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  NEWS - Aktuell
22.12.2004

Frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr
Merry Christmas and a Happy New Year
Feliz Navidad y Prospero Ano Nuevo
Bon Noel et meilleurs voeux pour la nouvelle annee
Prettige Kerstdagen en een gelukkig Nieuwjaar


Liebe Freunde alter Wetterinstrumente, noch ein paar wenige Tage und das Jahr 2004 neigt sich dem Ende zu. Ein Jahr, dass Ihnen hoffentlich überwiegend nur Freude bereitet hat. Ein Jahr, dass sicher auch wieder einige neue Instrumente in Ihre Sammlung gebracht hat.
Immerhin konnten wir dieses Jahr, mit Ihrer Unterstützung, unser Museum um 160 Neuzugänge bereichern. Das ist absolute Spitzenklasse und zeigt uns von Ihren Aktivitäten und Ihrem regem Interesse an unserer Arbeit. Der 70.000ste Besucher wird demnächst erwartet und auch das Fernsehen wurde schon auf unsere Website aufmerksam. HR3 und ARD berichteten vor wenigen Tagen.

Eine solche Sammlerseite lebt von den Impulsen von draußen, daher haben wir auch für 2005 wieder die Bitte an Sie: "Lassen Sie in Ihren Anstrengungen nicht nach. Unterstützen Sie uns bitte weiterhin mit Bildern und Informationen. Das spornt an."
Selbstverständlich sind auch neue Sammler jederzeit herzlich willkommen.

Für die bevorstehenden Feiertage wünschen wir allen Freunden unserer Seiten, besinnliche Stunden im Kreise Ihrer Familie oder Freunde und einen gesunden Start ins Neue Jahr 2005!

Ihr FaW-Team: Jens Heling, Gerhard Schmiegel, Gerhard Stöhr!

18.12.2004 >353

(stoe) Elfenbein bzw. Elfenbeinschnitzereien...
Bei dem Wort "Elfenbein" fällt uns Mitteleuropäern sogleich das Washingtoner Artenschutzabkommen von 1973 ein. Es soll Tierarten schützen die vom Aussterben bedroht sind. Hierzu gehören auch die Elefanten, die mit ihren Stosszähnen die Lieferanten des "weißen Goldes" sind. Der Handel damit ist daher seit 1989 international verboten. Das Verbot betrifft allerdings nicht die alten Elfenbeingegenstände, die längst vor der Zeit gefertigt wurden.

Im Bereich der Thermometer finden sich immer wieder kunstvoll gefertigte, filigrane Dosen und Minarette mit Skala und Kapillare drauf. Ein Ebenholzsockel und zusätzlich eine Glaskuppel soll diese Standthermometer vor ungelenken Händen schützen. Vorwiegend aus England kommend fällt auf, dass sich damit bei Auktionen höchst erstaunliche Preise erzielen lassen. Es sind bei unseren Thermometern meist Produkte des 19. Jahrhundert. Die Geschichte der Elfenbeinschnitzereien reicht aber viel weiter zurück. Ein Bericht von Alexander Hosch im Novemberheft 2004 des Architekturjournals AD bringt recht anschaulich Licht ins Dunkel des Elfenbein-Antiekhandels. Ich möchte Ihnen daher diese Information nicht vorenthalten.

Wir gehen hierzu zurück ins 16. bis 18.Jahrhundert. In Italien war die Drehbank bereits erfunden. In dieser Zeit waren es Könige, Fürsten und andere hochgestellte Persönlichkeiten, die zum Ausgleich von ihren Staatgeschäften sich des Elfenbeinschnitzens und -drechselns bedienten. Hierzu ließ man sich neben seinen Gemächern eine kleine Werkstatt einrichten und wurde von den am Hof angestellten Künstlern und Handwerkern fachlich angeleitet. Solchermaßen Tun galt als chic und soll sich auf die gestresste Psyche der ehemals Mächtigen beruhigend ausgewirkt haben. Heute würde man eine Runde Tennis oder Golf spielen.
Die Ergebnisse dieser recht zeitaufwändigen Liebhaberei wurden dann stolz in den eigens dafür eingerichteten "Kunstkammern" den zu Besuch kommenden Gästen präsentiert. Für solche Elfenbein-Kostbarkeiten findet sich heutzutage ein weltweiter Sammlermarkt, der auch bereit ist, Höchstpreise für diese filigranen Kunstobjekte zu bezahlen.

14.12.2004 - 09.10 Uhr (stoe) WIEDERHOLUNG....
Wie ich soeben ganz kurzfristig von Frau S. Bosshammer erfahren habe, wird der von Ihr erstellte kurze Bericht über unsere Seiten für Wetterfreunde, heute in der ARD um 09.55 Uhr, wiederholt.
Siehe auch unsere NEWS vom 23.11. und 02.12.2004.

12.12.2004 (AP) Am 04.12. 2004 für Sie im GEA-Reutlingen gelesen...
Das nächste Tief ist im Anzug - und schon brummt der Kopf? Für die Wetterfühligkeit vieler Menschen sind Messfühler in den Adern mit verantwortlich, die eigentlich Blutdruck und Puls regulieren sollen. Sie reagieren dabei auf Luftdruckschwankungen und tragen dadurch auch zu Befindlichkeitsstörungen bei, berichtet der Münchner Meteorologe Peter Höppe im Apothekenmagazin 'Senioren Ratgeber'. Der Wissenschaftler erforscht diese so genannten Barorezeptoren, die sich in einer Aufzweigung der zum Kopf führenden Halsschlagader befinden. Die meisten auf das Klima zurück geführten gesundheitlichen Beeinträchtigungen treten dann auf, wenn das Wetter umschlägt, was fast immer auch mit Luftdruckveränderungen einhergeht.

05.12.2004 >340

(stoe) Ist ein Höhenmesser im KFZ sinnvoll....?
Es war schon zur Frühzeit des Automobils so, dass mit steigendem Kaufpreis auch die Instrumente am "Armaturenbrett" mehr wurden. So unterstrich der sportliche Fahrer seine Ambitionen gerne mit möglichst viele Anzeigen, wie es z.B. die "Uhrensammlung" des abgebildeten Bentley-Blowers aus dem Jahr 1929 einducksvoll belegt. Eine ganze Industrie lebte und lebt heute noch immer von diesen Accessoires. Drehzahlmesser und Öltemperaturanzeige mögen ja recht sinnvolle Einrichtungen sein, wenn es um das Wohlbefinden des Motors geht, würde aber auch ein Höhenmesser Sinn machen?

Hierzu muß man wissen, dass Höhenmessungen Differenzmessungen zwischen zwei Höhenpunkten A und B sind. Man stellt also in A das Instrument auf die bekannte Ortshöhe ein und kann dann in B angelangt, die neue Höhe ablesen. Ist man dabei einen Berg hinauf gefahren/ geklettert, so ist der Luftdruck gesunken, umgekehrt wäre er gestiegen und zwar jeweils um circa 1 Hektopascal pro 8m Höhendifferenz .
Das bedeutet aber gleichzeitig, dass die Wettersituation einen nicht unerheblichen Einfluß auf die Anzeige des Höhenmessers hat. Der Alpinist begegnet diesem Umstand, indem er in gewissen Abständen Höhenmarken zur Kontrolle seines Instruments vorfindet (spätestens an der Hütte). Zudem bewegt er sich beim Wandern oder Bersteigen relativ wenig von seinem Ausgangspunkt weg, sondern in erster Linie vertikal bergauf-bergab. Ganz anders der Fahrzeuglenker. Der legt horizontal oft weite Strecken zurück. Angenommen es ändert sich auf seinem Weg nach dem 500km entfernten Punkt B der "barometrische Luftdruck" um 8hPa, so würde dies zu einer Fehlanzeige von 64 Metern (!) führen.

Autohöhenmesser zeigen also nur bei ziemlich konstanten Luftdruckverhältnissen zuverlässig an und müssen ständig mit bekannten Höhenpunkten verglichen und ggfls. korrigiert werden.

P.S. Aktuelle Navigationssysteme entnehmen die Höheninformation dem GPS-Signal und sind daher vom Luftdruck unabhängig!

02.12.2004 (stoe) Sendetermin...
Das Hessenfernsehen sendet den am 23.11. aufgezeichneten Bericht, am Montag den 06.12.2004 um 18.20 Uhr, im Rahmen der Sendung "Alle Wetter".
Es wird ein etwa zweiminütiges Kurzfeature über unsere Website sein.
01.12.2004 (stoe) pAn - Kunst und Antiquitätenmesse in Amsterdam...
Naturgemäß haben in der Vorweihnachtszeit die Antiquitätenmessen wieder Hochkonjunktur. Daher hier gleich nochmals ein Tipp für unsere FaW-Freunde in den Niederlanden und den Grenzgbieten.

Auch dieses Jahr findet vom 05.12. - 12.12.2004 die pAn in Amsterdam statt. Detaillierte Informationen erhalten Sie unter: http://www.pan.nl . Wie Sie aus dem Teilnehmerverzeichnis entnehmen können, wird unser Interessengebiet auch heuer wieder u.a. durch einen Stand der Firma Fontijn aus Purmerend vertreten.

30.11.2004 (stoe) Einladung zur 29. Weihnachts-Sammler-Börse...
Soeben erhalte ich eine Einladung von Herrn Perret zur diesjährigen Zürcher-Sammlerbörse, in die ZUSPA-Hallen nach Zürich-Oerlikon. Wir berichteten letztes Jahr in unserer NEWS v. 13.12.2003 ausführlich von diesem großartigen, vorweihnachtlichen Event.
Die Messe findet vom Donnerstag, den 09.12. bis Sonntag, den 12.12.2004, wochentags von 10.00 bis 21.00 Uhr und am Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr statt. Der Eintritt kostet für Erwachsene Sfr. 10.00.
Bitte beachten Sie aber, dass der Stand von Herrn Perret am Sonntag geschlossen bleibt!

Da ich selbst dieses Jahr nicht nach Zürich komme, ist eine Gratis-Eintrittskarte abzugeben. Ich erwarte jedoch dafür einen kleinen Stimmungsbericht von der Messe. Die erste eingehende Mail gewinnt!

27.11.2004 (stoe) Quecksilberbarometer gehören zur "Königsklasse" einer Sammlung...
Hier in Deutschland scheint sich die Anzahl dieser Liebhaber in engen Grenzen zu halten. Die Gründe sind bekannt. Viele Sammler haben zwar 1-2-3 Hg-Barometer der Vollständigkeit halber an der Wand hängen, aber von einer Sammlung lässt sich da ja noch nicht so recht reden.
Umsomehr habe ich mich dieser Tage gefreut, als mir ein neuer FaW-Freund eine Bild-CD seiner Kollektion zugeschickt hat, die sich in der Hauptsache genau dieser Spezies verschrieben hat und einige ganz beachtliche Exemplare beinhaltet..
Darum schauen Sie doch mal wieder in unser Museum. Unserem Freund wünschen wir viel Freude an unseren Seiten und Ihm persönlich, dass seine Sammlung weiter wächst und gedeiht.

23.11.2004 >328

(stoe) Erbarmen - die Hessa komma....
gemeint ist das Hessische Fernsehen 3. Programm. Frau S. Bosshammer wurde über die FaW-Homepage auf uns aufmerksam und fertigt nun für ihre Wettersendung "Alle Wetter" ein kurzes, zweiminütiges Feature an. Heute war Sie mit Kamera bei mir zu Gast und nimmt 50min Film und Information mit nach Frankfurt. Mal sehen, was davon übrig bleibt.

Den Sendetermin geben wir Ihnen natürlich rechtzeitig bekannt.


21.11.2004 (stoe) Ganz neu - für Sie entdeckt...
Unseren frankophilen Sammlerfreunden wird zukünftig die Zuordnung und Datierung Ihrer signierten Wetterinstrumente deutlich leichter fallen, denn mühsame Recherchen können in vielen Fällen entfallen.
Franck Marcelin, ein engagierter Antikhändler aus Aix en Provence, hat sich für uns hingesetzt und mit Akribie jahrelang Literaturquellen, Auktions-, Verkaufs- und Herstellerkataloge nach frühen Herstellern, Herstellermarken und deren Umfeld ausgewertet. Das Ergebnis ist ein:
"Dictionnaire des fabricants francais d'instruments de mesure du XV au XIX siècle"
,
ISBN 2-9521896-0-9, zu einem Preis von 50,00 EURO.

Ich habe sofort einen Euroscheck in ein Kuvert gesteckt und kann Ihnen heute schon verraten, dass das Geld bestens angelegt ist. Wir Sammler sind Herrn Marcelin zu Dank verpflichtet, denn er hat damit völliges Neuland betreten. Unglaublich was dieser Mann für eine Fleißarbeit abgeliefert hat. Sie wird wohl zukünftig bei keinem ernsthaften Sammler französischer Messinstrumente mehr fehlen.

Allerdings kann es nur ein momentaner Zwischenstand einer Sisyphusarbeit sein, die wohl nie wirklich richtig abgeschlossen werden kann. Neue Quellen und/ oder Erkenntnisse machen eine ständige Fortschreibung notwendig. Eine solche fortlaufende Aktualisierung könnte man sich durchaus auch über Zugang im Internet vorstellen (Passwort). Die Vorbereitungen hierzu sind schon erkennbar.

17.11.2004 >322

(stoe) Der 5. und letzte Tag....
Nachdem wir am Vortag zwar einiges von Land und Leuten gesehen hatten, aber barometermäßig eher enttäuscht wurden, wollten wir den letzten Tag dazu nutzen um einige Antiekhändler aufzusuchen.

Von Herrn Binneweg hatte ich über Internet ein interessantes Thermobarometer gekauft und deponiert. So war heute die Gelegenheit es abzuholen. Er lebt auf dem Lande in reetgedecktem Haus. In gepflegtem Ambiente hält er eine vorzügliche Auswahl an Uhren und Barometern für seine Kunden bereit. Wir unterhielten uns sehr angenehm bei Tee und Gebäck, dabei wäre ich beinahe noch dem Charme eines frühen Glasthermometers von Ing. Chevallier erlegen.

Danach besuchten wir Herrn Oudshoorn. Dieser organisiert den Nachschub für die Antiekhändler und ist deshalb auf fast allen Flohmärkten von Paris bis London unterwegs. Er kauft nicht nur Komplettes, ebensogut findet man bei ihm Zifferblätter, Zeiger, Uhrwerksräder, gedrechselte Knöpfe etc. Das Angebot ist groß und da die Instrumente meist unrestauriert sind, sind sie auch vom Preis her eher günstig. In erster Linie auch für Wiederverkäufer gedacht.

Am Nachmittag orientierten wir uns weiter südlich, denn wir hatten einen Besuchstermin bei Herrn Crijns erhalten. Die Fa. Crijns & Stender handelt international auf höchstem Niveau mit alten Uhren und Barometern. Die Firma selbst präsentiert sich dann auch entsprechend, in elegantem Landsitz. Herrn Crijns jr. empfing uns freundlich und nach dem obligaten Tee fanden wir eine ganz fantastische Kollektion an Barometern und Uhren vor, die qualitativ kaum noch Wünsche offen ließ. Wir sahen dort Spitzeninstrumente in traumhaften Erhaltungszuständen. Nicht zuletzt auch einen sensationellen Schweizer Messingbarografen von enormen Ausmaßen. Ich habe leider den Hersteller vergessen.

Schade, - aber es ist nicht opportun in fremden Geschäftsräumen zu fotografieren. Herr Crijns gestattete mir jedoch ein Foto eines besonders schönen frz. Gefäßbarometers von Lerebours-Paris, um 1800. In den beiden Glassäulen rechts und links findet sich jeweils ein Flüssigkeitsthermometer.

Es soll Sie heute stellvertretend für all die schönen Instrumente erfreuen, die wir an diesem Tag gesehen haben. Gleichzeitig verleihen wir ihm den Titel des WEATHERSTAR NR. 12
!
So neigten sich für uns interessante Tage langsam dem Ende zu, an denen wir immer eine herzliche Gastlichkeit, aber auch interessante Kontakte erfahren durften.

13.11.2004 >318

(stoe) "Negerkampf im Tunnel" ...
so bezeichnete man in meiner Jugend Unternehmungen bei denen man die Hand nicht vor den Augen sehen konnte. Ähnlich erging es uns am vierten Tag unserer Reise, der den beiden großen niederl. Wissenschaftsmuseen galt.
Es war eine trüber, regnerischen Oktobermorgen als sich unser Zug in Richtung Haarlem in Bewegung setzte. Das Teyler-Museum dort war unser erstes Ziel. Im Kern ein Haus aus dem 18.Jh., das aus dem Nachlass des Tuchkaufmanns Pieter Teyler (1702-1778) gestiftet und zwischenzeitlich einige Male behutsam erweitert wurde. An sich wirklich sehenswert, ein Museum das mit den Jahren selbst zum Museumsobjekt wurde. Uns interessierte natürlich in erster Linie der "Ovale Saal" aus dem Jahre 1784, im ältesten Gebäudeteil, wo die Sammlung der wissenschaftlichen Instrumente in großen, zeitgenössischen Vitrinenschränken untergebracht ist.
Leider war es an diesem Tag sehr düster und die Beleuchtung durch eine einzelne Glühbirne in der Mitte des Raumes so bescheiden, dass praktisch nur die zuvorderst stehenden Objekte betrachtet werden konnten. Die Sammlung selbst ist sehenswert, aber für uns FaW-Freunde nicht aufregend, es gibt auch einige Barometer und Thermometer darunter, sowie ganze zwei Quecksilberbarometer (!). Fotografieren mit Blitzlicht ist verboten, sodass die fotografische Ausbeute gering war. Wir hielten uns dann auch nicht lange auf und fuhren einigermaßen frustriert nach Leiden weiter.

Leiden ist eine schöne Universitätsstadt mit hübschen Ansichten, Grachten, Windmühlen und Hebebrücken. Alles was der Hollandtourist so erwartet. Etwas versteckt liegt dort das Boerhaave-Museum. Ein moderner Museumsbau mit klar gegliederten Bereichen und derzeit einer interessanten Sonderausstellung über längst vergessene Infektionskrankheiten. Schauerlichschöne Präparate in Formalin und Wachsmodelle der Krankheitsmerkmale erwarten den Besucher. Interessant für die medizinische Fakultät vor Ort, aber eher weniger interessant für den Freund alter Wetterinstrumente. Endlich in Raum 5, in einer Vitrine, ein Barometer und einige wenige Thermometer von Fahrenheit. Die Beleuchtung war wiederum nicht toll, die Raumaufsicht belauerte mich schon, schnell ein Foto aus der Hocke heraus - das war's.
Nun muß man den Museumsmachern dort wirklich zugute halten, dass es vor kurzem (bis März 2004) eine Sonderausstellung zum Thema: "Uit de lucht gegrepen" gab, die sich mit der Geschichte der Wetterkunde in den Niederlanden befasste. Damals war alles ausgepackt. Wir berichteten in unserer NEWS v. 02.03.2004 darüber. Diese Exponate waren natürlich längst wieder in den Depots zurück.
Wir waren eben zu spät dran und wer zu spät kommt den bestraft das Leben. So isses!
Fazit: Wegen den meteorologischen Instrumenten muß man derzeit die beiden genannten Museen wirklich nicht besucht haben. Beim Besuch des Teyler-Museums empfiehlt es sich, für den Wissenschaftsbereich unbedingt eine Taschenlampe mitzunehmen!

07.11.2004 >312

(stoe) Über 100 Jahre im Dienst der Baro- und Thermometrie....
Da gibt es in Kontinentaleuropa ein kleines, traditionsreiches Unternehmen, dass sich jetzt in der 4. Generation mit der Fertigung, dem Verkauf, der Restauration und Reparatur alter und neuer Barometer und Thermometer beschäftigt. Dabei liegt der Schwerpunkt auf den Flüssigkeitsinstrumenten und der Glasbläserei. Wahrlich ein Anachronismus in unserer Zeit und in Deutschland undenkbar. Aber bei unseren Nachbarn in den Niederlanden, einem Land das seine Traditionen hoch hält, findet sich noch in jedem kultivierten Haushalt zumindest ein Barometer. Oft ist es ein Kontrabarometer und diese brauchen, wie wir wissen, ab und zu einen Fachmann. Immerhin eine, wenn auch bescheidene Geschäftsgrundlage.

Klar, dass wir anlässlich unseres Besuches in Holland auch dort hinein schauten.
Malerisch an einer Gracht gelegen präsentierte sich uns die Firma H.N. Rose in Schiedam. Ihre Wurzeln führen zurück in den Thüringer Wald, wo um 1890 Wilhlem Rose die Grundlagen schaffte. Dessen Sohn (H)ermann-(N)ils machte sich 1926 in Ilmenau selbstständig und übergab den Betrieb 1951 seinerseits an Sohn Günther weiter. Günther Rose siedelte 1953 zuerst nach Wertheim über, um von dort aus, einige Jahre später in die Niederlande zu gehen. In Wertheim drängten sich die Glasbetriebe, während in Holland daran Mangel herrschte.
Mittlerweile setzt heute Sohn Andreas Rose die über 100-jährige Tradition fort. Er hat eine kleine aber feine eigene Fertigung neuer Flüssigkeitsbarometer, darunter auch neuerdings ein verkürztes System nach Amontons und betreut, wie bereits angedeutet, die vielen Antiquitätenhändler, Privatkunden und Sammler mit ihren Problemen rund um die Wetterinstrumente.

01.11.2004 >306

(stoe) Kirchturmhähne und Wetterfahnen in Bocholt...
Wir haben wiederholt auf diese Ausstellung hingewiesen, die dort noch bis 14. November im Stadtmuseum zu sehen ist.
Auf der Anreise in die Niederlande führte unser Weg über Kassel-Dortmund und somit ließ sich ein Abstecher nach Bocholt leicht realisieren. Wir haben es nicht bereut, denn die Sammlungen von Herrn Josef H. Schröer und Prof. Horst Schuh, die hier präsentiert werden, sind allemal einen Besuch wert. Normalerweise verrichten diese Windanzeiger ihren harten Dienst auf Türmen und Dächern von respektablen Kirchen oder Bürgerhäusern. Hatten Sie ausgedient wurden sie normalerweise verschrottet. Einigen wenigen ist es gelungen in die Hände von zwei leidenschaftlichen Sammlern zu gelangen. Sie kann man hier ganz aus der Nähe in Augenschein nehmen. Dabei zeigen sie ihre Wunden und Altersblessuren ganz ungeniert mit Patina. Gleichzeitig bestechen Ihre Formen und Silhouetten den Betrachter und machen den Erbauern noch heutzutage alle Ehre.
Eine ganz vorzügliche Präsentation eines nicht alltäglichen Themas, das perfekt ins Licht gestellt, den Besucher verzaubert. Fahren Sie hin, noch ist ein Besuch möglich. Wir meinen man sollte es unbedingt gesehen haben. Ein gut gemachter Katalog ist erhältlich, kann jedoch niemals den Eindruck vor Ort ersetzen.

27.10.2004 (stoe) Erste Kunst - & Antiquitätenmesse in Leipzig, vom 28. bis 31.10.2004
Wie ich soeben ganz aktuell erfahre, öffnet dort die Antiquitätenmesse von Donnerstag bis Sonntag ihre Pforten. In der Liste der Exponate sind ausdrücklich auch wissenschaftliche Instrumente genannt. Ob auch alte Wetterinstrumente angeboten werden, lassen wir durch einen "Korrespondenten vor Ort" recherchieren.
Wenn Sie in der Nähe wohnen, so sollten Sie sich jedenfalls die Gelegenheit zum Wochenende nicht entgehen lassen. Außerdem steht bald Weihnachten vor der Tür, nehmen Sie also auch Ihre Frau oder Freundin mit.
Es wird bestimmt kurzweilig.
26.10.2004 (stoe) Erst mal Hallo...
So langsam kehrt wieder Ordnung ein. Die neue Festplatte ist zwischenzeitlich montiert, das neueste Windows XP installiert und die Datensicherung aufgespielt. Die vielen Ikons meiner diversen Anwenderprogramme auf dem Deskop wollen wieder gedrückt werden. Deshalb möchte ich mich bei Ihnen wieder zurückmelden.
Es geht wieder weiter, zumal meine 8-tägige Reise in die Niederlanden zu interessanten Kontakten geführt hat, die ich Ihnen nicht vorenthalten will. Ich bin gerade dabei meine Bilder zu ordnen. Sie dürfen also auf die nächsten NEWS gespannt sein.

16.10.2004 (stoe) Es kommt immer alles zusammen...
.Die Festplatte ist mittlerweile eingetroffen. Dann war prompt mein EDV-Spezialist erkrankt. Jetzt ist er wieder auf dem Weg der Besserung und nun mußte ich meine Reisevorbereitungen in die Niederlanden treffen. Ich hoffe aber stark, dass ich nach meiner Rückkehr Interessantes berichten kann.
Also bitte noch etwas Geduld!

09.10.2004 (stoe) Sorry - die Festplatte in meinem FaW-Rechner ist hin....
Ersatz ist nunmehr seit 6 (!)Tagen unterwegs. Meine Frau ist begeistert, lernte Sie doch in dieser Zeit einen völlig veränderten Ehemann kennen. Dachboden, Keller, Garage und bis heute Abend auch die Gartenterrasse, zeigen sich mittlerweile in TOP-Zustand. Auch haben wir schon einige Male wieder gemeinsam ferngesehen. Bleibt noch der Garten, - da hoffe ich doch sehr, dass das Ersatzteil bis spätestens Dienstag eintrifft :-)). In diesem Sinne - "ein schönes Wochenende", wünscht Ihnen Ihr Gerhard Stöhr.

04.10.2004

Europäische Auktionstermine - Herbst 2004
(ohne Gewähr!)
Bonhams London Clocks and Barometer, am 07.10.2004
Christies London Scientific Instruments, am 16.10.2004
Dorotheum Wien Scientific Instruments, am 25.10.2004
Christies London Clocks, Watches and Barom., am 28.10.2004
Bonhams London Clocks and Barometer, am 07.12.2004

Herzklopfen ist bis jetzt eher unwahrscheinlich!


02.10.2004 (stoe) Frühe Quecksilberbarometer vor 1800....
Die Wurzeln der Barometrie reichen bis in die 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts. Die nachfolgenden 150 Jahre kann man als die Frühzeit der Barometer bezeichnen. Überlieferte Instrumente aus jener Zeit gehören zu unseren Highlights und sind mengenmäßig gerade noch überschaubar. Da viele der Instrumente in Museen und Sammlungen hängen, also öffentlich zugänglich sind, ist auch eine beachtliche Anzahl davon schon literaturbekannt.
Leider verteilen sich aber deren Abbildungen in über 16 Büchern der letzten 50 Jahre, sodass es jedesmal richtig in Arbeit ausartet, will man sich zu, oder über einen bestimmten frühen "Hersteller" und sein Schaffen informieren.
Mit ein Grund für mein neues bibliographisches Werkzeug. Es erlaubt Ihnen, nach Aufsuchen des "Makers", völlig stressfrei und punktgenau zur gewünschten Information zu gelangen. Probieren Sie es aus!

29.09.2004 (stoe) Historische Wetterfahnen in Bocholt....
Herr J.H. Schröer, Bäcker-, Konditormeister und Turmuhrensammler, informiert uns nochmals darüber, dass seine Ausstellung zum Thema: "Woher der Wind weht...", wie geplant am Sonntag, den 10.10.2004, um 10.30 Uhr in den Räumen des Stadtmuseums Bocholt, feierlich eröffnet wird. Man darf gespannt sein. Ein Katalog ist verfügbar!

26.09.2004

(stoe) Es war einmal in Kopenhagen....
Die Frage in einer Physikprüfung an der Universität lautete: "Beschreiben Sie, wie man die Höhe eines Wolkenkratzers mit einem Barometer feststellt."

Hier die Antwort von Niels Bohr, der erste Däne der den Nobelpreis für Physik bekam. Gefunden habe ich diese Glosse in FOCUS 5/2004, p. 52, einer augenoptischen Fachzeitschrift.


22.09.2004

(stoe) Rechtzeitig an Weihnachten denken...
Falls Sie schon am grübeln sind, mit was Sie Ihren Lebenspartner, der mit Ihnen seit vielen Jahren die Auf und Abs Ihrer Sammlerkarriere geduldig teilt, dieses Jahr zu Weihnachten überraschen könnten, so bietet Ebay momentan sicher das ultimativste Präsent.
Also bitte ranhalten, es ist auf jeden Fall eine Rarität!
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&category=962&item=8133763323&rd=1

19.09.2004 >263

(stoe) Das Instituto e Museo di Storia della Scienca (IMSS)...
in Florenz, war im 17. Jh. der Nabel der Baro- und Thermometrie.
Im Dunstkreis der Familie Medici entwickelte sich damals die Toskana zur Wissenschaftsregion par exellence. Namen wie Ferdinand II, Galilei, Toricelli, Viviani etc., sind eng mit dieser Zeit verbunden. Es ist daher nur natürlich, dass dort die Museen der Stadt auch heute noch bered Zeugnis von dieser Blütezeit ablegen.
Dabei ist für uns das IMSS eines der wichtigsten und interessantesten Museen in Europa.. Es wurde im Jahre 1922 von der Universität Florenz gegründet und vereinigt die Sammlungen der Medici u. Lothringer unter einem Dach. Hinzu kommt das weltweit einzigartige, digitalisierte Galileo-Archiv.
Das Museum wird sehr "offen" geführt. Es bewahrt und archiviert nicht nur, sondern hält seine Archive jederzeit für nationale und internationale Projekte, Forschungen und Kontakte zugänglich. Die modernen Medien wurden von Anfang an geradezu vorbildlich genutzt.
So können Sie jederzeit in der Bibliothek recherchieren und sogar von zu Hause aus einen virtuellen Rundgang durch die Ausstellungsräume machen.
Bitte überzeugen Sie sich selbst. Natürlich ersetzt das nicht den Besuch an diesem historischen Ort, der für uns "Freunde alter Wetterinstrumente", eigentlich eine Pflicht ist!

12.09.2004

(stoe) Herr G. Schmiegel ist noch immer für eine Überraschung gut...
Neulich übersandte er mir ein Foto von seiner neuesten Schöpfung. Ein verkürztes Amontons-System (ein Viertel-Länge!). Einfach so! Als wenn das völlig normal wäre.
Das Rohrsystem besteht aus 8 Kapillaren und 8 Gefäßen und ist nur 28cm hoch und 10,5cm breit. Praktisch eine kleine "Reiseversion". Nun bin ich mir nicht sicher, ob jemals vorher schon ein solches System gefertigt wurde. Wenn ja, - so ist dies bestimmt über 200 Jahre her.
Ich fragte Ihn spaßeshalber, ob er denn mittlerweile die Amontons-Systeme schon morgens zwischen Bad und Frühstück blasen würde. Daraufhin verriet er mir, dass er dreimal ganz von vorne beginnen musste und dass er insgesamt volle zweieinhalb Tage (!) damit beschäftigt war. Das zeigt uns anschaulich, welcher Schwierigkeitsgrad die Aufgabe doch hat.
Ein zweites Mal möchte er sie jedenfalls nicht mehr machen. Es sollte nur ein Versuch sein, um an die Grenze des Machbaren zu gehen. Das Unikat funktioniert übrigens einwandfrei!

08.09.2004 (stoe) Großbrand in Weimar...
Über 20.000 Bücher aus der Zeit des 16.- 18. Jahrhunderts sind vergangene Woche, bei einem Brand in der Herzogin-Amalia-Bibliothek, ein Raub der Flammen geworden und unwiederbringlich vernichtet.
40.000 Bände wurden durch Rauch und Wasser erheblich beschädigt und müssen aufwändigst restauriert werden. Eine kulturelle Katastrophe ersten Ranges und ein unermesslicher Verlust. Es blutet mir das Herz!

05.09.2004 (stoe) Gibt es neue Erkenntnisse im Fall Greiner ./ . Berkes?
Hat nun Greiner bei Berkes abgespickt, oder wusste er schon von seinem Vater wie es geht?
Franz Ferdinand Greiner gilt als Pionier der industriellen Thermometerfertigung in Deutschland, Wilhelm Berkes sein Angestellter, besaß angeblich die Fähigkeiten vor der Lampe. Greiner hat eine Leiter angestellt und durchs Fenster beobachtet. So stellt es jedenfalls Ernst Löber [Ref.197] dar.
Der Kulturverein Stützerbach-Thüringen plant im Rahmen seiner Schriftenreihe zur Geschichte der Region, im Frühjahr 2005 die Veröffentlichung einer Arbeit von Dietrich Kühn, mit dem Titel: Franz Ferdinand Greiner und das Haus 'Deutscher Kaiser' in Stützerbach. Darin werden die historischen Sachverhalte im 19.Jh. von ihm neu geordnet und bewertet. Ich kann Ihnen schon jetzt versprechen, es wird recht interessant werden.

01.09.2004 (stoe) Die letzten Wochen habe ich damit verbracht,
eine kleine europäische Kulturgeschichte zu unseren meteorologischen Instrumenten zu erstellen. Das Quellenstudium war erheblich wie Sie sich sicher vorstellen können. Meine Frau hat mich daher wochenlang nur noch lesend vorgefunden. Aber ich denke es hat sich gelohnt.
Vieles aus der Vergangenheit ist erstaunlich gut dokumentiert, leider jedoch an den unterschiedlichsten Orten. Ich habe mir nun die Mühe gemacht, diese Einzelinformationen elektronisch zu sammeln, neu zu ordnen und das Puzzle dann im Hinblick auf unser Interessengebiet neu zusammen zusetzen. Interessantes ist dabei herausgekommen - aber lesen Sie selbst.

28.08.2004 (stoe) Wilfried Habenicht - Rainer Holland
Dieses Autorenduo trat in den 80er-Jahren immer gemeinsam auf, wobei Wilfried Habenicht den historischen und Rainer Holland den physikalisch-technischen Part übernahm. In der augenoptischen Fachpresse des Jahres 1981 gab es damals eine dreiteilige Artikelserie von den Beiden [der Augenoptiker 6-8/ 1981], die ich den technisch interessierten Sammlern unter Ihnen nicht vorenthalten möchte. Sie enthält in Teil 2 und 3 die eigenwilligsten Barometerkonstruktionen mit ihren math. Funktionsbeschreibungen von R. Holland. Wie Sie gleich sehen werden, einmalig und sehr interessant. Im Einzelnen handelt es sich dabei um das:
  • Gefäßbarometer (cistern barometer)
  • Heberbarometer nach Guy-Lussac
  • Schwenkbares Heberbarometer (Sektorbarometer) nach J.H. de Magellans
  • Winkelbarometer nach Moreland (diagonal barometer)
  • Winkelbarometer mit 2 Rohren (diagonal, double tube)
  • Kontrabarometer nach Huygens (double barometer)
  • Dreiflüssigkeitsbarometer nach Hooke (three liquid barometer)
  • Rechtwinkliges Barometer nach Bernoulli (Cassini) (rectangular barometer)
  • Zeigerbarometer nach Hooke (wheelbarometer)
  • Waagebarometer nach Moreland (balance barometer)
  • Schwimmgefäßbarometer nach Howson
  • Verkürztes Barometer nach Amontons (multiple barometer)
  • Holländ. Marinebarometer nach Brouwer
  • Konisches Barometer nach Amontons (pendant barometer)
  • Wasserbarometer (waterbarometer)
  • Improved Sympiesometer nach Adie
  • Das Sturmglas (stormglas)
  • Das Wetterglas (waetherglas)
>> Habenicht/ Holland, Alte Quecksilberbarometer, pdf.datei~1,5MB

25.08.2004 (stoe) WEATHERSTAR NR. 11
Nach den vielen teuren Stücken, hat mir diesmal bei Gerald E Marsh, ein interessantes und gleichzeitig auch etwas "preiswerteres" Barometer gefallen. Es ist ein engl. Stickbarometer mit rechteckigem Kopfteil, Papierskala mit verglaster Tür, signiert: Charles Howarth - Halifax.
Tür und Gefäßabdeckung sind mit Bandintarsien verziert, Eichenkorpus.

Es muß wohl Charles Howorth heißen, denn dieser ist in Barometerkreisen mit seinen Winkelbarometern kein Unbekannter und arbeitete in der Zeit um 1823 bis zu seinem Tod im Jahre 1852, in Halifax/ Irland. Dieses Barometer dürfte aus seinen frühen Jahren stammen. >> Weatherstar Nr. 11 . Es ist zwischenzeitlich leider verkauft!

21.08.2004 (stoe) Thüringer Wald - ein Urlaubstipp für Zuhause Gebliebene...
Für alle Thermometer- und Glasfreunde bietet sich kurzfristig eine zwei- oder mehrtätige Informationsreise in die Region um Ilmenau an.
Nehmen Sie sich die Kreisstadt als Stützpunkt und machen Sie von dort aus Ausflüge in die Glasmuseen nach Stützerbach, Gehlberg, Schmiedefeld, ins Thermometermuseum nach Geraberg und zur Glashütte in Lauscha.

Checken Sie aber bitte unbedingt vor Reiseantritt die Öffnungszeiten!

Es wird sehr informativ werden und es gibt eine ganze Menge zu entdecken. Land und Leute, sowie die Thüringer Küche werden Sie begeistern. Noch dazu alles zu günstigen Preisen. Also auch eine Empfehlung für Genießer!

14.08.2004 (stoe) Unsere neue Portrait-Galerie-2 ist freigeschaltet....
Im Zeitalter des Internets ist es heute nicht mehr schwer, sich die Biografien bekannter Größen der Geschichte und Wissenschaften auf den Bildschirm zu holen. Deshalb werden wir es auch in der Galerie-1 bei Geburts- und Sterbedatum belassen. Ganz anders in Galerie-2 !

Ein Portrait in Verbindung mit den chronologischen Lebensdaten schafft Kontakt zum Gegenüber und lässt seine Vita lebendig werden. Dies wollen wir mit unserer neuen Portrait-Galerie-2 erreichen.

Deshalb habe ich für Sie die letzten Wochen und Monate recherchiert, um Ihnen diejenigen Historiker und Autoren mit Text und Bild vorzustellen, die sich die letzten 350 Jahren um unsere meteorolog. Instrumente verdient gemacht haben. Es ist noch nicht in allen Fällen gelungen, denn es gibt noch einige "Weiße Flecken" wie Sie gleich sehen werden. Mal fehlt der Text, mal fehlt das Bild.

Aber vielleicht gelingt es ja mit Ihrer Hilfe, die eine oder andere Lücke noch zu schließen. Schließlich soll es ja auch eine Auszeichnung sein, in unserer "Hall of Fame" seiner potentiellen Leserschaft vorgestellt zu werden.

11.08.2004 (stoe) Hatte ich mich vor Kurzem mit der Geschichte der Aneroidwerke befasst, so ist es diesesmal die Physik der Aneroiddosen in die ich mich vertieft habe. Dazu versicherte ich mir die mathematische Hilfestellung von Herrn Hans Gaab, seines Zeichens Physiklehrer. Wir sind bei unseren Betrachtungen zu diesem fachlichen Thema zu Erkenntnissen gelangt, die man bisher in der mir bekannten Literatur nirgendwo erfahren konnte.

Oder hätten Sie spontan gewusst, dass sich die Flächenvergrößerung der Vididose nicht auf die Größe der Auslenkung auswirkt? Mal ehrlich?
>> Gaab/ Stöhr - Ein wenig Physik zu den Aneroiddosen

07.08.2004 >220 (stoe) WEATHERSTAR NR. 10
Herr Marco Fontijn ist uns ja kein Unbekannter mehr. Er betreibt in Purmerend/ Niederlanden ein Antiquitätenfachgeschäft, dass sich ausschließlich mit meteorolog. Instrumenten befasst. Nicht nur Hg-Barometer, sondern auch wunderschöne Aneroide, sowie feine, alte Thermometer und Hygrometer gehören zu seinem reichhaltigen Angebot.
Offensichtlich war er gerade auf Einkaufstour, denn fast wöchentlich treffen auf seiner Website neue Instrumente ein. Man findet bei Ihm eigentlich fast alles was unser Herz begehrt, wobei sich die Qualität auf höchstem Niveau bewegt.
Gekrönt wird das Ganze nun seit einigen Tagen durch ein sensationelles
"Double Tube Diagonal Barometer" von Charles Orme of Ashby de la Zouch aus dem Jahre 1745, welches ich spontan zu unserem "Weatherstar Nr. 10" gekürt habe.
Charles Orme (1688-1747), war der Sohn eines Rektors und das zweitälteste Kind unter sechs Geschwistern. Er ist für seine Winkelbarometer berühmt, deshalb habe ich in den NEWS schon wiederholt über ihn berichtet.
Schauen Sie sich die Fotos ganz in Ruhe an. Jede der abgewinkelten Röhren greift auf ein eigenes Buchsbaumgefäß zu. Die Messingintarsien sind grandios. Der Zustand dieses 250 Jahre alten Meisterstücks scheint wahrlich über alle Zweifel erhaben.
Herr Fontijn ist deshalb wirklich nicht zu beneiden! Ich könnte mich jedenfalls von solch einem Barometer nicht wieder trennen.

01.08.2004 (stoe) Verkürzte Barometer nach Amontons (engl. multiple or folded barometer) waren schon wiederholt Gegenstand unserer NEWS....
Sie sind mir aber immer wieder eine Meldung wert, denn es sind echte Exoten und für viele Sammler von Flüssigkeitsbarometern ein absoluter Traum. Man findet sie in Büchern und in den ganz wenigen, gut sortierten Technikmuseen der Welt. Dort sind sie zwar die barometrischen Glanzpunkte, aber mit dem Glanz ist es oft nicht mehr sehr weit her.

Der Grund ist, dass es weltweit nur noch eine handvoll Fachleute gibt, die ein solch komplexes Rohrsystem fertigen und befüllen können und dass deren Anschriften niemanden bekannt sind. Wichtige Hinweise für glasbläserisch vorbelastete Zeitgenossen erfährt man zwar in dem von uns wiederentdeckten Büchlein von A. Fortier de Virville, 1723 [Ref. 226]. Aber der Teufel steckt im. Detail und jahrelange Berufserfahrung lässt sich natürlich nicht anlesen.

Die Freunde alter Wetterinstrumente sehen es daher als eine ihrer Aufgaben an, solche handwerklichen Fähigkeiten unbedingt für nachfolgende Generationen zu bewahren, damit unsere herrlichen Barometer auch zukünftig funktionsfähig erhalten werden können!


Umso erfreulicher ist es, dass die Firma Rose in den Niederlanden, ein Fachbetrieb für die Restaurierung alter Quecksilberbarometer, den Versuch gewagt hat, solch ein Replikat auf den Markt zu bringen. Herr Rose muss Barometerflüssigkeit in seinen Adern haben!

Es handelt sich um eine "Halbe Länge-Version", die dieser Tage im Internet vorgestellt wurde. Davon wird eine traditionelle Bauform mit Messingskala und eine moderne Ausführung auf Plexiglas angeboten. Hygrometer und Sturmglas sind wohl ein Zugeständnis an den modernen Zeitgeschmack. Vielleicht eine Alternative für so manchen Sammler?
>> Aber schauen Sie selbst!

28.07.2004 >210

(stoe) Thermoskopium nach Jakob Leupold...
Das Thermometermuseum in Geraberg kann seit einigen Wochen seinen Besuchern ein wohl weltweit einzigartiges Thermoskop aus dem Jahre 1726 präsentieren. Entdeckt hat es der Leiter des Museums Herr Dr. Klaus Irrgang in Leupolds "Theatrum Staticum", realisiert hat es die Firma Ackermann-Modellbau und gesponsert hat es die Firma Stöhr.
Jakob Leupold berichtet in Kapitel X, §135-136 des o.g. Werkes von seiner Erfindung, die er "Thermometrum" nennt.
Die Vorrichtung besteht aus einem Glasglocke (A) d= 8-10cm, mit einer halbkugelförmigen Kuppel, einem 10cm hohen zylindrischen Teil und einem flachen Boden. Zentral eingekittet ist eine etwa 15-20 cm lange Kapillare mit d= 6mm. Dieses Kapillarrohr reicht in ein mit Quecksilber gefülltes, zylindrisches Gefäß (B) von d= 2,5cm und etwa 10cm Höhe. Leupold schlug wegen des Quecksilbers Holz vor.
Die Glasglocke selbst hängt an dem kurzen Ende eines Waagbalkens (E), der mit seinem langen Ende auf eine kreisförmige Skala weist.
Taucht man die Kapillare in das Quecksilber ein und erhitzt die Glocke, so wird die darin befindliche Luft expandieren und durch die Kapillare austreten. Beim Erkalten wird Quecksilber angesaugt und die verdrängte Luft ersetzen. Das Thermoskop ist funktionsfähig. Mit dem Ausgleichsgewicht (H) lässt sich das Instrument noch justieren.
Erhöht sich die Temperatur, so wird Quecksilber aus der Glocke ins Gefäß verdrängt, sie wird dadurch leichter, steigt an und der Zeiger senkt sich nach unten. Bei Abkühlung ist die Reaktion gerade umgekehrt. Es ist natürlich vom Luftdruck abhängig!
Fürs Museum haben wir das Glas durch Messing und das Quecksilber durch destill. Wasser ersetzt. Es funktioniert so natürlich auch, wenngleich bedingt durch das 13,55fach leichtere Medium die Zeigerbewegung entsprechend geringer ausfällt.

25.07.2004 (stoe) In den 90er-Jahren gab es in Europa zwei Spezialmuseen für Barometer....
Das älteste davon, Barometer World Ltd. existiert noch heute in Merton/ Devon - England.und zeigt die Sammlung von Mr. Edwin Banfield (siehe Portraitgalerie!), einem Bankmanager im Ruhestand, den wir als Autor einer ganzer Reihe interessanter Barometerbücher kennen. Seine private Sammlung umfasst ca. 300 Instrumente, sowohl Quecksilber- als auch Aneroidbarometer und ist immer einen Besuch wert. Praktisch eine Inventarliste des Museums findet sich in Banfield's bisher letztem Buch: The Banfield Family Collection.

Das zweite Museum befand sich bis zum 18.09.1998 in Maartensdijk/ Niederlande, am Geschäftsstandort von Herrn Bert Bolle (siehe Portraitgalerie!). Herr Bolle war in den 70er bis 90er Jahre Antiquitätenhändler und wurde zum Spezialisten für Barometer. Auch er ist uns kein Unbekannter. Drei Publikationen verdanken wir Ihm. Einen Teil seines attraktiven Wohnhauses hatte er in den 80er Jahren in schöne Museumsräume verwandelt um seine eindrucksvolle Privatkollektion der Öffentlichkeit zu präsentieren. Ich hatte meinen Besuch mehrmals geplant, aber leider immer wieder verschoben. Bis es dann zu spät war. 1998 kam urplötzlich die Nachricht, dass Alles aufgelöst und die Bolles nach Australien emigriert wären. Eigentlich Schade!

Einen kleinen Eindruck von Herrn Bolles Barometermuseum erhalten Sie noch auf der Website eines niederländischen Internet-Freundes. Sie gestattet uns einen dokumentarischen Rückblick in die Vergangenheit. Wir sind Ihm zu Dank verpflichtet! >> zum Rückblick!

21.07.2004 (stoe) Mechanicus Jakob Goldschmid, Neustadt 34 , Zürich...
war Ende der 50er, bis in die 70er-Jahre des 19.Jh. wohl eine feine Adresse für Interessenten eines Präzisions-Barometers.
Um 1872-73 wurde sein Betrieb dann von der Firma Hottinger & Cie übernommen.

Ich habe gestern unserem Museum einen äußerst seltenen Aneroiden aus der Werkstatt von J. Goldschmid zugeführt. Dem neuen FaW-Freund sei an dieser Stelle herzlich gedankt. Dabei handelt es sich um ein besonders eigenwilliges Exemplar nach Prof. Dr. Weilenmann. Die Aneroiddose wird hier durch keinerlei äußere Einflüsse beeinträchtigt. Die Ablesung der Membranbewegung erfolgt optisch mittels Mikroskop.

Damit ist unsere Goldschmid-Reihe weitestgehend komplett!

Nun wollte ich über diese Spezies einen extra Artikel vorbereiten, mußte jedoch feststellen, dass Dr. Carl Koppe dies bereits für mich getan hat [1877, Das Aneroid-Barometer von Jakob Goldschmid]. Deshalb habe ich seine Erläuterungen einfach dem jeweiligen Instrument in Form einer pdf.Datei angefügt, quasi als besonderer Service der FaW-Redaktion!
>> Zum Museum

18.07.2004 >200

(stoe) William Edgar Knowles (W.E.K) Middleton (1902-1988),
ist als Meteorologe, Historiker und Autor vieler Publikationen wohl jedem ernsthaften Sammler meteorologischer Instrumente bekannt.

Bei den Arbeiten zu meinen Historiker-Portraits bin ich in meinem Archiv auf eine Liste von Veröffentlichungen von Ihm gestoßen, die ich mir mal vor einiger Zeit, auf eine Suchanfrage an die Bibliothek des IMSS-Florenz hin, ausgedruckt habe.
Ich möchte sie den "Literaturfreunden" unter Ihnen nicht vorenthalten. Auch wenn sie vielleicht nicht ganz vollständig ist. >> Bibliografie

11.07.2004 >193

(stoe) Einen weiten Weg hat dieses Päckchen hinter sich...
bis es, aus dem Nahen Osten kommend, alle Hürden der Einreise überwunden hatte. Man sieht es ihm an.
Es enthielt ein äußerst seltenes Metallthermometer von Edmé Regnier (1751-1825), datiert auf dem Zifferblatt mit 1850. Sein Prinzip basiert auf der unterschiedlichen Längenausdehnung zweier Metalle (Bimetall).
Regnier nahm Messing für das 56cm lange Rohr und Stahl für das Metallband im Innern des Rohres. Letzteres ist ein wenig länger und an beiden Enden des Rohres fixiert. Es wölbt sich deshalb in der Mitte etwas hoch . Bedingt durch die unterschiedlichen Ausdehnungen der beiden Metalle (Messing hat den größeren Ausdehnungskoeffizienten), biegt sich der Streifen bei Temperaturänderungen unterschiedlich stark durch und bewegt über eine Zahnstange den Zeiger.
Das Prinzip birgt nichts Neues. Auch dass diese Art Thermometer eine lange Reaktionszeit haben, ist bekannt. Nichtsdestoweniger ist es ein museales Objekt im Originalzustand und eine weitere Attraktion in unserem virtuellen Museum mit mittlerweile über 700 Objekten. Ein weiteres Exemplar befindet sich seit dem Jahre 1816 im Inventar der "École Polytechnique" in Palaiseau - France.

04.07.2004 >186

 

(stoe) Wer nicht wirbt der stirbt, so propagiert es heute die Werbebranche...
Geschäftlichen Erfolg versprach sich gewiss auch John Patrick, um das Jahr 1700, als er eine der frühesten Werbebotschaften zu den Barometern an die Londoner Bevölkerung verteilen ließ.
A new Improvement of the Quicksilver Barometer, being Made Portable, by John Patrick.
Es handelt sich um ein doppelseitiges Flugblatt, das man heute als "Flyer" bezeichen würde.
Dabei hat es Mr. Patrick offensichtlich nicht gestört, dass Text und Grafik nicht miteinander harmonieren. So ist darin über einen weiten Bereich hinweg von einem "Pendant Barometer" die Rede, das sich in der Abbildung aber nirgendwo findet. Das solchermaßen bezeichnete Instrument ist ganz eindeutig ein Pfeilerbarometer. Einzig die Abb. 2, ein Diagonalbarometer, ist korrekt aufgeführt. Die Rückseite des Prospektes liefert dem Leser barometrische Wetterregeln, eine Anweisungen zur Transportsicherung und einiges zum Thema: Thermometer. Ein einmaliges Zeitdokument!
Ein Originalexemplar dieses frühen Druckwerks, wurde längere Zeit vom Antiquariat Ximenes Rare Books Inc. angeboten.

Auf meine Anfrage hin, erhielt ich von dort freundlicherweise diese Fotokopie, für die ich mich heute nochmals ausdrücklich bedanken möchte!

 



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