Barometrie - Einführung

Teil 1 - Wir fotografieren unsere Wetterinstrumente
Gerhard Stöhr 2005.4

Unser "Virtuelles Museum" ist im Jahre 2001 entstanden, zu einer Zeit also, da die traditionelle Fotografie noch überwiegte und die damals üblichen digitalen Kameras gerade mal 1Mp Bildspeicher hatten. Sie waren noch recht teuer und wurden ob ihrer groben Bildauflösung eher belächelt. Als Vorlage fürs Museum standen uns in erster Linie Farbpapierbilder zur Verfügung, die wir mittels Scanner digitalisieren mussten. Trotzdem waren wir stolz auf unsere Ergebnisse, auch wenn man heute, nach nur vier Jahren, diesen Fotos ihr Alter ansieht.

Zwischenzeitlich hat sich in der Fotografie gewaltiges getan. Die Digicams haben sich zum Verkaufsschlager gemausert, die traditionelle Fotografie befindet sich auf dem Rückzug und wird mehr oder weniger in den kommenden Jahren nur noch von den künstlerischen "Lichtbildnern" benützt werden. Im Bereich der Dokumentationsfotografie hat sich die digitale Kamera schon heute durchgesetzt und 3-6 Mp Bildspeicher sorgen, bei den üblichen Bildformaten, für einen mehr als ausreichenden Detailreichtum. Dabei stehen dem Fotografen alle die Bequemlichkeiten gleichermaßen zur Verfügung, die er schon von seiner Kleinbildkamera her so schätzte. Also automatische Entfernungsmessung, selektive Belichtungsmessung und Blitzzuschaltung bei Bedarf, sodass er sich voll und ganz auf seinen Bildaufbau konzentrieren kann. Eine nahezu perfekte Aufnahmelogistik sorgt im Hintergrund mit speziellen Wahl-Programmen dafür, dass selbst Fotoanfänger in schwierigen Aufnahmesituationen zu guten Bildergebnissen kommen. Es wird so nahezu jeder Fotoschuss zum Treffer und wenn es mal nicht so ist, so lässt sich das Fehlresultat sofort erkennen und umgehend korrigieren.

Ich behaupte, das rein "Technische Fotografieren" ist heute kinderleicht geworden!

Wenn keine der ganz groben Anfängerfehler gemacht werden ( verwackeln - mit zu langer Belichtungszeit, unscharf - da zu dicht am Objekt, zu dunkel - da schlechte Beleuchtung! ) wird Ihre Kamera immer ein brauchbares Ergebnis liefern.

Was Ihnen die Kamera allerdings nicht abnehmen kann, ist der Bildaufbau und die Ausleuchtung der Szenerie, deshalb hierzu einige Fototipps aus meinem Erfahrungsschatz.

Nach über 40 Jahren Fotopraxis, habe ich mit den Jahren viel Geld in Kameras und Blitzsysteme investiert und auch einiges an Erfahrung sammeln dürfen. Trotzdem ist es mir bisher nie zuverlässig gelungen, gleich auf Anhieb perfekte Fotos von meinen Barometern (insbesondere von den Sticks) zu erhalten. Es lag nicht an den Kameras, wie ich jetzt weiß, auch nicht an mir, nein - es war einzig und allein immer ein Problem der Beleuchtung. Ohne Licht kein Sehen und ohne ordentliche Beleuchtung kein brauchbares Farbbild. Auch wenn ihre Kamera bei schwachen Lichtverhältnissen noch Erkennbares liefert, brauchbar für unser Museum sind solche Fotos nicht, da hilft auch keine Bildbearbeitung.

Die in der analogen Fotografie benutzten Farbfilme sind im Normalfall auf Tages- und Blitzlicht mit einer Farbtemperatur von 5.500 Grad Kelvin sensibilisiert, sodass Glühlampenbeleuchtung mit einer niedrigeren Farbtemperatur, zwangsläufig zu einem Rotstich führen muss. Wollte man zu brauchbaren Ergebnissen kommen, brauchte man teure Blitzsysteme mit großen Flächenleuchten für "weiches Licht". Solchermaßen eingeschränkt kam noch hinzu, dass man den Erfolg oder Misserfolg einer analogen Fotosession frühestens nach Erhalt der Abzüge, also erst am nächsten oder übernächsten Tag beurteilen konnte und gegebenenfalls die ganze Prozedur nochmals zu wiederholen war. Schlussendlich lässt sich die Wirkung eines Blitzlichtes (so man kein Studioblitzsystem besitzt) naturgemäß erst an der fertigen Aufnahme erkennen. Ärgerlich, wenn sich dann der Lampenreflex in einer Glas- oder polierten Oberfläche spiegelt.

So zog ich denn mit den zu fotografierenden Objekten durch die Wohnung, räumte dort eine Wand frei, verrückte einen Tisch vors Fenster um eine schönen hellen Hintergrund zu bekommen, versuchte es mit Tageslicht von Norden, im Haus und im Garten, mit oder ohne Zusatzblitz, vor weißen oder grauen Flächen etc. Das Ergebnis war trotzdem immer mehr oder weniger ein Produkt des Zufalls und daher kaum reproduzierbar. Für mich ein wahrlich unbefriedigender Zustand.

Nun war auf der Stuttgarter Messe das Fernsehen auf unserem Stand zu Gast. Der Kameramann benützte zu den Aufnahmen eine digitale Videokamera, die oben drauf eine extra helle Halogen-Filmleuchte hatte. Der Mann machte einen "Weißabgleich" und los ging's. Der fertige Film war ohne jeden Farbstich und für diesen Zweck absolut zufrieden stellend ausgeleuchtet.

Das brachte mich auf die Idee, mir im nächsten Baumarkt selbst so einen 500W-Halogenstrahler (Mod. Baustrahler zu 19,99 EUR) auf Stativ zu kaufen und Gleiches zu tun. Was soll ich sagen, - wenn man die nachfolgenden, wenigen Hinweise beachtet, funktioniert die Sache sehr zufrieden stellend.

Die Kamera:
Am besten benützen Sie dazu Ihre Digitalkamera (3-5 Mp) im Abstand von etwa 1,5- 2m auf einem Stativ, denn nur so haben Sie schön Zeit auf die Bildschärfe zu achten und die Aufnahme ganz in Ruhe zu "komponieren". Außerdem besteht bei den längeren Belichtungszeiten (ab 1/60s unbedingt auch mit Zeitauslöser!) keine Verwackelungsgefahr. Sie können auch schon vor der Aufnahme auf störende Reflexe und Schatten achten und "stürzende Linien" gleich von Anfang an vermeiden. Ältere Herrschaften sollten sich dazu unbedingt Ihrer Lese- oder Mehrstärkenbrille bedienen!

Die Beleuchtung:
Dann stellen Sie die Leuchte mit dem Halogenbrenner in Objektivhöhe, genau soweit neben die Kamera, dass eben kein Lampenreflex ins Kameraobjektiv zurück fällt. Je weiter Sie die Leuchte von der Kamera weg rücken, umso weniger Probleme haben Sie mit dem Reflex, je störender wird jedoch der Schlagschatten auf der Gegenseite. Also so dicht wie möglich dran bleiben und auch auf die Höhe des Brenners achten!
Der Schatten auf der gegenüber liegenden Seite ist, wenn schmal, gerade noch akzeptabel (Bild 8), obwohl man ihn mit einer 2. Leuchte auf der Gegenseite (dann lediglich 2x 300 Watt) oder einem grauen Hintergrund, optisch etwas verringern kann (Bild 9). Sie sehen es bleibt immer noch Raum für weitere, eigene Experimente.
Achten Sie auch beim Kauf des Strahlers darauf, dass er ein Schutzgitter aus Draht ( Bild 3) hat. Sie können dann eine hitzebeständige (!), matte Folie als Diffusor einlegen und damit das Licht etwas "weicher" gestalten! Die Folien habe ich aus Mappen, die es im Bürofachhandel gibt, herausgeschnitten. Sie sind aber noch nicht ideal. Deshalb die Strahler immer nur kurz zur Aufnahme einschalten!

Bild 1, Situation mit 2 Flootern ! Bild 2, Aufnahmetisch mit Wandabstand, dadurch ist der Schatten nicht ausgeprägt! Bild 3, Halogenflooter mit Drahtschutz und Diffusor Marke Eigenbau!

Der Weißabgleich:
Nach dem Einschalten der Kamera machen Sie zunächst einen "Weißabgleich = Whitebalance". Dazu halten sie (oder lassen halten) ein weißes Blatt Papier
(DIN A4) vor das angestrahlte Objekt und stellen es Format füllend scharf. In der Stellung "Weißabgleich" drücken Sie dann auf den Auslöser. Da "weiß" die Summe des Farbspektrums ist, wird nun Ihre Kamera für diese Aufnahmesitzung alle Farben "farbrichtig" wiedergeben.

Ältere oder die ganz einfachen Digicams besitzen manchmal nicht die Möglichkeit des "Weißabgleichs". Fokussieren Sie dann ebenfalls auf ein weißes Blatt Papier und schalten Sie die verschiedenen Belichtungsprogramme durch. Dasjenige, das die weiße Fläche am "farbrichtigsten" abbildet, wählen Sie zur Aufnahme.

Die Aufnahme:
Stellen Sie die Bildgröße Ihrer Kamera auf >= 3Mp, die Blitzautomatik aus und Ihr Aufnahmeprogramm auf Zeitautomatik. Die Kamera wählt dann zu einer von Ihnen vorgewählten Blende (z.B. 5,6), automatisch die richtige Belichtungszeit. Jetzt machen Sie drei Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungszeiten. Wählen Sie dazu zwei längere Zeiten, denn meist sind die Fotos die ich bekomme reichlich unterbelichtet. Wenn die Kamera z.B. 1/60sec misst, so machen Sie die nächsten Bilder mit 1/30 und 1/15sec, bei gleicher Blende natürlich. Sie erreichen den gleichen Effekt, wenn Sie den Lichtwert jeweils ein Stufe höher einstellen (+0,3, +0,7, +1,0). Bitte das Stativ nicht vergessen und den Zeitauslöser benützen, denn aus der Hand führen diese Zeiten unweigerlich zu verwackelten und unscharfen Bildern!

Ich garantiere Ihnen, eines der Bilder ist brauchbar belichtet. Den Rest erledige ich dann für Sie mit der Bildbearbeitung!

Bild 4, ein Strahler von links! Bild 5, je ein Strahler beidseits! Bild 6, ein Strahler von links! Bild 7, je ein Strahler beidseits! Bild 8, ein Strahler von links, der Schlagschatten ist etwas störend - bitte klicken! jBild 9, je ein Strahler beidseits, der Halbschatten ist nur noch ganz schwach zu sehen - bitte klicken!

Ich hoffe nun, dass zukünftig mein Wunsch nach Bildern Ihrer "Lieblinge" seinen Schrecken verloren hat und Sie bei Bedarf rasch und unproblematisch zu guten Fotos kommen, damit wir unsererseits Ihre Instrumente wirkungsvoll im "Virtuellen Museum" präsentieren können!

Bild 10,  Detail aus Bild 5 Bild 11,  Detail aus Bild 9 Bild 12, Detail aus Bild 7 Bild 13

Bilddateien:
Ihre Dateien können Sie mir unbearbeitet senden. Ich erledige das gerne für Sie. Wenn Sie aber selbst schon Hand anlegen, so achten Sie bitte darauf, dass Sie das bearbeitete Foto mit der längsten Bildseite 750 Pixel und im "jpg-Format" abspeichern. Dateigröße < 100Kb wäre perfekt!

Achtung:
Diese Vorgehensweise ist in erster Linie für alle Ihre größeren Instrumente gedacht. Für die kleineren Objekte, wie Stand- oder Taschenbarometer oder Ihre Thermometer und Hygrometer, sowie Uhren, wenn Sie welche sammeln, ist unser Halogenlicht oft zu "hart" (.man muss es ausprobieren!).

P.S. Die angefügten Szenenfotos sind als Anregung gedacht. Ein solch separater, leerer Raum wie er auf den Bildern zu sehen ist, stellt als Fotostudio natürlich das Optimum dar. Diese perfekten Bedingungen habe aber auch ich nicht immer zur Verfügung. Im Prinzip reicht ein etwa 1-2 Meter breiter Streifen "weiße Wand" in Ihrer Wohnung völlig aus, - die Beleuchtung ist es, die entscheidend ist!

 

Teil 2 - Wir fotografieren im Nahbereich
Gerhard Stöhr 2005.08

Während Sie auf größere Distanzen einfach nur mit dem Messucherrahmen draufhalten müssen, sind die Zusammenhänge bei Aufnahmen in der Nähe wesentlich komplexer.

In der Bedienungsanleitung Ihrer Kamera finden Sie die Information, bis zu welchem Objektabstand die automatische Entfernungsmessung ihrer Kamera funktioniert und ab wann Sie dann manuell eingreifen müssen. Das hängt von der Brennweite des Objektivs, dem benutzten Zoomfaktor und dem Kameraauszug ab.

Der Kameraauszug - was ist denn das, werden Sie sagen?

Ganz einfach! Sie haben sicher schon beobachtet, dass je näher Sie fotografieren möchten, umso weiter fährt die Kameramotorik die Objektivlinse heraus. Das hängt mit der Scharfeinstellung zusammen. Je näher Sie rangehen, umso länger muss der Auszug sein (Bild 14). Nun gibt es da bei jeder Kamera eine konstruktive Grenze, ab der eine Scharfstellung ohne zusätzliche Hilfsmittel nicht mehr möglich ist. Überschreiten Sie diese, sind also zu nah, so erhalten Sie unweigerlich unscharfe Bilder. Sie können davon ausgehen, dass es unter 80cm Abstand beginnt kritisch zu werden.

Bild 14,  Nah- und Makroaufnahmen benötigen einen erweiterten Auszug!

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild 15, diverse Zwischenringe , Nahadapter und NahlinseUnsere Standbarometer oder überhaupt alle kleineren Objekte verlangen deshalb nach einer extra Behandlung, will man sie Format füllend abbilden.

Sie brauchen dann, je nachdem ob Sie analog oder digital fotografieren, Zwischenringe die den Auszug künstlich verlängern, oder einen Nahadapter zu ihrer Kamera der sich auf das Objektiv aufschrauben lässt und die Nahaufnahmelinse aufnimmt (Bild 15). Diese passt das Objektiv an die veränderten Nahbedingungen an.

Die Schärfentiefe

Der kurze Abstand erfordert aber auch eine besonders "feinfühlige" Einstellung der Entfernung, wobei die Blende, also die Öffnung des Kameraobjektivs, jetzt eine entscheidende Rolle übernimmt. Je kleiner die Öffnung (Blende), je größer der zahlenmäßige Wert also, umso größer die "Schärfentiefe", umso länger aber auch die Belichtungszeit. Dabei sollten Sie darauf achten, dass die Schärfe auf den für den Betrachter bildwichtigen Teilen liegt. Eine unscharfe Skala wird wohl von keinem Betrachter akzeptiert, dagegen kann der Fuß eines Standbarometers ruhig schon etwas Unschärfe zeigen. Das muss man einfach durch mehrere Vergleichsaufnahmen mit unterschiedlicher Blende ausprobieren. Die Profis machen das nicht anders. In diesen Fällen ist es zweckmässig die automat. Entfernungsmessung abzuschalten und manuell zu fokussieren!

Eine kleinere Blendenöffnung, für eine ausreichende Schärfentiefe, verlangt aber immer nach einer längeren Belichtungszeit. Die wiederum ist aus der "freien Hand" nicht mehr zu machen. Ein stabiles Stativ mit einem möglichst flexiblen Stativkopf ist deshalb auch hier unabdingbar. Aber darauf habe ich Sie schon mehrmals hingewiesen!

Der Hintergrund

Eines vorweg, - Naturszenarien, großgemusterte Vorhänge und Tapeten sind als Hintergrund absolut ungeeignet. Beispielhaft für unsere Zwecke sind Aufnahmen in Verkaufs- oder Ausstellungskatalogen. Sie sollen den Betrachter in Kauflaune versetzen und das Produkt möglichst detailreich und vorteilhaft zeigen. Dies erreicht der Fotograf dadurch, dass er das Objekt in einigem Abstand vor einem unifarbenen Hintergrund platziert und dabei möglichst weich und schattenfrei ausleuchtet. Ist der Hintergrund gar weißtransparent, so lässt sich dieser durch eine zusätzliche Leuchtquelle von hinten anstrahlen und unser zu fotografierendes Barometer wird auf diese Weise quasi "freigestellt".

Um diesen Forderungen gerecht zu werden, treiben professionelle Fotostudios einen beachtlichen Aufwand. Die dort eingesetzten Studio-Blitzanlagen laufen dann auch richtig ins Geld. Solch eine Aufnahme kostet daher ja schließlich auch eine Kleinigkeit.

Dabei geht es bei uns wesentlich bescheidener zu. Wir haben es fast immer mit relativ kleinen, meist etwa gleich großen Objekten zu tun und da lassen sich unter improvisierten Bedingungen auch ganz ordentliche Ergebnisse erzielen.

Wenn Sie Ihr Instrument z.B. auf ein weißes Papier stellen, den Aufnahmetisch etwas von der weißen Wand wegrücken und die ganze Szenerie möglichst flächenhaft beleuchten, so werden Sie von ihren Bildergebnissen schon sehr überrascht sein. Das weiße Papier stellt das Objekt frei, die Flächenleuchte vermeidet einen harten Schlagschatten und der Abstand zur Wand sorgt dafür, dass sich der unvermeidbare Rest eines Schattens in der Tiefe des Bildes verliert (Bild 2).

Bild 16, einfache Möglichkeit eine "Hohlkehle" zu formen
Bild 17, einfache Beleuchtung mit einem Halogen-Spot

 

Ähnliches erreicht man mit einer sog. "Hohlkehle". Eine solche lässt sich aus Stoff, Plastikfolie, Karton und Papier leicht formen und sorgt ebenfalls für einen kontinuierlich weichen Übergang vom fotografischen Untergrund zum Hintergrund (Bild 16, 17).

Solche "Hohlkehlen" gibt es im Fachhandel fix und fertig in jeder Größe und aus den bekannten Gründen auch gleich mit einer mattransparenten Folie oder gar aus mattiertem Plexiglas.

 

Jetzt noch etwas Lichttechnik

Tageslicht um die Mittagszeit hat eine Farbtemperatur von etwa 5.500 Kelvin, genauso wie unser Blitzlicht. Das bedeutet für die analoge Fotografie, dass Aufnahmen zu dieser Zeit oder auch mit Blitz, auf den gebräuchlichen Tageslicht-Farbfilmen zu keinem Farbstich führen werden. Legen Sie aber Wert darauf, dass die Farben auch am frühen Morgen (mehr Blauanteile) oder am späten Abend (mehr Rotanteile) farbrichtig wiedergegeben werden, so bedarf es spezieller Korrekturfilter. Ein schwaches Rosefilter am Morgen, und ein leichtes Blaufilter am Abend sorgen für perfekte Farben.

Für Aufnahmen mit Kunstlicht ist der Tageslichtfilm ungeeignet, da Glühlampenlicht mit einer Farbtemperatur von 2.700-3.200 Grad Kelvin zu einem starken Rotstich führen würde. Deshalb hält die Industrie für die Studiofotografen spezielle Kunstlicht-Farbfilme bereit, dessen Emulsionen eben auf die 3.200 Grad Kelvin sensibilisiert sind.

Ganz problematisch in der analogen Fotografie ist die Beleuchtung mit Leuchstoffröhren. Infolge ihres "diskontinuierlichen Spektrums", lassen wir diesen Fachausdruck mal einfach so stehen, ist der entstehende Farbstich nicht unter Kontrolle zu bringen. Diese Beleuchtungsart fällt daher in der analogen Fotografie völlig aus.

Weit problemloser ist das Arbeiten mit den digitalen Kameras. Als Medium haben wir hier keinen Farbfilm, sondern einen Fotochip und dieser lässt sich durch den "Weißabgleich" an jegliche Farbtemperatur anpassen und wird sogar recht gut mit den Leuchstoffröhren fertig. Wie's gemacht wird haben Sie bereits im ersten Teil erfahren. Also: "Weißabgleich" heißt das Zauberwort!

Die künstlichen Lichtquellen

Ohne Licht kein Sehen und ohne ausreichendes Licht keine guten fotografischen Bilder. Diese einfache Formel gilt auch für die Nahaufnahme. Je heller Sie die Szene ausleuchten, umso kleiner lässt sich die Blende wählen und umso schärfer werden die Details auch in der "Tiefe" erfasst.

Hierzu gibt es die verschiedensten Leuchtmittel. Wir unterscheiden in Glühlampen und Leuchtstoffröhren. Auf meinem Foto sehen Sie eine kleine Auswahl davon: v.r.n.l. versp. Parabol-Fotolampe, Concentra-Lampe, Kugellampe, mattierte Glühlampe, Niedervolt-Halogenlampe, Halogenbrenner 220V, sowie 2 Leuchstoffröhren (Bild 18).

Bild 18, eine Auswahl verschiedener LeuchtmittelWährend die verspiegelten Glühlampen praktisch ihren Reflektor mit sich herum tragen und deshalb direkt in einen Lampensockel eingesetzt werden können, bedarf es für die übrigen "Glühbirnen" eines externen Reflektors, am besten auf einem Stativ. Dieser kann trichterförmig, halbkugelig, parabolisch, dabei tief oder flach ausgeführt sein. Aufgabe eines Reflektors ist es immer, das unter 180 Grad abgestrahlte Licht mehr oder weniger eng zu bündeln und möglichst gleichmäßig in eine Richtung abzustrahlen. Kombiniert man die diversen Glühlampen nun mit den verschiedensten Reflektoren, so verfügt der Fotograf über eine riesige Palette von Möglichkeiten seine zu fotografierenden Objekte wirkungsvoll in Szene zu setzen. Hierbei hilft ihm seine Erfahrung die richtige Wahl zu treffen.

Nachteil aller Glühlampen: In Folge der punktförmigen Glühwendel neigt ihr stark gerichtetes Licht zu kräftigen Schlagschatten. Dies ist nicht immer erwünscht, weshalb es manchmal besser ist sie indirekt einzusetzen. Hinzu kommt noch die unvermeidbare Wärmeentwicklung.

Auf diese Weise habe ich die letzten 20 Jahre über versucht, von meinen Wetterinstrumenten gute Fotos zu machen. Dabei habe ich alles nur Erdenkliche ausprobiert, wie Sie heute noch an der Vielzahl der verbliebenen Leuchtmittel erkennen können.

Es ist mir auch gelungen - keine Frage. Aber immer nur für den Einzelfall, beim nächsten Mal war dann wieder das Problem, den "richtigen Aufbau" und die "richtige Beleuchtung" zu finden. Das war lästig und kostete viel Zeit.

Mein Wunschtraum war daher immer ein fester Fotoplatz im meiner Wohnung, mit einer Hohlkehle und zwei ausreichend hellen, farbneutralen Leuchten, die meine Instrumente möglichst schattenfrei ausleuchten sollten. Spiegelungen auf glänzenden Flächen sollten weitgehend der Vergangenheit angehören. Dies war mit Glühlampen nicht zu schaffen und Leuchtstoffröhren waren aus den bekannten Gründen für die analoge Farbfotografie tabu.

Die digitale Fotografie und die Lösung unseres Problems

Seit dem Jahre 2000 fotografiere ich nun auch digital und habe mittlerweile die Vorzüge der digitalen Fotografie kennen und schätzen gelernt. Wie bereits erwähnt, stellt sich hier auch die Problematik mit den Leuchtstoffröhren in weit geringerem Maße.

Bild 19, Mini-Digital-Foto-Studio MS-2 als feste Einrichtung , daneben der ReproplatzAuf der Stuttgarter Sammlermesse nun, rieb ich mir verwundert die Augen, als ich am Stand der Firma Gutberlet GmbH aus Nürnberg, genau die Einrichtung fand von der ich immer geträumt hatte. Ein Aufnahmetisch mit Hohlkehle und integrierter Beleuchtung. Ich habe ihn kurzer Hand gleich eingepackt (Bild 19).

Diese Anschaffung habe ich noch nie bereut, denn sie hat meine jahrelangen Fotoprobleme mit einem Schlag gelöst. Die Beleuchtung erfolgt hier durch zwei Flächenleuchten mit 16W bzw. 24W- Fluor-Gasentladungslampen und einer Farbtemperatur von ca. 5.000 Grad Kelvin, was bei Verwendung eines analogen Farbfilms ganz klar zu einem Farbstich führen würde, aber in Verbindung mit einer digitalen Kamera professionelle Bilder liefert. Die Aufnahmen für unsere Webseite erledige ich seither quasi nebenbei.

Die Firma Gutberlet vertreibt u.a. hochwertige Schreibgeräte und hatte offensichtlich beim Fotografieren Ihrer eigenen Produkte für Kataloge und Prospekte das gleiche Problem. Dies führte zur Entwicklung der Mini-Digital-Foto-Studios (MDSK), die es in verschiedenen Ausführungen gibt. Mit und ohne Koffer für den Transport, aber immer mit Hohlkehle und zwei Flächenleuchen, sind sie ideal für den Sammler und Ebayer.

Für unsere Zwecke am besten geeignet scheint mir allerdings das Mod. MS-2
, das etwas größer ist und mit zwei zusätzlichen Flächenleuchten (unten und hinten) eine Hintergrundbeleuchtung der matten Grund- und Rückfläche zulässt. Das "Freistellen von Objekten" wird damit zum Kinderspiel. Informationen erhalten Sie über die HP des Unternehmens:
http://www.gutberlet.com

Bitte klicken! Bitte klicken! Bitte klicken! Bitte klicken Bitte klicken!

Bitte gestatten Sie mir ausnahmsweise diese Produktvorstellung.. Es handelte sich im März meines Wissens noch um eine Weltneuheit, die ich den "Freunden alter Wetterinstrumente" aus Gründen der Aktualität nicht vorenthalten möchte. Ich ziehe auch keine Vorteile daraus. Unsere Seiten sind ansonsten werbefrei und das wird auch weiter so bleiben!

© Gerhard Stöhr 2005


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