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Barometrie-Technik
(stoe-pr) Die Lufthülle der Erde reicht bis auf eine Höhe von etwa 100 km und wird als Atmosphäre bezeichnet. Dabei lässt sich das Ende der vertikalen Ausdehnung der Atmosphäre nicht exakt beschreiben, weil wir hier keine Oberfläche im Sinne einer Wasseroberfläche vorfinden. Die Lufthülle geht ganz diffus in den Weltraum über. Nur in der untersten, etwa 10 km hohen Schicht der Tropossphäre, spielen sich die Wettervorgänge ab. Hier gilt die allgemeine Temperaturabnahme mit der Höhe, und hier ist auch der gesamte Wasserdampfgehalt der Atmosphäre zu finden. Dies ist eine Grundbedingung für das Wettergeschehen und die Wolkenbildung. Der Luftdruck sowie die Dichte der Luft nehmen in der Tropossphäre exponentiell mit der Höhe ab. Die Dichte der Luft verringert sich um jeweils 10% des Ursprungswertes pro Kilometer Höhenzunahme.
An die Troposphäre schließt sich die Stratosphäre an, die bis etwa 50 km Höhe reicht. In ihr findet keinerlei Wettergeschehen mehr statt. Zu Beginn der Stratosphäre endet auch die Temperaturabnahme. Von etwa 10 bis 20 km Höhe herrscht also Temperaturgleichheit = -56,5 oC (Isothermie). Danach nimmt, bedingt durch Absorbtion der Sonnenstrahlung in der Ozonschicht, die Temperatur wieder zu.
Luft befindet sich auf der Erde überall dort, wo sonst kein anderer fester, flüssiger oder gasförmiger Körper den Raum einnimmt. Luft ist ein Gasgemisch mit nahezu einheitlicher Zusammensetzung infolge ständiger Durchmischung. In Volumenprozenten ausgedrückt besteht sie aus 78% Stickstoff, 21% Sauerstoff und einem kleinen Rest von 1% Edelgasen. Zusammen ergeben diese Anteile 100% und gelten für "trockene" Luft, also 0% relative Feuchte.
In Wirklichkeit enthält die Luft aber immer Wasserdampf in örtlich und zeitlich wechselnder Menge, so dass sich die anderen Gasanteile dann proportional ändern.
Trockene Luft ist, wer hätte es vermutet, schwerer als Wasserdampf! Ohne diese Tatsache gäbe es jedenfalls keine Verdunstung.
Die Luft übt im Zustand der Ruhe auf jede beliebig orientierte Fläche einen senkrecht zu ihr gerichteten Druck aus. Dieser auf die Erde ausgeübte statische Druck wird als atmosphärischer Luftdruck bezeichnet und läßt sich als Gewicht einer Luftsäule verstehen, die von der Erdoberfläche bis in die obersten Schichten der Atmosphäre reicht. Der Luftdruck wird mit Barometern gemessen und wurde früher in Millimeter Quecksilbersäule [mmQS = mmHg = Torr] bzw. Millibar [mbar] und heutzutage in Hektopascal [hPa] angegeben. Genaugenommen ist "Torr" die Länge einer Quecksilbersäule bei 0 oC.
Die Schwerkraft der Erde ist es, die unsere schützende Lufthülle anzieht und so den Luftdruck bewirkt. Gase besitzen bekanntermaßen die Eigenschaft, sich nach allen Seiten auszudehnen. Somit drückt auch die Luft von allen Seiten. Es ist deshalb völlig unerheblich, wo sich ihr Barometer befindet. Von Bedeutung ist nur die Ortshöhe, auf der es eingesetzt wird. Mit zunehmender Höhe nimmt die darüber liegende Luftschicht und somit auch der Luftdruck ab und umgekehrt.
Mit zunehmender Höhe sinkt der Luftdruck zunächst sehr rasch. Als Faustformel gilt innerhalb der untersten 1000 Höhenmeter: Je 8 Höhenmeter etwa 1 hPa, darüber nimmt er zunächst noch circa alle 11m um 1 hPa ab und beträgt auf 3000m Höhe noch etwa 700 hPa.
Dieser Überschlagsrechnung kann man sich beim Einstellen eines Barometers bedienen. Wird es zum Beispiel von einer Ortshöhe A = 80m nach B = 560m ü.NN gebracht, so bedeutet dies einen Höhenunterschied von +480m. In hPa ausgedrückt eine Druckdifferenz von 480 : 8 = 60 hPa. Wenn Sie das Barometer daher vor Ihrer Abreise um 60 hPa höher einstellen, wird es bei der Ankunft wieder den korrekten Luftdruck anzeigen. Gleiches passiert natürlich, wenn Sie die Erhöhung erst nach der Ankunft vornehmen.
Diese Zu- oder Abnahme läßt sich auch mit einer Formel berechnen. Hierzu kann man sich folgender barometrischer Höhenformel bedienen:
|
für Deutschland: h =18464 (log p
- log p') (1 + 0,003665 t)
|
Wobei h[m] = die Ortshöhe, p [hPa] = der untere Luftdruck, p' [hPa] = der obere Luftdruck und t [oC] = die Temperatur ist. Als barometrische Konstante nennt Prof. Dr. M. Kneissl für Deutschland = 18464, sonst für Mitteleuropa 18400.
Auf Meereshöhe schwankt der Druck zumeist zwischen 950 und 1060 hPa, es wurden aber schon erheblich geringere, aber auch höhere Luftdruckwerte gemessen. Der mittlere Luftdruck beläuft sich, wie wir ja alle wissen, bei Normalnull auf 1013,25hPa..
Die Umrechnung von hPa nach Torr bzw. mmHg geht wie folgt: 760 [Torr] = 1013,25 [hPa]/ 1,333224.
Absoluter Luftdruck, relativer Luftdruck = auf Meereshöhe bezogener Luftdruck
Der absolute oder effektive Luftdruck ist der am Beobachtungsort gemessene Absolutdruck.
Der auf Meereshöhe reduzierte Luftdruck ist der absolute Luftdruck am Beobachtungsort, umgerechnet auf Meereshöhe. Die Umrechnung erfolgt durch die Addition der Druckdifferenz, die durch das Gewicht der Luftsäule zwischen dem Messort und der Meereshöhe entsteht. Dadurch wird erreicht, dass die Luftdrücke unabhängig von der Meereshöhe miteinander verglichen werden können. "Veränderlich" liegt somit z.B. in Hamburg, München oder Düsseldorf immer bei 1013 hPa = 760 mmHg.
Für die Engländer entspricht "Veränderlich" übrigens: 29,53 inch = 750 mmHg = 1000 mbar = 1 bar
Was versteht man nun unter "Pegel auf Meereshöhe" bzw. "Normalnull = NN"?
Mit dem Pegel auf Meereshöhe = 0 m ü.NN ist in Deutschland der Amsterdamer Pegel, "Normaal Amsterdamer Peil (N.A.P.)" gemeint. Er wurde im 17. Jh. durch den Magistrat der Stadt Amsterdam als Ausgangspunkt für die nationale Höhenmessung festgelegt und später auch als Bezugspunkt für verschiedene Nachbarländer übernommen.
In Deutschland geschah dies durch die preussische Landesaufnahme im Jahre 1878. Am 22. März 1879 wurde hierfür an der Sternwarte in Berlin ein "Normalhöhenpunkt = NHP" eingerichtet, der ausgehend vom Amsterdamer Pegel exakt 37,00m über NN lag und fortan zur Basis aller weiteren Höhenbestimmungen in Deutschland wurde. Dieser NHP 1879 wurde im Jahre 1912 durch einen neuen an der Strasse Berlin - Manschnow bei Hoppegarten ersetzt (NHP 1912).
Vor 1879 galten der Pegel zu Neufahrwasser bzw. des Flutmessers zu Hamburg als Normalnull.
Ein wenig Physik zu den Aneroiddosen
(stoe) Ich habe neulich ein Barometerwerk zerlegt und hatte ganz zum Schluss
die Aneroiddose in der Hand. Eine flache,
zylindrische
Büchse mit konzentrisch gewelltem Deckel und Boden, den Membranen.
Exakt im Mittelpunkt der Grundfläche findet sich ein Gewindebolzen zur
Befestigung auf der Grundplatine. Genau gegenüber ein etwas längerer
Dorn, meist mit einem Bohrloch für den Federstift, mit dem die beiden Membranen
gegenüber dem atmosphärischen Luftdruck, mittels einer Feder gespannt
werden können. Umlaufend, als Zylinderwand, dient ein flaches und relativ
steifes Metallband, das bei den älteren Dosen den Nippel für die Vakuumdose
trägt (siehe Bild).
Nun hatte ich diese Vidi- (auch: Vidie-) bzw. Vakuumdose also in der Hand und sie war intakt, d.h. luftleer, denn die beiden Membranen waren fest aneinander gepresst. Mit der Kraft meiner beiden Hände versuchte ich sie zu trennen, aber natürlich - Fehlanzeige!
In dieser Situation erinnerte ich mich an meinen Physikunterricht.
Da gab es doch den bekannten "Magdeburger Versuch" Otto von
Guerickes, aus dem Jahre 1663. Acht Pferde auf jeder Seite vermochten die beiden
Halbkugeln, mit einem Durchmesser von 57,6cm = 1 Magdeburger Elle, nicht zu
trennen!
Im Schnelldurchgang:
Die über uns befindliche Luftschicht (Atmosphäre) drückt auf
jeden Quadratzentimeter, im Mittel und auf Meereshöhe, mit der Kraft einer
Quecksilbersäule von 76,0cmQs. Da Quecksilber eine Dichte = 13,596p/cm3
hat, errechnet sich daraus eine Gewichtskraft von 1033p/cm2. Die
Angelsachsen rechnen übrigens den "mittleren Luftdruck" mit 29,53inch=
75,0cmQs und kommen somit auf 1019,7p/cm2= 1000mb= 1bar.
Wenn 1019,7p/cm2= 1bar sind, dann sind 1033p/cm2= 1013mb.
1013mb sind aber wiederum 1013hPa= 10,13N. Womit sich der Kreis geschlossen
hat!
Die vorgenannten Einheiten Pond [p] bzw. Kilopond [kp] als Einheit für die
Masse, bzw. mmQs, torr und bar für den Luftdruck, sind den Älteren unter
uns noch bekannt, sie dürfen jedoch seit Januar 1988 endgültig nicht
mehr verwendet werden. Sie wurden im SI-Einheitensystem durch das [kg]
bzw. [g] und das Pascal [Pa] bzw. Hektopascal [hPa], als Maß für den
Luftdruck abgelöst. Hinzu kam als Maß für die Kraft, das Newton
[N]. Persönlich finde ich jedoch zur Herleitung der Luftdruckmessung, die
Kenntnis der historischen Zusammenhänge äußerst hilfreich. Daher
meine Abschweifung.

Da meine Aneroiddose einen Durchmesser von 6,8cm aufweist,
ergibt sich mit der Formel für die Kreisfläche rechnerisch eine Gesamtoberfläche
von 36,3cm2, also multipliziert mit 1033p/cm2, einen Gesamtdruck
von 37,7kp. Die Umrechnung von Kilopond in Newton geschieht durch Multiplikation
mit dem Faktor g= 9,81.
Es muss also zumindest eine Gegenkraft von 37,5kp = 367,75N
aufgewendet werden, um die beiden Membranen gerade zu trennen. Um sie um 3mm
anzuheben und in eine Gleichgewichtslage zu bringen bedarf es noch etwas mehr.
Dabei ist für mich die benötigte Kraft doch immer wieder erstaunlich!
Werden mehrere Dosen zu einem "Dosensatz"
hintereinander geschaltet, so addieren sich die Auslenkungen, die resultierende
Gesamt-Federkraft bleibt jedoch die Gleiche.
Wird die Fläche der Dose vergrößert, so hat das keinerlei wertmäßige Auswirkung auf die Auslenkung der Membranen, lediglich die Elastizität und damit die "Hysterese" wird verbessert. Interessant ist noch zu wissen, dass die in die Membran eingepressten Rillen bzw. Wellen zwar rechnerisch eine Flächenvergrößerung von 20-25% bewirken, diese jedoch in die Druckberechnung nicht eingeht. Es ist also eine reine Maßnahme um die Elastizität der Membranen zu erhöhen.
Dose und Feder sind eine Einheit und bei guten Barometern
fein aufeinander abgestimmt. Je elastischer beide Elemente sind, umso feinfühliger
reagiert der Druckmesser. Noch zu guter Letzt: Deshalb relativiert sich die Behauptung, es hätte sich
in den frühen Barometern eine nennenswerte Menge Gas befunden sehr rasch
in den einstelligen Prozentbereich, den man vielleicht treffender als "unvollkommenes
Vakuum" bezeichnen sollte. Insofern hat der Bericht von John Dent aus
dem Jahre 1849 [Ref. 93], der "ein wenig Gas zur Temperaturkompensation"
vorsieht, in den letzten 150 Jahren oftmals für völlig falsche Vorstellungen
gesorgt! Für diejenigen, die es ganz genau wissen möchten,
habe ich die angesprochenen Sachverhalte in einer Aufgabe verklausuliert. Die
mathematischen Lösungen dazu stammen aus der Feder von Hans Gaab und sind
in Form einer pdf.Datei [~30KB]
nachzulesen oder auszudrucken. Quellenverzeichnis - die Umrechnungstabelle stammt aus:
Gerhard Stöhr 2004.8 (stoe-pr) Manche Taschen- und Reisebarometer besitzen als zusätzliche
Funktion eine drehbare Höhenskala, die in Meter oder Feet geteilt ist.
Sie können somit auch als Höhenmesser Verwendung finden. Während Gefäßbarometer immer und Aneroide bei
entsprechender Kalibrierung in der Lage sind, absolute Luftdruckwerte anzuzeigen,
ist gleiches bei der Höhenmessung nicht möglich. Der Höhenmesser
muß immer zuerst vor dem "Start" auf das Ausgangshöhenniveau
eingestellt werden und zeigt dann bei Standortänderung die entsprechende
Druck- bzw. Höhendifferenz an. Da aber ein vertikaler Schnitt durch die Troposphäre zu unterschiedlichen
Zeiten und/ oder an unterschiedlichen Orten niemals eine homogene Luftmassenverteilung
ergibt, der Höhenmesser aber schließlich eine Skaleneinteilung braucht,
bedient sich die internationale Höhenmessung einer Modell- oder Standardatmosphäre
mit Mittelwerten aus langjährigen Messreihen, die schließlich
im Jahr 1924 durch die CINA (Comité International de Navigation Aérienne)
als verbindlich genormt wurden. Darin wurde festgelegt: Mit diesen Größen und nachfolgender Formel lässt
sich der für Ihre Ortshöhe mittlere Luftdruck (Veränderlichpunkt)
entsprechend der CINA-Atmosphäre berechnen (die komplette Luftdrucktabelle
bis 1820m ü.NN finden Sie in der pdf-Datei zu unserer Referenz Nr. 201): Wie wir aus obiger Tabelle sonst noch ersehen können,
liegt der Norm-Atmosphäre eine lineare Temperaturverteilung zugrunde.
Es wird angenommen, dass, beginnend bei +15 oC auf 0 m ü.NN,
die Temperatur pro 100m Höhendifferenz um 0,65 oC abnimmt.
In der Praxis variiert jedoch das Temperaturgefälle stark.
Denken Sie nur an eine Föhnwetterlage. Da man aber bis auf die Temperatur
sonst alle Nebeneinflüsse bei der Höhenmessung vernachlässigen
kann, bedarf der angezeigte Höhenwert des Instruments für exakte
Messungen unbedingt noch einer Temperaturkorrektur, entsprechend der
Differenz der realen mittleren Temperatur zu der als "normal errechneten"
mittleren CINA-Temperatur! Die Vorgehensweise dabei ist etwas kompliziert zu erklären
und würde hier zu weit führen, daher verweise ich hierzu auf die
unten angeführten Quellen. Auf keinen Fall sollte aber diese Temperaturkorrektur
mit der Temperaturkompensation des Barometerwerkes verwechselt werden! (stoe-pr) Obwohl es den Anschein hat, als würden diese Instrumente
heutzutage noch in Los Angeles-Kalifornien Nun konnte ich dieser Tage erstmals selbst ein solches Barometer
erwerben, das sich bei näherer Betrachtung leider als defekt herausstellte
(Abb. 1). Ein Grund, um das Gehäuse vorsichtig zu öffnen. Der Anblick war überraschend (Abb. 2). Ich werde nun versuchen, für Sie daraus die wichtigsten
Passagen zu übersetzen. Dabei werde ich dies nur dem Sinn entsprechend und
nicht genau dem Wortlaut nach tun. Auszug aus: W.E.K. Middleton - History of the barometer
Das Nullpunkt-Prinzip bringt uns zu einer Serie von Patenten
von Joshua Gabriel Paulin aus Stockholm, beginnend mit dem Jahre 1916
und erwirkt zum Schutz eines tragbaren Aneroids nach dem Nullpunkt-Prinzip,
das möglicherweise über einen Zeitraum von 2-3 Dekaden hinweg zu den bestbekanntesten
seiner Klasse gehörte. Es würde zu weit führen, die verschiedenen Stadien
der Entwicklung zu beschreiben, aber das generelle Prinzip sieht wie folgt
aus: Die Auslenkung der frei beweglichen Oberfläche einer Aneroiddose
ist durch Stopps auf ein ganz kleines Intervall begrenzt, und die Position
innerhalb des Intervalls wird über einen langen Zeiger mit einer sehr hohen
Vergrößerung angezeigt. Eine Schraubenfeder ist mit dem einen Ende am
Oberteil der Dose befestigt, das andere ist verstellbar (durch eine Einstellschraube).
Diese Feder nimmt nun die Kraft des Luftdrucks an ihrem beweglichen Ende auf,
wenn der Zeiger samt Schraube zur Messung wieder in seine Null-Position zurückgedreht
wird. Die Entwicklung ging nach und nach in Richtung weitergehender
Vereinfachung und völliger Vermeidung aller reibenden Teile. In der Konstruktion
des Jahres 1916 gab es noch zwei Zapfen mit Lagern und auch zwei Federn, eine
große, feste, welche die Hauptlast aufnahm und eine schwächere, deren Auslenkung
zur Messung diente. 1926 wurden dann alle Zapfen durch die Verwendung einer
elastischen Aufhängung eliminiert. Es folgt nun eine Erklärung der Funktionsweise, die sich
an dieser Stelle erübrigt, da sie später in der Herstellerbroschüre wiederholt
wird. Es ist mit diesen Instrumenten eine Messgenauigkeit von 0,02
mb zu erzielen. Auszug aus der Broschüre:The Origin and Development
of the Barometer and Altimeter, Fehlerquellen der Aneroid-Barometer Der vorangegangene Absatz beschrieb die über viele Jahre
konventionelle Konstruktion der Aneroidbarometerwerke. Die setze ich als
bekannt voraus. Aus Gründen der Reibung, der Hysterese und des Lagerspiels
ist die Benutzung eines solchen Aneroids zu Messungen, bei denen es um hohe
Genauigkeit geht, zumeist unmöglich. Die Schwierigkeit, all diese Fehlereinflüsse in Griff zu
bekommen, wird ersichtlich, wenn wir ein solches Werk betrachten. Jede Verbindung
(inklusive der Kette) und die Lager sind eine Quelle der Reibung. Das elastische
Nachhinken der Dosenbewegung (Hysterese) und das Lagerspiel rühren von starren
Metallblechen her, die sich unter Spannung befinden und dabei bewegen. Die
Hauptfehlerquelle liegt dabei in der luftleeren Dose, die sich ausdehnt und
kontrahiert, aber aus Metall konstruiert ist, was eigentlich nie perfekt elastisch
sein kann. Wenn wir dann noch andere Fehlereinflüsse, wie die Temperatur und
die Fertigungstoleranzen, mit einbeziehen, wird es ganz offensichtlich, dass
es einer grundsätzlichen Weiterentwicklung bedarf, wenn wirklich exakte
Ergebnisse erzielt werden sollen. American Paulin System entwickelt ein neues Prinzip Wir sehen, über einen langen Zeitraum hinweg gab es nur unwesentliche
Verbesserungen des Aneroid-Prinzips mit nur geringen Fortschritten, die schließlich
zu der heute bekannten Konstruktion geführt haben. Fehlerhafte Einflüsse auf
die Genauigkeit des Instrumentes, wie es der Reibungswiderstand ist, schienen
unvermeidbar. Darüber hinaus hatte man es noch mit den bereits erwähnten Temperatur-
und Hysteresefehlern zu tun. Die Frage war nun, wie all diese Probleme zu
überwinden wären. Das American Paulin System aus Los Angeles in Kalifornien
hatte eine geniale Idee zur Lösung der Probleme in einer Weise, dass: 1. Alle Lager zwischen der luftleeren Dose und dem Zeiger
entfallen konnten. 2. Durch die Nullpunkt-Methode die Vacuumdose zum Ablesen
immer exakt in Ausgangsstellung gebracht wird. 3. Begrenzungen vorgesehen sind, welche die Ausdehnung bzw.
Kontraktion der Aneroiddose für extreme Auslenkungen zuverlässig verhindern.
Details der Konstruktion des American Paulin Systems
(Abb. 3) Das Werk des American Paulin Instruments bedient sich zweier
luftleerer Aneroiddosen (H), die auf dem Präzisionsrahmen (M) montiert sind
und mit Hilfe der großen Spannfeder (G) in Arbeitsposition gehalten werden.
Die Ausdehnung bzw. Kontraktion der Dosen (H) ist dabei auf ungefähr 0,5mm
durch das Dosenbegrenzungssystem (I) limitiert. Dies verhindert zum einen
die Entwicklung einer Hysterese der Dosen und zum anderen die Möglichkeit
einer übermäßigen Belastung der Bänder (J), die den Balance-Zeiger (C) bewegen.
Auf diese Art werden Extremwerte durch Stoß, Vibrationen oder Luftdruckwerte
über- oder unterhalb des Arbeitsbereiches des Instrumentes durch das Dosenbegrenzungssystem
(I) sicher aufgefangen. Das Instrument bedarf daher auch keinerlei Arretierung.
Ein Veränderung des Luftdrucks auf die Dosen (H) hat eine
unmittelbare Auswirkung auf die extrem empfindlichen Bänder (J) mit der Folge,
dass sich der Balance-Zeiger aus seinem Nullpunkt herausbewegt. Ein Drehen
an dem Kontrollknopf (A) bewegt die Mikrometerschraube (E). Dies wirkt direkt
auf die Federspannung der Schraubenfeder (F) über der Dose. Wird der Kontrollknopf
ausreichend gedreht, so wird die veränderte Federspannung die Luftdruckveränderung
exakt kompensieren. Dies führt den Balance-Zeiger (C) über die Bänder (J)
wieder in seine Null-Stellung zurück. Zu diesem Zeitpunkt kann der Luftdruck oder die Ortshöhe
direkt an dem Zeiger des Kontrollknopfes auf dem Zifferblatt abgelesen werden.
Der Dämpfer (K) reduziert dabei Vibrationen auf das federnd aufgehängte Bänder-Zeiger-System
(C) auf ein Minimum, was eine leichtere Nullpunkt-Einstellung zur Folge hat.
Die Federn der Aufhängung des Balance-Zeigers (L) in Verbindung
mit den Bändern (J) erübrigen den Gebrauch von Hebeln, Zapfen, Lagern, Bohrungen,
Rädern und Zahnkränzen, die alle Reibung erzeugen würden, in dem Bereich des
Instruments, der automatisch auf Druckänderungen reagieren muss. Da minütliche
Schwankungen für eine genaue Messung der Luftsäule wichtig sind, bedeutet
der Wegfall all dieser Reibung produzierenden Bauteile einen bedeutenden Fortschritt
in der Entwicklung des Aneroids. Der Rückstellknopf (B) wird dazu benötigt, um die Instrumentenanzeige
auf den örtlichen Luftdruck bzw. die Ausgangshöhe einzustellen. Die manuelle Einstellung des Instrumentes ist dabei frei
von Nachhinken oder verlorenem Spiel jeglicher Art. Für den praktischen Feldgebrauch
ist das Instrument extrem unempfindlich konstruiert. Diese Art der Konstruktion
reduziert Fehlereinflüsse wie die Hysterese und die Drift auf einen vernachlässigbaren
Wert, ebenso Teiledefekte und Bruch. Das Nullpunkt-Prinzip wurde von den Ingenieuren des American
Paulin Systems zu einem solch hohen Grad der Perfektion entwickelt, dass führende
Autoritäten rund um den Erdball diesen Instrumenten den "Weltstandard in der
Messung des atmosphärischen Luftdrucks" zuerkennen. Anmerkungen für den Sammler: Die Basiskonstruktion dieser Instrumente ist wirklich äußerst
robust ausgeführt. Wenn ein Paulin-Instrument defekt ist, so liegt es fast
immer an dem federnd aufgehängten "Bänder-Zeiger-Aufhängungssystem".
Die Bänder (J), sind überaus empfindlich. Ist eines gerissen, so sollte eigentlich
das gesamte System durch das Originalteil vom Hersteller ersetzt werden. Anschließend
müsste dann das Gerät für den professionellen Einsatz wieder in einer
Druckkammer neu kalibriert werden. Dies ist also keine Arbeit für den Laien. Nun - ich habe
auch erst einmal meinen allerfeinsten Lötkolben benutzt. Es wäre für uns aber wichtig, die Service-Adresse des
Herstellers herauszufinden! Wer kann dabei helfen? Artikel aus der Monatszeitschrift für die
gesamten Naturwissenschaften Der
Wetterkompass nach Klinkerfues Neben dem Hygrometer von Klinkerfues, welches besonders
in Bezug auf die in der Nacht wahrscheinliche niedrigste Temperatur nicht
unterschätzt werden darf, gibt uns dessen neuer Wetterzeiger auf die einfachste
Weise Auskunft über die in 12 bis 24 Stunden zu erwartende Witterung, d.h.
darüber, ob klarer oder bedeckter Himmel, trockenes oder nasses Wetter eintreten
wird. Das ist aber gerade das Wichtigste, was wir vorher zu wissen begehren.
Sei es auch nur annähernd genau und zuverlässig. Unter 100 Wetterprognosen
sollen übrigens beiläufig 90 zutreffen. Ferner hat diese Art der Prognose
immer den Vorzug, eine ortsgültige zu sein; sie ist daher für den Landwirt
von besonderer Bedeutung. Was den Wetterkompass außerdem empfiehlt, ist
seine bequeme und einfache Handhabung, so wie seine gediegene und hübsche
Ausführung. Der Wetterkompass kompensiert die Wirkungen des Barometers
und des Hygrometers derart, dass Fallen des Barometers und Abnahme der relativen
Feuchtigkeit oder Steigen des Barometers und Zunahme der relativen Feuchtigkeit
auf den Zeiger entgegengesetzt wirken und in einem gewissen Verhältnis denselben
zur Ruhe bringen. Die Basis für die Berechnung der Wetterscheibe des Instrumentes
bildet das durch gleichzeitige Beobachtung der Schwankungen des Barometeres
und Hygrometers festgestellte Verhältnis zwischen Luftdruck und Luftfeuchtigkeit,
nämlich 1 mm Luftdruck ist in seiner Wirkung gleich 6 Prozent relativer
Luftfeuchtigkeit. So werden Luftdruck und Luftfeuchtigkeit, Windrichtung
und gegenwärtiges Wetter als Faktoren für die Vorherbestimmung des Wetters
gleichzeitig herangezogen und zweckmäßig verwertet. Dieser Hebel ist mit einem kleinen Übergewicht versehen, um
den Haarstrang anzuspannen und greift durch ein Zahnsegment in ein Triebrad
der Zeigerachse ein. So werden die Ringschwankungen durch den Haarstrang
auf das Segment und dadurch auf den Zeiger übertragen. Unabhängig von diesen
seitlichen Verschiebungen des Haarstranges beeinflußt derselbe noch durch
seine, den Wechsel der Luftfeuchtigkeit entsprechende Längenänderung den
Zeiger. Beide Kräfte sind aber unabhängig voneinander in ihrer Einwirkung
auf die Zeigerbewegung, addieren sie sich daher oder gleichen sich aus.
Anmerkung:
In dem Artikel wird von einem "Bourdonschen Barometersystem" gesprochen.
Der uns zu Verfügung stehende "Wetterkompass" enthält
jedoch ein normales "Holosterik Werk". Möglicherweise eine
spätere Ausführung!
Ein Zurücklassen von Luft oder Gas in der Dose hätte zwar zu Folge,
dass die Federkraft geringer ausfallen könnte, da ja ein Teil des Drucks
vom Gas übernommen würde. Gleichzeitig verwandelt sich jedoch das
"Druckelement" des Barometers in ein "Thermoelement", die
ursprüngliche Vakuumdose wird zur Gasdruckdose, das Barometer wandelt sich
zum Thermometer! Dabei ist die Auswirkung einer Temperatur-, gegenüber
einer Druckänderung ungefähr dreißigmal größer!
Lothar Kusch - Math. Naturwissenschaftliche Formeln und Tabellen - Essen
1979
Luftdruck in Meereshöhe = p0
760 Torr = 1013,25 hPa
Lufttemperatur in Meereshöhe = t0
+15 oC = 288 oK
Temperaturgefälle pro 100m = a
0,65 oC/ 100m
Dichte der trockenen Luft =
1,225 kg/ m3
Schwerebeschleunigung = g0
980,62 cm/sec2

Heister H.
Zur Genauigkeit von Taschenhöhenmessern
Onneken - Firmeninfo
o.D.
Karnetzki D.
Luftdruck und Wetter
Buchauszug
1980
Jordan/ Eggert/ Kneissl
Handbuch der Vermessungskunde, Band III
Stuttgart
1956
Kreipl M.W.
Meteo im Unterricht
Nürnberg
1995
Lufft GmbH
Druck - Pression, Manual 1997-98
Firmenkatalog
1997
Reiner J.
Die meteorologischen Instrumente
Pössneck
1949
Revue Thommen AG
Die barometrische Höhenmessung
CH-Waldenburg
1958
Seeberger F.
So wird der Höhenmesser als Barometer
verwendet
DAV Mitteilungen Nr.2
1984
und
möglicherweise auch in Eskilsturna-Schweden gefertigt, gibt es hier in
Deutschland so gut wie keine Informationen über den Hersteller und die Entwicklungsgeschichte
dieser Barometer und Höhenmesser. Recherchen über das Internet blieben zum
heutigen Zeitpunkt ebenfalls erfolglos. Auch zeichnen sich diese Instrumente
durch ein sehr modernes Design aus. Das macht es dem Sammler äußerst schwer,
sie zeitlich einzuordnen. Sie sehen sich alle ziemlich ähnlich und dabei recht
neuzeitlich aus.
Ich
erkannte zwar die beiden Vacuumdosen, aber sonst hat das Werk kaum Gemeinsamkeiten
mit einem üblichen Aneroidwerk. Dies war für mich der Auslöser, mich doch
zuerst über die Eigenheiten des Paulin-Systems zu informieren. Hierzu fand
sich ein kleiner Vermerk bei Middleton [Ref. 78, Seite 421f]. Darüber
hinaus fiel mir vor einigen Jahren mal eine schmale Herstellerbroschüre, leider
ohne Datumsvermerk und Anschrift, in die Hände [Ref. 208].
published by the Educational Division American Paulin System, n.d. 
Gerhard Stoehr 2002.10
herausgegeben von Dr. G. Krebs im Verlag Ferdinand Enke Stgt. 1882
Der Artikel
wurde uns freundlicherweise von Herrn A. Saupe zur Verfügung gestellt
- wir bedanken uns!
Von den Herren Biernatzki und Comp. in Hamburg wird seit kurzem unter
der Bezeichnung "Wetterkompass" ein neuer Wetterzeiger zum Preis
von 50 Mark in den Handel gebracht.
Dieser
patentierte Apparat ist eine Erfindung vom Prof. Klinkerfues, dem bekannten
Direktor der Göttinger Sternwarte, welchem wir schon ein ähnliches Instrument,
ein verbessertes Hygrometer, verdanken. Die auf letzteres gesetzten Erwartungen
haben sich nicht in vollem Umfang erfüllt, da die von Zeit zu Zeit erforderliche
Vergleichung mit einem wirklichen Feuchtigkeitsmesser nicht jedermann möglich
und die Wettervorherbestimmung den meisten zu umständlich war, auch bei
häufigem Fehlgehen aus mangelhafter Berücksichtigung aller Umstände keine
Befriedigung gewährte. Ferner läßt uns dieses Instrument, ebenso wie der
neue Wetterzeiger über die Verhältnisse der oberen, sowie der in weiterem
Umkreise lagernden Luftschichten im unklaren, während sich die telegraphische
Wetterprognose wesentlich hierauf stützt. Dessen ungeachet verspricht das
neue Instrument ein für den gewöhlichen Gebrauch geeignetes zu werden und
vielfach das alte "Wetterglas", das Barometer, zu verdrängen. Tatsächlich
ist es der Hauptsache nach ein solches und zwar ein Bourdonsches Aneroidbarometer,
verbunden mit einem Haarhygrometer, welches unanhängig von denselben Zeigern
lenkenden Veränderungen des Luftdrucks den Ausschlag je nach dem Wassergehalt
der Luft entweder in gleichem Sinne verstärkt oder in entgegengesetztem
Sinne abschwächt. Überdies wird der Windrichtung noch besondere Rücksicht
geschenkt, indem deren erfahrungsmäßiger Einfluss auf die Himmelbedeckung
und die atmosphärischen Niederschläge in Betracht gezogen wird und zwar
nach der durch langjährige Beobachtung gemachten Erfahrung, dass der Übergang
von West nach Ost die Wetteraussichten durchschnittlich ungefähr so viel
verbessert als ein Steigen des Barometers von 9 mm oder eine Abnahme der
relativen Feuchtigkeit um 50 Prozent, während der Übergang des Windes von
Ost nach West dieselben entsprechend verschlechtert.
Aus
vorstehenden beiden Ansichten ist die Einrichtung des WetterKompasses leicht
ersichtlich. Der von innen bewegte Zeiger tritt gebogen über die äußeren
Skalen hervor und erlaubt dadurch ein ungehinderte Drehung der beiden Scheiben
für Wettercharakter und Windrichtung. Bei der Einstellung dreht der Beobachter
die beiden Scheiben derart, dass der Zeiger auf das Feld der Wetterscheibe
zu stehen kommt, welches dem jeweiligen Zustand des Wetters entspricht,
während er an der Windscheibe den derzeigen Wind bezeichnet. Diese Einrichtung
wurde getroffen, weil offenbar berücksichtigt werden muß, ob eine und dieselbe
Änderung zu nassem oder zu trockenem Wetter hinzukommt. Nach 10 bis 12 Stunden
wird der Zeiger bei unverändert gebliebenem Winde das kommende Wetter direkt
anzeigen. Bei verändertem Winde dreht man einfach den früheren Wettercharakter
auf die neue Windrichtung und es wird dann die danach veränderte Angabe
des Zeigers das zu erwartende Wetter angeben.
Die
durchbrochenen Scheiben der zweiten Abbildung erlauben einen Einblick in
den inneren Mechanismus des Instrumentes. Es sind die Enden eines Bourdonschen
Aneroidringes, welcher hier so angeordnet ist, dass das eine Ende fest an
einer Fundamentplatte gelagert ist, daher nur das andere Ende den durch
die Änderungen des Luftdrucks erzeugten Schwankungen folgen kann. Das schwankende
Ende des Ringes trägt einen in einen Metallrahmen eingespannten hygroskopischen
Haarstrang, welcher durch das ??? eines Metallhebels hindurch geht.
Gerhard Stöhr 2003.05
Gästebuch