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Barometrie - Galerie
Firmen - Kurzbiografien
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| Félix Richard 1809-1876 |
Jules Richard 1848-1930 |
Richard á Paris
Im Jahre 1849 lässt sich Eugène Bourdon (1808-1884) sein "Metallbarometer" patentieren und bot die Lizenz zur Produktion Félix Richard an.
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Félix Richard (1809-1876) wurde in Lyon geboren
und hatte im Jahre 1845 dort eine mechanische Werkstatt eröffnet. Er beschäftigte
sich mit der Konstruktion von Manometern. Er nahm Bourdons Angebot an, siedelte
nach Paris um und fertigte dort ab dem Jahre 1849 u.a. dessen patentierte Metallbarometer
mit der "Bourdon'schen Röhre".
Vier Söhne wurden der Familie geboren. Zwei davon standen dem Betrieb später
zur Verfügung. Jules Richard (1848-1930), im Jahre 1848
geboren, übernahm nach dem Tod des Vaters, im Jahre 1876, zusammen mit
seinem Bruder Félix-Max (1856-1949) das Unternehmen.
Auf der 1. Weltausstellung in London, 1851, wurden E. Bourdon u. F. Richard mit der "Council Medaille" ausgezeichnet, aber auch sein Konkurrent Lucien Vidie. Der war über die frisch erstarkte Konkurrenz derart erbost, dass er postwendend einen Wettbewerbsprozess anstrengte, der sich mit Berufung durch die ganzen 50er-Jahre hindurchzog.
Im Jahre 1876 verstarb Félix Richard. Die Firma war zu jenem
Zeitpunkt in keiner guten Verfassung mehr. Von ehemals 40 Arbeitern,
so ist zu lesen, standen gerade mal noch 10 hinter ihren Werkbänken. In
den Wirren der 70er-Jahre hatte sich Fèlix Richard stark politisch
angagiert und sich damit wenig Freunde gemacht. Er wurde sogar eingesperrt und
zum "Tode durch Erschießen" verurteilt! Glücklicherweise
konnte er fliehen.
Außerdem hatte er hoch spekuliert und durch seinen sehr aufwändigen
Lebenstil viel Geld verloren. Immerhin berichtet seine Frau, dass sie in den
vergangenen 25 Jahren ca. 30.000 "normale" Bourdons und etwa 500 Stück
mit integriertem Uhrwerk verkauft haben. Diese Zahlen scheinen mir doch etwas
geschönt, denn in unserer Matrix, mit der wir seit geraumer Zeit die Bourdon-Auktionen
beobachten, ist noch nie eine Werknummer über 20.000 aufgetaucht. Wohlgemerkt
aus der Zeit vor 1876!
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Jules Richard (1848-1930) der zweitälteste Sohn, ging nach seiner Schulzeit für drei Jahre bei seinem Vater in die Lehre und anschließend, nach 1866, in die Werkstatt von Uhrmachermeister Collin. In Abendkursen beschäftigte er sich nebenbei mit der gerade neu erfundenen Kinematographie. Ein kurzer Ausflug in die Telelegrafenverwaltung schloss sich daran an. Im Alter von 28 Jahren starb dann der Vater und Félix stand vor der Entscheidung den ziemlich desolaten, elterlichen Betrieb zu übernehmen. Zusammen mit dem jüngeren Bruder Félix-Max sollte es weitergehen.
Es war gewissermaßen ein Neubeginn. Der Betrieb wurde in "Jules Richard Instruments" umbenannt. Produziert wurden nach kleinen Konstruktionsänderungen, nach wie vor die "Bourdon'schen Metallbarometer", wobei die Werknummerierung, nach unseren heutigen Erkenntnissen, wieder von vorne begann. Gekennzeichnet wurden die Bourdonwerke dieser Epoche mit "JR". Wobei ein früher und eine späterer Stempel auffällt. Siehe dazu meine Arbeit: Die Metallbarometer des Eugène Bourdon.
Darüberhinaus fertigte die Firma "Jules Richard Instruments" die gesamte Palette der meteorologischen Instrumente, so auch Barometer des Vidie-Typs. Gegen Ende des Jahrhunderts verlagerte sich dann der Schwerpunkt der Fertigung zunächst auf Registrierinstrumente (Barographen, Thermographen und Hygrographen) und später auf fotografische Apparate und Apparaturen insbesondere für die Stereo-Fotografie. Jules Richard führte seinen Betrieb in eine erfolgreiche Zukunft, die sich noch heute am Markt behauptet. Für seine unternehmerische Leistung wurde er 1925 zum "Kommandeur der Ehrenlegion" ernannt. Nach seinem Tod, im Jahre 1930, wurde Mr. Léon Ernest Henrard für 23 Jahre sein Nachfolger.
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Richard Frères - In den Jahren 1882 bis 1891 nahm Jules seinen Bruder Félix-Max ganz offiziell mit in die Firma auf. Der Betrieb wurde auch in "Richard-Frères", gleich "Gebrüder Richard" umbenannt.
Aber bereits im Jahre 1891 trennten sich die Wege. Jules Richard wurde wieder alleiniger Inhaber des Unternehmens. Das Logo "RF" behielt er jedoch weiter bei. Aus den Archivunterlagen geht hervor, dass sich die Brüder Richard schon im Jahre 1878 mit der gemeinsamen Konstruktion eines "barométres enregistreur" (Barografen) befasst haben. Das erklärt die Existenz einer frühen "RF"-Punze, die definitiv schon vor der Kooperation im Jahre 1882 verwendet wurde. Wie man noch heute auf dem Antiquitätenmarkt leicht festellen kann, wurden die Registrier-Instrumente mit der Punze <RF> für das Maison Richard ein großer Erfolg. Im Jahr 1913 waren bereits über 64.000 Richard-Registrierinstrumente verkauft!
Die Firma Jules Richard Instruments
existiert noch heute.
| Quellen: | B. Maxant | L' histoire du baromètre | Ref. 223 |
| Paolo Brenni | The Richard Family | Me1511 | |
| G.Stöhr | Die Metallbarometer des E. Bourdon |
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© Gerhard Stöhr 2006.04
korr. 2009.01
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