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Thermometrie - Geschichte
Teil 6 - Die Metallthermometer aus der Werkstatt des Reichsgrafen Hans Löser
Gerhard Stöhr 2006.05
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Man benötigte ja wieder ein neues standesgemäßes Refugium, das auch repräsentativen Aufgaben gewachsen sein mußte. Die vorhandene Immobilie war dazu ungeeignet, denn Friedrich August I. (1670-1733), ab 1694 Kurfürst von Sachsen, genannt "August der Starke", war mit seinem Gefolge oft in den umliegenden Wäldern zur Jagd und auch gelegentlicher Gast. Klar, dass auch die Ausstattung dabei nicht nachstehen durfte. Hier lag es nahe sich an den den Dresdner Vorbildern zu orientieren. Die Räumlichkeiten wurden daher barock ausgestaltet.
Es wurde ein u-förmiges Wasserschloß, dreiseitig mit Wasser umgeben, mit einem mächtigen Turm. Der Sohn von Heinrich Löser, Hans Löser (1704-1763) ging in Meißen zur Schule und fühlte sich von Anfang an zu den Naturwissenschaften hingezogen. Er verlor sein Herz an die Astronomie und Feinmechanik und wurde nach seiner Ausbildung "Hofmechanicus" in Dresden. Später richtete er sich im Schloß Reinharz eine eigene mechanische Werkstätte ein und beschäftigte dort nur ausgesprochene Könner ihres Fachs, wie: Johannn Daniel Gärtner und Siegmund Merklin als Mechaniker; Johann Andreas Lehmann als Uhrmacher, Johann Gottfried Zimmer als Artilleriemechaniker und Johann Gottlieb Rudolf als Optiker. Es entstanden in den Folgejahren prachtvolle, feinmechanische, optische und astronomische Instrumente, zu dessen Erprobung vor Ort, Hans Löser extra im Jahre 1748 seinen Schloßturm auf 68m erhöhen ließ.
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Er befand sich mit diesem Tun sicher im Einklang mit den Vorstellungen seines Landesherrn Kurfürst August II. (1696-1763), der wie schon sein Vater, in jener Zeit ständig bemüht war, die besten Handwerker Deutschlands und Europas nach Sachsen zu holen und damit die "Sächsische Instrumentenbaukunst" zu fördern und zu stärken. Der Bedarf an wissenschaftlichen Instrumenten war zu jener Zeit in Europa riesig uind wurde bekannterweise überwiegend von London aus gedeckt. So waren die Umsätze der wenigen deutschen Werkstätten, in Augsburg, Berlin, Leipzig und Reinharz mehr als gesichert.
Reichsgraf Hans Löser verstarb 1763, im gleichen Jahr wie Kurfürst August II. Sein Erbe, darunter die beiden erwähnten Metallthermometer, wurde im Jahre 1777 in das "Mathematisch-Physikalische Cabinet" in Dresden eingegliedert und ist dort noch heute zu besichtigen.
Die Regentschaft danach übernahm Kurfürst August III. (1750-1827) "der Gerechte", der in den Amtsgeschäften, bis zu seiner Großjährigkeit im Jahre 1768, von seinem Onkel Prinz Xaver vertreten wurde.
| Quellen: | Tietz Johann Daniel | Thermometri metallici ab inventum Loeser | Leipzig 1765 |
| div. Autoren | Kostbare Instrumente und Uhren | Leipzig 1994 | |
| Herrmann D. | Schloß Zerbst in Anhalt |
© Gerhard Stöhr 2006
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