Bestand von ehemals über 300 Barometern, sieht es für uns Wetterfreunde in der weltweiten Museumslandschaft ganz traurig aus.
Grund genug, mich wieder einmal im Internet umzusehen, was denn die großen europäischen Wissenschaftsmuseen uns an Alternativen anbieten können.
Über eine nennenswerte Sammlung von Wetterinstrumenten verfügen dabei:

  1. 1. Das Science Museum in London
    2. Das Museum of History of Science an der Universtät Oxford
    3. Das Musée des arts et des mètiers in Paris
    4. Das Istituto Museo di Storia della Science in Florenz
    5. Das Deutsche Museum in München
    6. Der Math. Physikalische Salon in Dresden.

Beginnen wir mit dem Science Museum London. Die Homepage wurde vor nicht allzu langer Zeit aktualisiert. Es führt ein Direktlink in den "Galleries" geradewegs zum Thema "Weather". Hier findet man, dem Suchwort entsprechend, eine kleine Auswahl gut fotografierter Instrumente (~300x 200p) mit XXL-Funktion (~500x 400p), auch eine Linktafel zu Verwandtem fehlt nicht. Die Beschreibungen sind gut. Dies ist hilfreich und schafft Anreiz für einen Besuch vor Ort. Einen Zugriff auf den Gesamtbestand, heute fast überall Standard, wir nicht gestattet. Für Wissenschaftler oder Sammler die das Internet als Informationsquelle nutzen, leider keine ganz überzeugende Lösung.

Das Museum of History of Science in Oxford beabsichtigt deshalb seinen gesamten Museumsbestand in einer Online-Datenbank zu erfassen. Momentan sind 8528 Fotos in guter Qualität und in drei Größen bis ~380x 560p anzuwählen. Ein toller Ansatz, leider entwickelt sich die ganze Angelegenheit sehr, sehr zäh. So findet die Suchmaschine auf das Stichwort "barometer" hin, zwar 45 Artikel die das Wort "barometer" beinhalten, jedoch nur 6 Fotos dazu. Gleiches passiert bei "thermometer" und "hygrometer". Die Beschreibungen sind standardisiert und erfassen 9 Kriterien.
Offensichtlich genießen die Wetterinstrumente in Oxford nur eine sehr geringe Präferenz, denn vor Jahren, so dünkt mir, sah es auch nicht viel schlechter aus. Eigentlich schade, denn sonst ließe sich damit schon recht vernünftig arbeiten. So müssen wir uns halt noch etwas gedulden!

In Paris weist das Musée des Arts et des Mètiers auf seiner Titlepage mit der frz. und engl. Flagge auf seine Zweisprachigkeit hin, mit der es jedoch noch extrem hapert. Immerhin sind aber die "Pull-down-Menues" in der gewählten Sprache zu lesen (fast). Wir wählen "engl.", drücken den Link "Collections" und finden die Suchmaschine "Recherches" der Datenbank. Sie erlaubt das "Trunkieren" und so geben wir in der Suchmaske im Feld "Désignation", was so viel bedeutet wie "Beschreibung", das Suchwort "baromet*" mit Stern ein und finden prompt 97 gelistete Einträge mit Beschreibung. Mit "Suivant" gelangen sie einen Schritt weiter, mit "Précédent" einen zurück, mit "fin" ans Ende der Liste. Die Beschreibungen sind standardisiert und nur ganz wenige Einträge sind bebildert.
Es ist auch besser so, denn abgesehen davon, dass die Fotos im Format ~90x 130p viel zu klein sind, sind sie was die Qualität anbelangt eine absolute Zumutung. Das sollte man den Verantwortlichen unbedingt sagen, denn ein gutes oder schlechtes Foto kostet in der Entstehung gleich viel, gegebenfalls muss man nur den Fotografen auswechseln, bevor man die ganze Arbeit ein zweites Mal hat. Sonst in der Struktur eine gut gemachte Homepage mit Ausbaumöglichkeiten. Aber mit den momentanen Fotos wird das nichts. Eigentlich schade, zumal das Museum doch einiges zu bieten hat!

Ein Lichtblick in der ganzen Gallerie der Internetauftritte ist das Istituto Museo di Storia della Science in Florenz, ein Name der geradezu auf der Zunge zergeht und der zeigt, wie es auch anders geht. Natürlich zweisprachig erwarten uns hier vorbildlich aufbereitete Seiten, die sich über ein Glossar erschließen lassen. Hat man zu seinem Thema gefunden, so wird man umfassend informiert. Dabei verweist ein Linkfenster rechts, auf verwandte oder weiterführende Artikel. Kurze Videosequenzen helfen dem besseren Verständnis. Interessant ist auch der Einstieg über "Online Multimedia Museum/ Virtual Visit". So wird man auf sehr angenehme Weise durch die Seiten geführt, ohne dass es je langweilig wird. Nur die XL-Bilder sind für unsere Verhältnisse etwas zu klein geraten, ~150x 300p, aber hier sind wir eben von den FaW-Bildern her, besonders verwöhnt.
Ein weiterer Link führt in die Bibliothek, wo es wohl in absehbarer Zeit die Möglichkeit geben wird, ausgewählte Bücher oder Artikel online einzusehen, die Voraussetzungen dazu sind bereits geschaffen! Toll, - so lasse ich mir das gefallen.
Meine Note 1 geht deshalb an die Florentiner!

Das Deutsche Museum in München hat mich im Jahre 2003 schon einmal enttäuscht (siehe meinen Bericht v. 05.06.2003). Mal sehen ob sich zwischenzeitlich was geändert hat. Der Webauftritt ist irgendwie frischer, professioneller geworden, wie es sich für ein Museum mit diesem Anspruch auch gehört. Originalton: "...das Deutsche Museum ist eines der bedeutensten naturwissenschaftlich-technischen Museen weltweit".
Aha, - ein Suchfenster auf der Titlepage. Ich gebe mal "barometer" ein und werde zu einer lapidaren Physik-Seite geführt die das Thema: Barometer, Thermometer, Hygrometer in auf einen Rutsch in wenigen Zeilen abhandelt. Das war's schon. Das kann doch nicht alles sein? Ich gebe noch nicht auf und werde allgemeiner. Das Suchwort "meteorologie" ergibt eine Liste von 9 Schriften. Na klasse - abermals enttäuscht.
Herr Dr. Alto Brachner
, der zuständige Mann in München, mit zweifellos wissenschaftshistorischen Verdiensten, hat offensichtlich in seinem Depot unsere meteorolog. Instrumente bisher gänzlich übersehen. Kann man nichts machen. München scheint jedenfalls keine gute Adresse für "Freunde alter Wetterinstrumente zu sein".

Der Math. Physikalische Salon zu Dresden sollte auch noch Erwähnung finden. Allerdings verfügt diese weltweit einmalige Einrichtung über keine eigenständige Homepage. Eine kurze Präsentation unter dem Dach der staatl. Kunstsammlungen Dresden musste bisher genügen. Momentan ist dieses großartige Museum wegen Umbau bis 2009 geschlossen. Man darf daher gespannt sein, ob sich dort vielleicht einiges ändern wird, auch im Umgang mit interessierten Besuchern.

Bleiben noch die kleineren Museen und Sammlungen die sich mit einer oftmals ganz dünnen Personaldecke, aber großem Engagement um den Besucher bemühen. Bedenkt man dazu noch, dass hier oft viel ehrenamtlich oder für nur ganz kleine Münze gearbeitet wird, dann ist es einmal an der Zeit hierfür generell "Danke" zu sagen. Ich möchte nur beispielhaft nennen: Teylers-Museum in Haarlem, Museum Boerhaave, Thermometermuseum in Geraberg, Wettermuseum in Lindenberg etc.

Ohne überheblich zu werden, komme ich zu meinem Facit: Ein Glück für uns, - dass es die FaW-Seiten gibt!


18.09.2007 (stoe) Pfeilerbarometer von Daniel Quare (1649-1724)
D. Quare ein begnadeter engl. Uhrmacher ließ sich im Jahre 1695 das erste transportable Quecksilberbarometer patentieren. Er fertigte in jener Zeit seine typischen aus Holz oder Elfenbein gedrechselten Pfeilerbarometer mit monstranzförmigem, vergoldetem und kunstvoll graviertem Messingkopf, zum Hängen oder Stellen. Allen gemeinsam ist ein Buchsbaumgefäß mit inwendigem Ledersäckchen, später dann auch mit Lederboden. Am Fußende verrät eine Rändel-Stellschraube dem Fachmann das geschlossene Prinzip.
Zum Transport legt man diese Baros einfach um, bis das Quecksilber im Steigrohr oben ansteht und dreht die Schraube dann gefühlvoll fest. Dabei wird die Lederwandung, mit einem kleinen "Teller" am Schraubenende, gegen das Rohrende gepresst und das Hg sicher blockiert. Dieses Prinzip setzte sich später allgemein durch.

Daniel Quare's Barometer gehörten Anfang des 18.Jh. zum Feinsten was der Markt anzubieten hatte. Auch John Patrick hatte solche Pfeilerbarometer im Angebot, wie aus seinen beiden Werbeblättern klar ersichtlich ist. Offensichtlich hatte er die Lizenz dazu. Auch auf dem europäischen Kontinent wurde dieses Design vereinzelt übernommen. Eine ganze Anzahl dieser wertvollen Instrumente sind uns noch erhalten und setzen heute die Glanzlichter in den Sammlungen der großen europäischen Museen, sowie auf der Inventarliste des Buckingham Palastes.

Gelangt ein solches Instrument mal wirklich in eine Auktion, dann erreicht der Preis rasch die Hunderttausende. Es war ein Erfolgsmodell seiner Zeit und wie das so ist, traten durch die Jahrhunderte hindurch, auch noch bis in die jüngste Zeit, immer wieder Nachahmer auf den Plan, die diesen frühen Barometertyp kopierten.

Infolge der exorbitanten Preise eines Originals sind aber mitlerweile auch gute Replikate "hoffähig" geworden und von den Sammlern gesucht. Auf der letzten Auktion von Dreweatt Neate gab es gleich drei solcher Exemplare. Einer unserer FaW-Freunde konnte sie erwerben und stellt uns seine Bilder im Museum zur Verfügung. Wir bedanken uns bei ihm.

07.09.2007

(stoe) Auktionsnachlese...
Wir berichteten am 11.+ 20.06.07 von einem Double Tube Angle Barometer aus der Werkstatt von John Whitehurst - Derby, das mit einem Estimate von 3.000 - 4.000 GBP bei Bonhams unter den Hammer kam und nicht verkauft wurde.

Das nahezu identische Lot Nr. 140, dieses Mal signiert von Samuel Lainton aus Halifax, brachte Herrn Banfield am Dienstag immerhin 8.500 GBP ein. So kann es gehen bzw. soviel zum Thema Antiquitätenpreise!


05.09.2007

(stoe) So, die Auktion ist gelaufen...
ich denke das Auktionshaus und Mr. Banfield können zufrieden sein. Bis auf zwei oder drei Objekte fanden alle Barometer einen neuen Besitzer. Mit zu dem Erfolg beigetragen hat sicher der gut aufbereitete Katalog mit recht realistischen Schätzpreisen. Eher moderat gehalten, wurden diese dann auch meistens erreicht.

Überraschungen gab es dann auch relativ wenige, wenn man mal von den 8.500,00 GBP (Estimate 2.500-3.000,-) für das Double Tube von Samuel Lainton und natürlich die 16.000,00 GBP für das Titel-Lot von John Hallifax absieht. Spitzenstücke erzielen eben immer auch Spitzenpreise.

Die Resultatliste zeigt die Hammerpreise, womit es allerdings nicht getan ist. Sie müssen noch 19,5% für das Buyers Premium und den jeweiligen Mehrwertsteuersatz hinzurechnen. Die Auktion hat aber auch bewiesen, dass das Interesse an unseren Quecksilber-Barometern, trotz großer Unruhe im Vorfeld, ungebrochen ist. Es geht weiter liebe Freunde!


31.08.2007

(stoe) Ziehen wir mal vorsichtig Bilanz....
Bei meinen Recherchen im Internet bin ich auf einen außerordenlich interessanten Bericht der UNI-Kiel aus dem Jahre 1992 gestoßen. Schon einige Jahre alt, hat er an Aktualität noch keineswegs eingebüßt.

Eine recht anschauliche Grafik daraus stellt den Quecksilberzyklus zwischen Erdoberfläche und Atmosphäre dar. Die Gesamtemissionen unserer Erde addieren sich dabei zu einer Belastung von geschätzten 70.000t Hg/Jahr. Davon sind 60.000t natürlichen Ursprungs und ca. 10.000t von uns Menschen zu verantworten. Andere Quellen sprechen sogar von 150.000t Quecksilber, alleine vulkanischem Ursprungs. So L.F. Frueb in seinem Buch " Die chemischen Elemente - 1996". Die Wahrheit wird irgendwo dazwischen liegen.

Es sind also 70-150.000 Tonnen an Quecksilber die jährlich auf die Erd- und Wasserflächen unseres Globus niederregnen und die wohlgemeinten Brüsseler Bemühungen zur Quecksilberreduktion nach Kräften konterkarieren. Vermeidbar davon sind weltweit maximal ca 10.000 Tonnen, ja streng genommen sogar nur 5.000t, wenn man von den fossilen Brennstoffen zur Wärme- und Energiegewinnung mal absieht. Als Emittenten dieser 5.000t werden die Erzverhüttung, die Industrieabwässer und Müllverbrennung genannt.

Hinzu kommen eine Reihe von Anwendungen von denen primär überhaupt keine Emissionen auszugehen bräuchten, da das Quecksilber gekapselt ist. Das ist z. B. die Gruppe der Mess- und Kontrollinstrumente, einschl. der Barometer. Erst beim unsachgemäßem Umgang damit kommt es zur Emission.

Schauen wir uns die aktuellen Zahlen und Vorgaben aus Brüssel an:
Danach werden heute noch weltweit jährlich etwa 3.600t Quecksilber nachgefragt, die bis zum Jahre 2020 auf 1.000t reduziert werden sollen. Davon entfallen auf EUROPA (im Jahr 2002), ca. 300t. Für Messinstrumente incl. Fieberthermometer waren es der Statistik zur Folge noch ca. 33 Tonnen, wobei die Fieberthermometer alleine sage und schreibe, 25-30 Tonnen aufnahmen. Vergleichsweise bescheidene 200 kg wurden für unsere Barometer benötigt. Die sechs Fachbetriebe in der EU befüllten damit circa 1.500 Barometerrohre (Reparaturen eingeschlossen!). Das wurde ihnen zum Verhängnis, denn neue Barometer darf es bald nicht mehr geben.

Das Brüsseler Verbot läuft nun darauf hinaus, möglichst noch das letzte Gramm Quecksilber den medizinischen und technisch-industriellen Anwendungen, sowie der Umwelt zu entziehen, um es dann als "geächtetes Element" absolut erdbebensicher zu deponieren. Somit wird "metallisches Quecksilber" auf nur wenige Standorte konzentriert.

Wenn wir dann schließlich im Jahre 2020 die jährlich eingesparten 2.600t, zusammen mit den Überschüssen aus den Batterien, den Fieberthermometern, dem Dentalbereich und den Chloralkaliprozessen deponiert haben, so können wir die Hände noch lange nicht in den Schoß legen. 60.000t Quecksilber in kontaminiertem Regen, sorgen im Durchschnitt täglich für 165 Tonnen an Nachschub. Das sind rein rechnerisch 1-2 Mikrogramm Hg pro m2 Erdoberfläche jeden Tag! Hinzu kommen noch Millionen Leuchtstoffröhren und "Stromsparlampen" weltweit, die es jährl. zu entsorgen gilt (~4mg Hg/St).

Infinion rechnete laut einer Presseverlautbarung aus dem Jahre 2003, alleine im ersten Jahr 2004 mit einem Abverkauf von weltweit geschätzten 600 Millionen (240 Millionen in Europa) Einheiten ihres neuen Vorschaltgerätes mit "LightMOS-Technologie". Wurden die alle bestimmungsgemäß verbaut, so bedeutet dies gleichzeitig einen Quecksilbereinsatz von ~2,5 bzw. (1,0) Tonne(n).


30.08.2007

(stoe) Banfield-Auktion am kommenden Dienstag um 14.00 Uhr...
Gleich Anfang des Monats, nachdem ich von der Auktion erfahren habe, hatte ich mir den Katalog bestellt. Heute nun habe ich ihn endlich erhalten. Gerade noch rechtzeitig zur Auktion am Dienstag um 14.00 Uhr. Um 16.00 Uhr steht bereits eine 2. Collection mit nochmals einigen wenigen Barometern an. Es sollen also innerhalb 2 Stunden über 200 Barometer unter den Hammer kommen. Bleiben pro Instrument gerade einmal 30 Sekunden. Eine "Ochsentour" für den Auktionator und die Interessenten und eine ganz einmalige Auktion. Wenn Sie telefonisch bieten wollen, solten Sie das vorab mit dem Auktionsteam abklären!

Das Angebot selbst enthält neben viel Durchschnittlichem in allen nur erdenklichen Variationen, auch einige Highlights, wie z.B. das Titel-Lot, ein absolut rares Georg II - Radbarometer von John Hallifax, ~1730, oder das noch etwas frühere Queen Anne Walnuß-Stickbarometer mit Royal Society Thermometer, auf 1715 datiert, in der Art von John Patrick aber leider unsigniert. Ich habe schon erwähnt, dass es sich hierbei nur um Zweidrittel der Sammlung handelt. Da ist es nur zu verständlich, dass Mr. Banfield sich von den meisten seiner "Kremschnittchen" momentan noch nicht trennen kann..

Trotzdem, die Auswahl ist riesig und die Preise dürften zur Zeit günstig sein. Der Auktions-Katalog ergänzt übrigens als "Supplement-Band" das Banfield-Buch: "The Banfield Family Collection..." ganz hervorragend. Deshalb ist er ein "Must" für jeden Hg-Barometerfreund. Wann bekommt man schon 208 bestens fotografierte Barometer zu sehen und noch dazu kostenlos. Gelegentlich werden auch 12.50 GBP berechnet, die ist er aber allemal wert!


04.08.2007

(stoe) Die Banfield-Collection kommt unter den Hammer...

Wie ich soeben erfahre, wird die größte europäische, wenn nicht sogar die größte weltweite Barometersammlung, am 04.09.2007 von Dreweatt Neate in Donnington, versteigert. 209 Exponate, meist Quecksilberbarometer, warten lt. Katalog auf einen neuen Besitzer. Es ist nicht die ganze Collection, denn sein Buch 'The Banfield Family Collection' listet 100 Teile mehr auf.

Der Zeitpunkt für die Käufer ist günstig, für den Verkäufer eher weniger. Die Verunsicherung des Marktes durch die Brüsseler Aktivitäten der letzten Monate, dürften ihre Spuren hinterlassen und die Nachfrage samt Preise eher dämpfen.

Bedeutet das das Ende des weltweit einzigen Barometermuseums ?

Ein Jammer, wenn eine solche einmalige, mit viel Liebe und Sachverstand, über Jahrzehnte aufgebaute Sammlung unwiederbringlich zerrissen wird. Gibt es denn keine Mäzene in unseren Reihen, die solches verhindern könnten? Auch wäre die Bildung eines Konsortiums denkbar. Jedenfalls ist dies eine einmalige Gelegenheit zur Gründung einer neuen Barometerheimstatt, oder


aber wieder einmal ein schwarzer Tag für die Europäische Barometrie.



NEWS vom 01.01.2010 - 30.06.2010  
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