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Barometrie - Galerie
Firmen - Kurzbiografien
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| Friedrich Hermann 1835-1906 |
Joh. Heinrich Pfister 1841-1919 |
Alfred Streit 1860-1924 |
Hermann & Pfister - Bern
heute Haag-Streit AG
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Gegründet wurde die mechanische Werkstätte von Friedrich Hermann & Hermann Studer, im Jahre 1858, in der Postgasse zu Bern. Die beiden Jungunternehmer waren damals gerade einmal 23 Jahre alt. Sie fertigten Instrumente für die Wissenschaft, wobei der freundschaftliche Kontakt zu Prof. Dr. Heinrich Wild (1833-1902), Physiker und Meteorologe an der Universität Bern, sehr förderlich war und von Anfang an den Schwerpunkt ihrer Fertigung vorgab.
Hinzu kam, dass im Dezember 1863 von der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft ein dauerhaftes Wetterbeobachtungsnetz mit 88 Messtationen eingeweiht wurde. Für diesen Zweck hatten Her&Pfi natürlich exakt die benötigten Instrumente in ihrem Sortiment. Siehe die Zeichnung von Hermann Studer. Die Geschäfte liefen daher recht gut an.
Hermann Studer (1835-1863) starb leider schon im Jahre 1863 an Typhus. An seine Stelle trat als Teilhaber Johann Heinrich Pfister (1841-1919), der aus Schaffhausen kam. Prof. Wild wurde 1868 an das Physikalische Zentralobservatorium in St Petersburg berufen, wo er nach dem Schweizer Vorbild, ein Netz meteorologischer Beobachtungsstationen aufbauen sollte. Die >Mechanische Werkstätte Hermann & Pfister< konnte den Bedarf an Instrumenten abermals befrieden, was dem Ruf des kleinen Berner Betriebes in Europa weiterhin zugute kam. Der Betrieb entwickelte sich gut und ernährte seine beiden Inhaber zufriedenstellend.
Die Instrumentierung von Wettersäulen, die auch in der Schweiz an stark frequentierten Straßen und Plätzen zu jener Zeit in Mode kamen, wurden im letzten Quartal des 19. Jh. zu einem weiteren Standbein des Unternehmens. Hierfür wurde eigens ein Quecksilberbarometer mit Metallarmierung als Schutz gegen Vandalismus entwickelt.
Im Jahr 1881 musste sich jedoch F.H. Hermann (1835-1906) aus gesundheitlichen Gründen aus dem aktiven Geschäft zurückziehen, blieb seinem Betrieb aber trotzdem eng verbunden. Er half aus dem Hintergrund mit innovativen Konstruktionen und musste mehr und mehr auch seinen Partner moralisch unterstützen, denn die Geschäfte wurden zunehmend schwieriger. Auch die Konkurrenz im Ausland war erwacht und so ging so mancher Auftrag an die Wettbewerber nach Deutschland. Man firmierte in dieser Zeit als >Hermann & Pfister's Nachfolger: J.H. Pfister; mathematisch-physikalische Werkstätte<. 1882-1883 wurde ein Standortwechsel in die Bundesgasse 14 vorgenommen.
J.H. Pfister wollte schon resignieren, da konstruierte Hermann, im Auftrag von Wild, gerade rechtzeitig ein Handanemometer, das 1884 in Fertigung ging. Dieses ergänzte sinnvoll das meteorolog. Fertigungsprogramm, das in jener Zeit folgende Instrumente umfasste: Quecksilber-Stationsbarometer, Normalbarometer, Windfahnen nach Wild, Regenmesser, Haarhygrometer, Metallthermometer - offen und Metallthermometer als Dose. Daneben sorgte ein buntes Programm u.a. für die Geodäsie und die Optik, für zusätzliches Einkommen.
Trotzdem war man ständig auf der Suche nach neue Geschäftsfeldern und fand sie auch über eine neue Verbindung zur Universtätsaugenklinik in Bern. Ein Schwager J.H. Pfisters, Dr. Pflüger wurde dort im Jahre 1876 zum außerordentlichen Professor gewählt. Fortan gehörten auch optisch-ophtalmologische Instrumente und Geräte zum Produktionsprogramm.
Es waren schwierige Jahre, bis schließlich im Jahre 1889, der Eintritt von Alfred Streit (1860-1924), der Grund für eine abermalige Umfirmierung war. Fortan hieß das Unternehmen >Pfister & Streit< und zog im Jahre 1894 von der Bundesgasse 14, in die Seilerstr. 9 um. In den Geschäftsbüchern ist dazu zu lesen, dass in diesen Jahren auch verstärkt meteorologische Säulen und das Wild-Fuess'sche Stationsbarometer gefertigt wurde.
Durch die guten Kontakte zur Uni-Augenklinik in Bern, die um die Jahrhundertwende in Europa einen ganz hervorragenden Ruf genoss, verlagerte sich das Fertigungsprogramm immer mehr in Richtung ophtalmologischer Instrumente. Im Jahre 1911 schied schließlich J.H. Pfister aus Alters- und Gesundheitsgründen aus seiner Firma aus. Die Ära Pfister & Streit erlischt somit am 19.01.1912.
J.H. Pfister machte damit den Weg frei für Alfred Streit, der nach dem 1. WK zusammen mit seinem Schwiegersohn Wilhelm Haag-Streit, die erfolgreiche Zukunft für das heutige Welt-Unternehmen begründete.
Heute ist daraus die internationale HAAG-STREIT-GRUPPE geworden, mit neun Produktions- und vier Vertriebsunternehmen in Europa und den USA. Die Hauptmärkte liegen, wie nicht anders zu erwarten, auf dem Gebiet der Opthalmologie und Microchirurgie.
Das Unternehmen hat trotz allem Wachstum und Fortschritt seine Wurzeln nicht vergessen und verfügt über ein geradezu vorbildliches Firmenarchiv. Wir bedanken uns bei Herrn Chris Haag, der uns in der Vorbereitung des 150. Firmenjubiläums, an seinen "Forschungen in der Vergangenheit" teilnehmen lässt. Die Archive in Bern sind noch für manche Überraschung gut, warten wir's also ab.
| Quellen: | Archiv Haag-Streit | |
| Archiv Stöhr | ||
| Haag-Streit AG 1858-58 | Jubiläumsschrift, Bern 1958 |
© Gerhard Stöhr 2006.04/ 2008.05
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