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Gotthilf Lufft 1848-1921 Dr. Richard Möller-Lufft 1869-1944 Dipl. Ing. Erich Möller-Lufft
Gotthilf Lufft
1848-1921
Dr. Richard Möller-Lufft
1869-1944
Dipl. Ing. Erich Möller-Lufft

 

Gotthilf Lufft - Stuttgart

frühes Logo, bis 1922-24 Interimslogo spätes Logo, nach 1922-24

Gotthilf Lufft (1848-1921) war in seinen jungen Jahren technischer Assistent am Polytechnikum in Stuttgart. Er hatte die Aufgabe wissenschaftliche Versuche vorzubereiten und die entsprechenden Instrumente und Einrichtungen zu bauen und zu warten.

1872, mit 24 Jahren, übernahm er das gut gehende Optikgeschäft S.F. Trostel in der Eberhardstrasse 37, in Stuttgart.

Hier begann er noch im selben Jahr mit der Fertigung von Aneroiddosen. Aus der geradezu vorbildlichen Dokumentation des Hauses Lufft ist zu erfahren, dass diese Membrandosen in Deutschland zwar zu Beginn der 70er-Jahre schon bekannt waren, jedoch offensichtlich aus Frankreich importiert werden mussten! Ein Markt, dem sich G. Lufft sogleich mit großem Erfolg annahm.

Zuerst in der Werkstatt seines Optikerbetriebes, dann ab 1881 in der neu gegründeten "Mech. Werkstatt G. Lufft". Es wurden Aneroidbarometer, Kompasse, Hygrometer und sonstige meteorologische Instrumente gefertigt.

Die Geschäfte liefen sehr gut und machten 1891 eine Verlagerung des Firmensitzes in die Katharinenstrasse 4, notwendig. Damit das Unternehmen sich auch zukünftig weiter entwickeln konnte, schaute sich G. Lufft rechtzeitig nach einem Grundstück um und fand es an der Weinsteige 22. Es wurde bebaut und im Jahre 1891 der komplette Firmensitz nach dort verlagert.

Gotthilf Lufft war eine vitaler Geschäftsmann, immer auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern. So gab es in den Jahren vor 1914 kurze Ausflüge in die Acetylen-Schweißtechnik, die Fabrikation von Schieblehren, ja sogar in die Fototechnik. Zusammen mit den Gebrüder Nagel gründete er die "Contessa-Camera-Werke". Letztere fusionierten 1926, zusammen mit C.P. Goerz und acht anderen Kameraherstellern, Sie erinnern sich, zur "ZEISS-IKON AG".

Während des 1. WK wurden Höhenmesser ins Programm mit aufgenommen und in großer Stückzahl produziert. Die Nachkriegszeit machte einen völligen Neuanfang notwendig.

Am 23.05.1921 verstarb der Firmengründer.

Nach einigen Turbulenzen um die Firmennachfolge, der Sohn von Gotthilf Lufft war kurz nach seinem Vater verstorben, übernahm den Neuaufbau der Schwiegersohn Dr. Richard Möller-Lufft (1869-1944). Das Unternehmen wurde in eine Familien-GmbH umgewandelt und ein neues Firmenlogo taucht auf. In der Folge erstarkte das Unternehmen zu alter Blüte, sodass im Jahre 1925, als Einstieg in den französischen Markt, gar die "Etablissements E. Hüe in Paris", übernommen werden konnten. Ein starker Konkurrent wurde damit ausgeschaltet.

Ab 1932 wurden dann auch Bimetall-Thermometer gefertigt. Die Produktion lief in den 30er-Jahren auf Hochtouren. Sie umfasste die gesamte Palette der meteorologischen Instrumente für Heim und Industrie. Metallbarometer, Haarhygrometer, Höhenmesser, Registrier-Instrumente, Taschenkompasse, so ist zu lesen.

Die Umstände im Vorfeld des 2.WK erzwangen im Jahre 1939 schließlich wieder den Verkauf von E.Hüe-Paris. Man zog sich auf seinen Standort in Stuttgart zurück. Während des Krieges wurden dort dann ausschließlich Membrandosen in großer Anzahl gefertigt.

Am 22.10.1944 verstarb Dr. Richard Möller-Lufft.

Nach dem Zusammenbruch im Jahre 1945, begannen auch für die Firma Lufft schwierige Jahre des Wiederaufbaus. Unter der Leitung von Dipl. Ing. Erich Möller-Lufft, gepaart mit Schwäbischem Fleiß, gelang abermals ein Neustart aus dieser fast aussichtslosen Situation.

Die Firma Lufft erhielt ihren alten Glanz wieder. Qualität und nochmals Qualität zeichneten die Produkte aus. Der aufkeimende Klimaschutz erforderte neue Technologien und Messgeräte mit Fernablesung. Die Elektronik nahm daher Jahr für Jahr einen immer größeren Raum im Angebot ein.

Nach 115 Jahren, wurde die Fertigung der mechanischen Aneroidwerke im Jahre 1986 endgültig eingestellt.

Im Jahre 2006 konnte das Unternehmen den 125. Geburtstag feiern. Dazu gab es nicht nur eine Jubiläumsschrift mit 72 Seiten, die auch die neuere Geschichte enthält, sondern es wurde auch >die Historie der Firma<, einst und jetzt, in einer sehenswerten Dokumentation präsentiert. Sowohl die Festschrift, als auch die DVD sind direkt von Lufft erhältlich bzw. auf der Firmenhomepage bequem anzusehen.

Heute ist die Firma G. Lufft GmbH einer der Weltmarktführer auf dem Gebiet der klimatologischen und umwelttechnischen Messtechnik.

Quellen: Festschrift 75 Jahre Lufft 1956
  Festschrift 125 Jahre Lufft 2006

 

Standbaro m. transp. Skala,  20er Jahre? Foto: FaW
Tischkombination m. Uhr; Foto: FaW
Wandwetterstation, 1936; Foto: exEbay
Standkombination Baro-Thermo-Hygro, 1956; Foto: exEbay
Auto-Aneroid, um 1930; Foto: FaW

© Gerhard Stöhr 2005.02
korr. 2009.01


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