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Barometrie - Galerie
Firmen - Kurzbiografien
Rudolf Fuess - Berlin-Steglitz
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Rudolf Fuess, geb. 28.09.1838, erhielt seine Ausbildung in mechanischen Werkstätten in Göttingen und Hamburg. Danach bemühte er sich um eine Anstellung in Berlin, die er dann auch in der Firma Löhmann, einer Fabrik für Nivellierinstrumente, fand. Ziel war jedoch von Anfang an die Selbstständigkeit.
So gründete er am 1.4.1865 in der Mauerstr. 84, Berlin-Mitte, seine erste mech. Werkstatt. Gefertigt wurden Messapparate, Rezepturwaagen für Apotheker und Blutdruckmesser für Russland. Im Jahre 1870 zog der Betrieb nach Kreuzberg in die Wassertorstr. 46 um und wurde von dort drei Jahre später, wegen Platzmangels, in die Alte-Jakobstr. 108 verlegt.
Ab etwa 1873 stellte man die ersten Anemometer her, da diese zuvor alle aus England importiert werden mussten
1877 gelang die Übernahme der Firma Greiner & Geißler, eines in Schwierigkeiten geratenen Konkurrenten, der auch Thermometer, Barometer und Anemometer fertigte. Damit begann die Fertigung meteorologischer Instrumente in großem Umfang.
In Zusammenarbeit mit dem Schweizer Physiker und Meteorologen Heinrich Wild (1833-1902), dem Meteorologen Adolf Sprung (1848-1909), dem Arzt u. Meteorologen Richard Aßmann (1845-1918) und Gustav Hellmann (1854-1939) dem Direktor des königl. meteorologischen Instituts, wurden eine Reihe innovativer Instrumente für die Meteorologie entwickelt. Als da sind: das Gefäß-Heberbarometer, der Sprung-Fuess'sche Waagebarograph, das Aßmann'sche Aspirationspsychrometer, sowie der Hellmann´sche Regenschreiber.
1891 expandierte die Firma R. Fuess weiter, kauft ein Grundstück in Steglitz, Düntherstr. 8 und bebaut es mit einem Wohnhaus und Fabrikgebäude für 100 Mitarbeiter. Die Geschäfte laufen gut.
1913 übernahm Sohn Paul Fuess (1867-1944) die Firma.
Am 21. November 1917 starb der Firmengründer Rudolf Fuess. Er war Mitbegründer der "Zeitschrift für Instrumentenkunde", gehörte dem "Kuratorium der Physikalisch-Technischen-Reichanstalt" an und war Vorsitzender der "Deutschen Gesellschaft für Feinmechanik und Optik".
Der 1. WK brachte dem Unternehmen viele militärische Aufträge. Es wurden Zielfernrohre und Bordinstrumente für Flugzeuge in die Produktion mit aufgenommen. Die Nachkriegszeit mit Weltwirtschaftskrise war dann umso schwerer. Man hielt sich jedoch mit Geräten zur Ausrüstung von wissenschaftlichen Expeditionen und mit dem Bau von Instrumenten für meteorologische Stationen über Wasser.
In den 30iger-Jahren zog der Umsatz dann wieder an. Es wurden verstärkt Bordinstrumente für die Luftfahrt nachgefragt. Dann folgte der 2. WK, der dem Betrieb abermals viele Rüstungsaufträge einbrachte. Die Kapazitäten reichten nicht mehr aus. Es mußte ständig erweitert werden. Die Bombenangriffe auf Berlin zwangen das Unternehmen allerdings zu permanenten Ortswechseln.
1944 starb der Firmeninhaber und nach Kriegsende, 1945 war die Firma Fuess nahezu am Ende.
Es wurde ein Neuanfang gestartet, der aber nicht wieder an die alten Zeiten anknüpfen konnte. Unsere jüngste Firmenschrift stammt aus dem Jahre 1952. Letzte Informationen berichten noch von einer Existenz der Fima Goerz in Steglitz im Jahre 1970.
Quelle: Heidrun Siebenhühner [Ref. Me1284]
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