Windmessung - Einführung

Informationen für Freunde der Wetterfahnen und Windmesser

(stoe-pr) Die Wetterfahnen gehören zu den ältesten meteorologischen Instrumenten. Mit ihrer Hilfe und dem Zug der Wolken versuchte man, schon bevor es die Möglichkeit der Luftdruckmessung gab, eine regionale, kurzfristige Wetterprognose zu erstellen.

Wetterfahnen begegnen uns relativ häufig, wenngleich sie heute kaum noch beachtet werden. Man findet sie auf dem Weg zum Arbeitsplatz oder beim Ausflug am Wochenende, meist als Bekrönung alter, stattlicher  Gebäude wie Schlösser, Burgen, Klöster, Rathäuser oder Befestigungstürmen. Hier sollen sie durch ihre Symbolik Schaden vom Gebäude fernhalten, die Windrichtung anzeigen und vom Wohlstand seines Erbauers künden.

Nicht selten ist es ein Hahn, der hoch oben seine Arbeit verrichtet, denn der Wetterhahn ist schon seit Urzeiten im Volksglauben das Symbol für die Ankündigung und Vorhersage des erwachenden Tages, aber auch der Wachsamkeit und des Schutzes. Auch andere Figuren, zum Teil aus der Mythologie entlehnt, finden zum Symbolisieren des Windes Verwendung. Aus der Tierwelt sind es neben dem Hahn der Schwan, der Drache, das Pferd, der Fisch, sonst natürlich die Fahne oder der Wimpel in ihren mannigfaltigen Darstellungen.

Beim genaueren Hinschauen sind dies oft richtig kleine Kunstwerke, liebevoll von Handwerkerhand aus Eisen- oder Kupferblech geschmiedet, manchmal auch mit Jahreszahl. So gibt es welche, die drehen sich spielerisch im Wind, andere, die ächzen bei der Arbeit, und wieder andere haben altersschwach das Spiel mit dem Wind längst aufgegeben.

Ihre Blütezeit erlebten die Wetterfahnen im 18.Jh. Später, gegen Ende des 19. Jh., während der Gründerzeit und des Jugendstils, erfuhren sie nochmals eine Renaissance. Heutzutage sind sie kaum mehr gefragt und wurden durch die Fernsehantennen längst abgelöst.

Eine Eigenart der jüngeren Wetterfahnen ist es, durch ihre Gestalt oftmals einen Hinweis auf den Beruf, das Sternkreiszeichen oder etwa eine besondere Liebhaberei des Auftraggebers zuzulassen.

Besitzt die Windfahne an ihrem Fuß noch zusätzlich eine Windrose mit den vier Himmelsrichtungen, so läßt sich die genaue Windrichtung leichter feststellen.

Zur Messung der Windstärke selbst bedarf es etwas mehr an konstruktivem Aufwand. Solche Meßgeräte bezeichnet man als Windmesser  oder Anemometer.

Nun gut, werden Sie sagen, wie lassen sich denn Wetterfahnen sammeln?

Natürlich wird man Wetterfahnen kaum im häuslichen Wohnzimmer zusammentragen können. Dazu sind die Formate zu groß. Wird nach einer Gebäuderenovation wirklich mal ein altes Exemplar durch ein neues ersetzt, so ist dies ebenfalls selten ein Fall für den Sammler. Das Original bekommt dann meistens einen Platz im Heimatmuseum.

Aber es gibt die Möglichkeit, sich eine solche Sammlung auf fotografischem Wege zuzulegen. Alles, was man hierfür benötigt, ist eine Spiegelreflexkamera mit einem möglichst langbrennweitigem Objektiv (ab 400mm) und dazu ein stabiles Stativ. Es ist auch der Einsatz eines vergleichsweise preiswerten Tele-Konverters, der z.B. aus einem 200mm-Tele ein 400er macht, für unsere Zwecke qualitativ vollkommen ausreichend. Ein aufmerksames Auge sowie eine ordentliche Portion Geduld, bis die Wetterfahne ihre fotogene Breitseite präsentiert, wird allerdings vorausgesetzt. Dafür ist aber immer frische Luft garantiert.

Nehmen Sie vielleicht diese Zeilen als Anregung. Wir, die Freunde alter Wetterinstrumente, würden uns jedenfalls über eine Vielzahl schöner Aufnahmen freuen.  Möglicherweise lassen sich dann auf diesem Wege, mit der wachsenden Bilderzahl, gewisse regionale Vorlieben in der Gestaltung des Objekts erkennen. Deshalb bitte immer die Zeit und den Aufnahmeort dokumentieren!


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