Thermometrie - Einführung

Informationen für den Thermometer - Sammler

(stoe-pr) Thermometer sind eher "Stiefkinder der Sammler", dies stellte schon Ulrich Klever in einem Sammler-Journal der 80-iger Jahre, anlässlich  einer Betrachtung zu unserem Sammelgebiet, fest. Daran hat sich in den letzten Jahren wohl nicht viel geändert.

Eigentlich schade, denn blättert man die alten Thermometerkataloge der unzähligen Hersteller durch, so findet man darin viele interessante und sammelwürdige Objekte.

Aber wo sind sie alle geblieben?

An der Verbreitung kann es, jedenfalls seit dem ersten Drittel des 19. Jh., nicht gelegen haben. Denn zu diesem Zeitpunkt setzte bei uns in Deutschland, im Gebiet um Stützerbach auf dem Thüringer Wald, die Industrialisierung der Glasinstrumentenfertigung ein.

Auch hatten mittlerweile die Temperaturskalen von Fahrenheit, Reaumur und Celsius ihre Verbreitungsgebiete gefunden.  Während die Fahrenheitskala in England und Amerika benützt wurde und heute immer noch zugelassen ist, war es in Deutschland diejenige von Reaumur und in Frankreich überwiegend die Celsiusskala. Erst im Jahre 1924 wurde dann auch in Deutschland die Celsiusskala als verbindlich eingeführt.

Der Bedarf an Thermometern, sei es für zu Hause, in den Labors, in der Medizin, im Handwerk, zur Prozeßsteuerung in der neu aufkommenden Industrie und natürlich in der Meteorologie, war riesig.

Allerdings sind Flüssigkeitsthermometer eine zerbrechliche Spezies. War das Unglück erst einmal passiert, wurde eine Reparatur selten ins Auge gefaßt. Das alte Thermometer wurde kurzerhand durch ein neues, selbstverständlich zeitgemäßes, ersetzt.

Besser erging es da den Andenken-Thermometern. Sie wurden anläßlich einer Reise oder des Besuchs an einem fremden Ort erworben und erhielten dann, zu Hause angekommen, zur Erinnerung häufig einen exponierten, eher ungefährdeten Platz. Sollten sie doch dem Besucher signalisieren, wie weit sein Besitzer im Land oder in der Welt herum gekommen war.

Eine wachsende Sammlergemeinde hat die Gruppe der Reklame-Thermometer zu verzeichnen, welche die Temperaturangabe mit dem mehr oder weniger dezenten Hinweis auf den 'Sponsor' verbinden. Vielfach ist es hier nicht so sehr die Temperaturmessung alleine, welche den Kaufimpuls auslöst, eher schon auch die  dekorative Grafik, die dem Sammler Einblicke in den zeitgenössischen Werbegeschmack erlaubt und gleichzeitig die Wohnung schmückt.

Bleibt noch die Gruppe der Bimetall-Thermometer, die schon Ende des 18. Jh. erfunden und dann in den nachfolgenden Jahren zu einer guten Genauigkeit entwickelt wurden. Sie waren gegen äußere Einflüsse wesentlich unempfindlicher und wurden deshalb für spezielle, meist rauhe Einsätze verwendet.  Für den Hausgebrauch setzten sie sich aber insgesamt weniger stark durch als die Flüssigkeitsthermometer. Dies lag hauptsächlich auch an dem etwas höheren Preis. Heute sind sie  eher unterbewertet und haben mittlerweile eine starke Konkurrenz durch die elektronischen Thermometer erhalten.

Es lohnt sich deshalb, mit wachsamen Augen über die Floh- und Antiquitätenmärkte zu streifen. Man wird ab und an ein Schätzchen finden, das zu vertretbarem Preis „gehoben“ werden kann. Dabei muß eine fehlende oder defekte Thermometerkapillare kein Hinderungsgrund sein, denn diese kann mit einem vergleichsweise geringen Aufwand von einem Fachmann ersetzt werden.

Wem das frühe Aufstehen zum Flohmarktbesuch aber nicht liegt, und sich aber trotzdem auf die Thermometer einlassen möchte, dem kann ebenfalls geholfen werden.

Die Thermometer-Verkaufskataloge der Hersteller wurden damals, wie übrigens auch noch heute, in festen zeitlichen Abständen an die Einzelhändler, meist zusammen mit einer Einkaufspreisliste, verteilt. Sie sind heute Zeitzeugen und die ideale Informationsquelle für den Sammler. Enthalten sie doch zumeist dutzende Abbildungen mit Beschreibung zu praktisch allen Thermometerarten und Bauformen. Man erhält somit beim Sammeln der Kataloge zugleich eine Übersicht  über die Entwicklung der Instrumente über die Jahrzehnte hinweg und dies bequem vom häuslichen Schreibtisch aus. Leider tragen aber viele Kataloge kein Erscheinungsdatum. Dies und die Tatsache, daß sich viele Thermometer in den letzten hundert Jahren kaum verändert haben, machen das Datieren eines Thermometers sehr schwierig.

Mit ein wenig Geduld, wird man via Internet in den verschiedenen Suchmaschinen der Antiquariate leicht fündig. Noch vor wenigen Jahren mußte man dazu mühsam Antiquariat für Antiquariat kontaktieren, war dabei auf die Aufmerksamkeit des Antiquars angewiesen und benötigte deshalb zum Aufbau einer Sammlung Jahre..


Barometer

Thermometer

Hygrometer

Anemometer

Literatur

Infos-Links

           

Homepage

Museum

Gästebuch

search

News